1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Penzberg

„Minimal Wohnen“ wirbt für Tiny-Siedlung: „Es geht nicht um Instagram-taugliche Chalets“

Erstellt:

Von: Wolfgang Schörner

Kommentare

Werben für eine Tiny-Haus-Siedlung in Penzberg: Stefan Schröder (3.v.l.) und John-Christian Eilert (4.v.l.) haben mit Gleichgesinnten bei einem Treffen im „Bürgerbahnhof“ die Interessensgemeinschaft „Minimal Wohnen Penzberg“ gegründet.
Werben für eine Tiny-Haus-Siedlung in Penzberg: Stefan Schröder (3.v.l.) und John-Christian Eilert (4.v.l.) haben mit Gleichgesinnten bei einem Treffen im „Bürgerbahnhof“ die Interessensgemeinschaft „Minimal Wohnen Penzberg“ gegründet. © MWP

In Penzberg soll eine Siedlung mit Tiny-Häusern entstehen – dieses Ziel setzt sich die neue Gruppe „Minimal Wohnen Penzberg“ (MWP). Nur ein Grundstück fehlt.

Penzberg – Die neue Gruppe „Minimal Wohnen Penzberg“ um Grünen-Stadtratsmitglied John-Christian Eilert und Stefan Schröder umfasst knapp 20 Personen. Alle in der Interessensgemeinschaft könnten sich vorstellen, selbst in einem Tiny-Haus zu wohnen, berichtete Eilert.

In Penzberg würde es Grundstücke geben, die dafür infrage kämen, darunter auch ein städtisches Grundstück. „Wir werden sehen, wie sich das entwickelt“, sagte er. Vorstellbar sei auch, dass sich die Gruppe in einen Verein umwandelt, um dann ein Grundstück zu pachten.

Penzberger Bauausschuss kann sich Tiny-Siedlung grundsätzlich vorstellen

Der Penzberger Bauausschuss hatte schon einmal im vergangenen Herbst auf Antrag der Grünen über eine Tiny-Haus-Siedlung in Penzberg gesprochen. Das Gremium konnte sich diese Möglichkeit grundsätzlich vorstellen. Der Ausschuss schloss als Standort auch ein städtisches Grundstück nahe des Bahnhofs parallel zur Alpenstraße („Bahnbogen“) nicht aus.

Die Grünen hatten es vorgeschlagen. Selbst aktiv betreiben wollte die Stadt die Schaffung einer Tiny-Haus-Siedlung aber nicht. Es hieß in der Sitzung, dass Interessenten selbst auf die Stadt zukommen sollten.

„Es geht nicht um das Instagram-taugliche Chalet“

Sinn machen Tiny-Häuser nach Auffassung der Minimal-Wohnen-Gruppe besonders auf Flächen, „die nicht für eine reguläre Bebauung mit noch effizienteren Mehrfamilienhäusern geeignet sind“. Denkbar sei auch eine Zwischennutzung von Baulücken. In diesem Fall müsste die Pachtzeit aber ausreichend lang sein, um die benötigte Infrastruktur zu installieren, schreibt die Gruppe.

Ihr gehe es gezielt darum, „bisher ungenutzte Flächen für den dringend benötigten bezahlbaren und ressourcenschonenden Wohnraum zu nutzen“, heißt es weiter. Und, so die Klarstellung: Es gehe explizit nicht um „das Instagram-taugliche Chalet in touristischer Lage“, sondern „um nachhaltige Wohnformen als Ergänzung zu anderen Konzepten“.

(Unser Weilheim-Penzberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

In einer Siedlung können Tiny-Häuser „ihr volles Potenzial entfalten“

Für eine Siedlung wirbt die Gruppe, weil dort die Tiny-Häuser „ihr volles Potenzial entfalten“ würden. Die Bewohner könnten sich die Infrastruktur teilen, etwa Solar- und Heizungsanlagen, gemeinschaftliche Flächen für Gemüseanbau, Werkstatt oder Spielecken „in der autofreien Siedlung“. Ziel sei es, so die MWP, „eine funktionierende Balance aus Gemeinschaft und selbstbestimmten Leben zu finden, von der die Bewohner und das gesamte Umfeld der Siedlung profitieren“.

Gruppe gab sich das Motto „Nachhaltig gemeinsam leben“

Gegründet hat sich die Minimal-Wohnen-Gruppe um Eilert und Schröder unter dem Motto „Nachhaltig gemeinsam leben“. Der verantwortungsvolle Umgang mit den knappen Ressourcen werde immer wichtiger, so die Interessensgemeinschaft. Der Gebäudesektor sei in Deutschland für 14 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.

Rechne man die Emission für Herstellung und laufende Energieversorgung mit ein, liege der Anteil mit 28 Prozent sogar doppelt so hoch. Nach Ansicht der MWP ist es „also Zeit, sich über Alternativen zum auf dem Land weit verbreiteten Konzept des Einfamilienhauses“ Gedanken zu machen. Die Devise laute: „Weniger ist mehr.“

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie auf Merkur.de/Weilheim.

Effizienz und Nachhaltigkeit – auch in Hinblick auf die persönliche Zukunft

Gut geplante kleine Flächen, erklärt die Initiative, würden eine hohe Aufenthaltsqualität bieten und seien, auf die einzelnen Bewohner gerechnet, deutlich effizienter in der Herstellung, im Betrieb und in der Instandhaltung.

Gerade den letzten beiden Punkten sei in der Vergangenheit zu wenig Aufmerksamkeit zuteilgeworden, so die MWP. Nicht selten würden sich Hausbesitzer in einer späteren Lebensphase in einer viel zu großen Immobilie wiederfinden, deren Anpassung an neue Energiestandards sehr teuer wäre. (wos)

Interessenten und Besitzer geeigneter Flächen im Oberland können Kontakt aufnehmen: E-Mail an kontakt@minimal-wohnen-penzberg.de

Auch interessant

Kommentare