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Tiny-Haus-Siedlung: Stadt Penzberg wird selbst nicht aktiv - will bei Bedarf aber reagieren

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Von: Wolfgang Schörner

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Wohnen in Mini-Häusern: Die Stadt Penzberg will abwarten, ob sich Interessenten melden.
Wohnen in Mini-Häusern: Die Stadt Penzberg will abwarten, ob sich Interessenten melden. © dpa/Guido Kirchner

Der Penzberger Bauausschuss kann sich grundsätzlich vorstellen, dass in Penzberg eine Tiny-Haus-Siedlung entsteht, wie es die Grünen-Fraktion vorgeschlagen hat. Auch ein Standort am „Bahnbogen“ wird nicht ausgeschlossen. Aktiv betreiben will die Stadt dies aber nicht.

Penzberg – Das Penzberger Stadtbauamt soll in den nächsten Wochen ermitteln, ob es Interessenten für ein Tiny-Haus-Projekt im Stadtgebiet gibt. Auf der Basis von Varianten- und Standortuntersuchungen, die die Interessenten selbst vorlegen, würde dann der Bauausschuss entscheiden, ob bauplanungs- oder bauordnungsrechtliche Maßnahmen eingeleitet werden. Das hat der Penzberger Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Er folgte damit einem Antrag der Grünen-Fraktion nur zu einem kleinem Teil. Diese hatte gefordert, dass die Stadt selbst aktiv wird, also zum Beispiel die Möglichkeiten für Tiny-Haus-Siedlungen im Rahmen eines Bebauungsplans aufzeigt und potenzielle Standorte in Penzberg prüft. Ebenso hatte die Grünen-Fraktion, wie berichtet, vorgeschlagen, für das städtische Grundstück am Beginn des „Bahnbogens“ parallel zur Alpenstraße eine konkrete Machbarkeitsprüfung in Auftrag zu geben.

So weit wollte die Bauausschuss-Mehrheit aber nicht gehen. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) erklärte, dass man als Stadtverwaltung nicht aktiv festlegen werde, in welchem Gebiet eine Minihaus-Siedlung entstehe, oder selbst nach Interessenten suchen. Grundstückseigentümer müssten auf die Stadt zukommen, wenn sie Tiny-Häuser errichten wollen. Ähnlich sah es Armin Jabs (BfP). Sollte aber ein entsprechender Antrag vorliegen, werde man ihn natürlich prüfen.

Stadtbaumeister Justus Klement hatte in der Sitzung eingangs berichtet, dass es verschiedene Tiny-Haus-Konzepte gibt, zum Beispiel die „private Ideal-Idylle“ in der Natur, den Wohnwagen als Tiny-Haus, die High-Tech-Variante oder schmale Mini-Häuser, die Baulücken schließen – was Klement als „spannendste Lösung“ bezeichnete. Eine weitere Form sind ganze Siedlungen wie „Mehlmeisel“ im Fichtelgebirge. Klement erklärte aber auch mit Verweis auf das Landratsamt, dass „die kleinen Gebäude aus genehmigungstechnischer Sicht keine Sonderstellung in den Baugesetzen einnehmen“. Sie müssten wie jedes andere Haus behandelt werden. „Es ist keine privilegierte Bauform.“ Man habe selbst einmal versucht, ein kleines Grundstück für ein Tiny-Haus anzubieten, erzählte Klement in der Sitzung. Es habe sich aber kein Interessent gemeldet.

Zur Vorgehensweise schlug der Stadtbaumeister vor, dass sich „die Leute, die sich für Tiny-Häuser interessieren, und jene, die Grundstücke haben, zuerst zusammentun und dann auf uns zukommen, wie bei anderen Projekten auch“. Es sei nicht die Aufgabe des Stadtbauamts, Interessenten zu suchen oder eine derartige Siedlung zu planen, sagte Klement. Wobei er das Grundstück am „Bahnbogen“ parallel zur Alpenstraße als ideal für ein derartiges Projekt bezeichnete.

Sebastian Fügener (Grüne) konnte am Ende zwar den Beschluss im Bauausschuss mittragen. Er wünschte sich aber, dass die Stadt nach außen hin zu erkennen gibt, dass sie solche neuen Wohnformen auch will. Es gebe womöglich viele Grundstücke, die man noch nicht so im Hinterkopf habe. Ähnlich formulierte es Martin Janner (PM) im Bezug auf den „Bahnbogen“. Die Stadt sollte „schon ein Signal geben, dass solche Häuser da möglich sind“, sagte er. Armin Jabs (BfP) warnte dagegen davor, so lange nicht klar sei, ob das Grundstück für „eine Mobilitätserweiterung Penzbergs“, also für zusätzliche Gleisanlagen, notwendig ist.

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