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Egbert Greven bei einer Ausstellung in seiner Galerie.

Trauer um einen Meister des Floretts: Egbert Greven ist tot

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Trauer um Egbert Greven: Der Meisterkonzerte-Gründer, Galerist und doppelte Kulturpreisträger aus Penzberg ist tot.

Penzberg - Ein Meister des filigranen Floretts und kein Freund des schweren Säbels – so wurde der Zeichner, Galerist, Meisterkonzerte-Gründer und doppelte Kulturpreisträger Egbert Greven gern beschrieben. In Zukunft wird es keine Karikaturen mehr von ihm geben. Der Penzberger starb am Donnerstag im Alter von 76 Jahren. Am Tag vor Heiligabend war er in die Unfallklinik Murnau gebracht worden. Er lag dort im künstlichen Koma, aus dem er nicht mehr er aufwachte.

„Ich war geschockt – aber im positiven Sinn.“ Das war so ein typischer Satz von Egbert Greven. Darin lag die Lust, seinen Gegenüber, der eine Frage gestellt hatte, ein wenig zu erschrecken, um ihm danach wieder aufatmen zu lassen, ein Satz, der zuspitzt, dramatisiert und für eine Schlagzeile taugt. Den Satz sagte er vor 14 Jahren auf die Frage, was er empfunden habe, als ihm die japanische Universität Kyoto eine Gastprofessur als Karikaturist und Grafiker anbot.

Der Satz hätte auch gut in den Oktober 2014 gepasst. Damals erhielt er den Kulturpreis der Stadt Penzberg, für die er zum Beispiel das blaue Schaf „Hanni“ schuf, das seither als Penzbergs Maskottchen dient. Auch am Entstehen der „Ländlichen Konzerte“ hatte er seinen Anteil. Den Festakt verfolgte er mit spöttischem Lächeln, als ob er sich gerade eine Karikatur überlegen würde. Auf die Frage, wieso er damals nicht nach Japan gegangen ist, antwortete er verschmitzt: „Wegen Iffeldorf.“ Denn dort lebte er, bevor er nach Penzberg zog. Und in der Osterseengemeinde schlug sich der größte Teil seines Wirkens nieder – wofür er im April 2010 den Iffeldorfer Kulturpreis erhielt.

Vor 38 Jahren hatte Egbert Greven die heutige „Meisterkonzerte“-Reihe geschaffen, damals noch unter dem Namen „Iffeldorfer Kulturbegegnungen“. Eine Konzertreihe, mit der er und seine Mitstreiter den kleinen Ort in der Musikszene überregional bekannt machten. 2011 gab er die Leitung ab. Der studierte Grafiker, der in Oberschlesien geboren worden war und in den Siebzigerjahren nach Oberbayern kam, eröffnete zudem 1998 in Iffeldorf die Satire-Galerie „schön+bissig“, in der Zeichnungen von Pablo Picasso genauso zu sehen waren wie Politik-Karikaturen von Jürgen Tomicek. Vor drei Jahren zogen Egbert Greven und seine Galerie nach Penzberg um, wo die Satire-Ausstellungen fortan im Foyer des ehemaligen Metropol-Kinos zu sehen waren. Für sein Kultur-Engagement erhielt er vor zehn Jahren die Bezirksmedaille in Gold.

Seine eigenen Bilder wollte er nicht als Karikaturen bezeichnen. Lieber sprach er von „Schmunzlern“. Zuletzt brachte er das Büchlein „Narrkose“ heraus, dessen Reinerlös er dem Krankenhaus-Förderverein in Penzberg stiftete. Sehr bekannt sind zum Beispiel auch seine Porträts „Musiker sind auch nur Menschen“. In den vergangenen Jahren spießte er für den „Penzberger Merkur“ zeichnerisch die Lokalpolitik auf. Zuletzt erschien an Silvester eine Karikaturen-Sonderseite in der Heimatzeitung mit seinen Zeichnungen des vergangenen Jahres. Da lag er schon im Krankenhaus.

Er sei „streitbar, aber ein feiner Mensch“ gewesen, sagt eine Autorin, die ihn schon seit vielen Jahren kennt. Geradezu echauffieren konnte sich Egbert Greven über das Wort „Künstler“ – vielmehr darüber, wer sich alles mit diesem Titel schmückt. Der Begriff werde „schindluderhaft“ missbraucht, sagte er einmal vor 20 Jahren in einem Interview mit unserer Zeitung. Auf die Frage, ob er sich selbst als Künstler sehe, antwortete er damals mit Nein. „Ich bin Grafiker.“

Egbert Greven, der zwei Töchter sowie drei Enkelkinder hat, war im letzten Abschnitt seines Lebens alles andere als gesund. Vor 17 Jahren erhielt er seine Krebsdiagnose. Er kämpfte willensstark gegen seine Krankheit an. So ganz sicher war er sich im vergangenen Jahr nicht mehr, ob er mit der Galerie noch weitermachen sollte. Im letzten Interview vor seinem Tod, das unsere Zeitung kurz vor Weihnachten mit ihm geführt hatte, schmiedete er aber Pläne. Ausstellungen über die deutsch-französische Freundschaft, mit Hans Reiser und Peter Gaymann schwebten ihm vor. Heuer wäre das 20-Jährige seiner Galerie gewesen. Auf die Frage, wie schwierig es für einen Einzelkämpfer ist, eine Galerie zu führen, antwortete er knapp: „Sie können auch Spinner zu mir sagen.“

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