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Von Februar bis April war in der Penzberger Turnhalle das mineralfaserhaltige Dämmmaterial entfernt worden.

Am Josef-Boos-Platz

Penzberger Turnhalle bleibt zu: Das sind die Gründe

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Erst ab Ende Juni 2018 steht die Sporthalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg wieder zur Verfügung - weshalb es so lange dauert, schildern Stadtbauamt und Landkreis.

Erst drei Jahre nach der Schließung wird die Turnhalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg wieder für den Sport zur Verfügung stehen.Das gaben Stadt und Landratsamt diese Woche bekannt. Der Grund für die Ewig-Baustelle ihren Angaben nach: Bei der Turnhallen-Sanierung traten Schäden sowie Mängel, die aus der Bauzeit vor 28 Jahren herrühren, zutage. Eine Chronik der Ereignisse skizzierten Kristina Schlehaider (Landratsamt), Martin Irregen (Stadtbauamt) und Stephan Riederauer (Ingenieurbüro R-CON):

Nach der Nutzung als Asyl-Erstaufnahmestelle (Juni 2015 bis März 2016) sichtete die Stadt im April 2016 die Schäden durch die Asylnutzung. Dabei ging es vor allem um Sanitäranlagen und Hallenboden. Da Platten durchgedrückt waren, sah sich ein Gutachter Mitte Juni 2016 den Schwingboden genauer an – und stellte Feuchtigkeit fest. Laut einer Messung herrschte im Bereich der Gerätehülsen eine Luftfeuchtigkeit von 86 bis 89 Prozent. Laut Schlehaider war während der Asylnutzung vermutlich Putzwasser eingedrungen. Aus hygienischen Gründen habe die Halle häufig sehr nass gewischt werden müssen. Der Gutachter empfahl eine Fachfirma zur Trocknung.

Die Fachfirma entdeckte im Juli 2016 allerdings in mehreren Gerätehülsen-Öffnungen Schimmel. Eine Untersuchung ergab, dass er sich nur in diesen Bereichen befand. Um sich ein genaues Bild zu machen, wurde der Boden stellenweise geöffnet.

Dazu musste laut Schlehaider eine Folie unter dem Boden zerschnitten werden, die Dämmmaterial aus künstlichen Mineralfasern abdeckte. Diese wurden ebenfalls untersucht. Eine Probe ergab im August 2016, dass die Fasern krebserzeugend sind – also eine Gefahr darstellen, wenn sie nicht mehr durch Folie abgedeckt werden. Laut Schlehaider wurde daraufhin entschieden, wegen der Feuchtigkeit den gesamten Schwingboden auszubauen und zugleich das Dämmmaterial komplett aus Boden, Decke und Wänden zu holen. Ab dem Zeitpunkt handelte es sich ihr zufolge nicht mehr um eine reine „Asyl-Sanierung“.

Im September und Oktober 2016 folgten eine Kostenberechnung und eine Abstimmung über das weitere Vorgehen. Nach der Ausschreibung wurde im Januar 2017 eine Firma mit dem Dämmmaterial-Ausbau beauftragt. Die Arbeiten dauerten laut Martin Irregen von Mitte Februar bis Mitte April.

Als Decke, Wände und Sportboden entfernt wurden, traten weitere Mängel zutage: beim Brandschutz (die Brandabschnitte müssen im Umkleideflur durch Türen verkleinert werden), bei den Elektroleitungen (sie müssen neu installiert werden) und den Abluft-Auslässen (sie benötigen ein richtiges Abluftgitter).

Ferner ergab eine statische Prüfung, dass das Dachtragwerk mit einem Stahlträger verstärkt werden muss – weil laut Thomas Werner (Ingenieurbüro bci) die neue Pralldecke schwerer ist und es schärfere Schneelast-Vorgaben gibt.

Ebenso wurden Mitte April auch noch Risse in der Beton-Bodenplatte entdeckt. Sie seien so groß, dass das Wasser regelrecht heraussprudelt, so Thomas Werner. Seit Mitte April 2017 laufen die Berechnungen für das Dachtragwerk. Ebenso wird ein Sanierungsvorschlag für die Betonbodenplatte erstellt.

Im September 2017 soll nun die Sanierung der Betonbodenplatte beginnen. Die Risse müssen laut Stephan Riederauer verpresst werden. Bis Ende 2017 soll das Dachtragwerk verstärkt und eine ballwurfsichere Decke angebracht sein. 2018, so der Plan, geht es mit dem neuen Schwingboden und den Prallwänden weiter. Zugleich laufen die Arbeiten in den Umkleiden und auf den Fluren.

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