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Typisierungsaktion im Penzberger Feuerwehrhaus.

Typisierungsaktion in Penzberg

Über 150 Lebensretter

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Es sind alles potenzielle Lebensretter: Sie ließen sich am Freitag in Penzberg Blut für die Stammzellen-Datei abnehmen.

Über 150 Menschen haben sich am Freitag in Penzberg Blut abzapfen lassen, um in eine Stammzellen-Datei aufgenommen zu werden. Sie alle sind potenzielle Lebensretter. Denn eine Stammzellen-Spende kann das Leben eines Leukämie-Kranken retten. Zu der Typisierungsaktion hatten Polizei und Feuerwehr in Penzberg aufgerufen.

Laut Manuela Ortmann von der „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ erkranken jedes Jahr in Deutschland rund 11 000 Menschen neu an einer Leukämie-Art. Ein Teil davon braucht eine Stammzellen-Spende, um zu überleben.

Verena Spitzer kennt dieses Schicksal. Die Ärzte sagten ihr, dass sie an Leukämie erkrankt sei und nur noch vier Jahre habe. Sie werde es nicht mehr erleben, dass ihr 15 Monate alter Sohn eingeschult wird. Das ist über 20 Jahre her. Damals, 1993, habe es weltweit nur sehr wenige typisierte Menschen gegeben, sagt sie. Doch die heute 58-jährige Tutzingerin hatte Glück. Dreieinhalb Jahre nach der Diagnose wurde eine Spenderin gefunden. Verena Spitzer hat sie übrigens später kennengelernt: eine heute 68-jährige US-Amerikanerin, die in Seattle lebt. Die beiden Frauen sind heute miteinander befreundet. In manchen Ländern bestehe die Möglichkeit, dass sich Spender und Empfänger – wenn beide einverstanden sind – kennenlernen, sagt Verena Spitzer, die seit 19 Jahren bei der „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ als Mitarbeiterin fest angestellt ist.

Weltweit 28 Millionen Menschen haben sich laut Manuela Ortmann bisher typisieren lassen, davon allein acht Millionen in Deutschland. Die Chance für Leukämie-Kranke, einen Stammzellen-Spender zu finden, liegt ihr zufolge immerhin bei 75 bis 85 Prozent.

Trotzdem sei es wichtig, weitere potenzielle Spender zu rekrutieren. Dazu gehört jetzt auch Benjamin Borowski (30). „Vielleicht hilft es dem einen oder anderen“, sagt der Penzberger, der gestern mit seiner Freundin kam. Und der Feuerwehrmann Bastian Bergel (27). „Für mich ist das selbstverständlich.“ Denn es habe in seiner Familie schon mehrere Krebsfälle gegeben, erzählt er. Und außerdem: „Als Feuerwehrmann hat man ein gewisses Helfersyndrom.“ Auch viele Polizeibeamte ließen sich typisieren. Für den reibungslosen Ablauf sorgten, unterstützt von Blutabnehmern aus Praxen und Krankenhaus, zudem über ein Dutzend Polizisten und an die 30 Feuerwehrleute. Gemäß dem Motto des Tages: „Blaulicht gegen Blutkrebs“.

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