Schleicher Fahrzeugteile GmbH in Penzberg.
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Schleicher Fahrzeugteile GmbH in Penzberg.

Betriebe und Umweltschutz

„Ökoprofit“-Auszeichnung geht gleich zwei Mal nach Penzberg - Klinik und Schleicher Fahrzeugteile

  • Franziska Florian
    VonFranziska Florian
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Gleich zwei Penzberger Unternehmen sind als „Ökoprofit-Betrieb 2020“ ausgezeichnet worden. Was Betriebe zum Umweltschutz beitragen können und wie es ihnen gelungen ist, erklären das Klinikum Penzberg und die Schleicher Fahrzeugteile GmbH.

Penzberg – „Wir nehmen schon seit circa 15 Jahren an dem Projekt Ökoprofit teil“, sagt Helmut Mair, Qualitäts- und Projektmanagement-Leiter bei der Schleicher Fahrzeugteile GmbH. Das Unternehmen habe das Projekt als „unterstützende Informationsplattform genutzt“, als ein unternehmensinternes Umweltmanagementsystem eingeführt wurde. „Wir sind seitdem dortgeblieben, weil es eine sehr gute Plattform zum Austausch von Unternehmen zu Themen aus dem Umwelt- und Energiebereich ist“, so Mair.

Schleicher Fahrzeugteile: Einsparungen bei Wärmeenergie

Ökoprofit liefere den Betrieben einen aktuellen Stand zu gesetzlichen Anforderungen, die im Umwelt- und Energiebereich an sie gestellt werden. „Zudem gibt es immer wieder die Möglichkeit, an fachlichen Diskussionen mit Experten teilzunehmen und auch hier nützliche Hilfestellungen zu bekommen“, erklärt er.

In den vergangenen beiden Jahren konnte die Schleicher Fahrzeugteile GmbH durch die Maßnahmen, die von Ökoprofit begleitet wurden, rund 110 000 Kilowattstunden Wärmeenergie einsparen. Dazu kämen noch weitere Einsparungen wie beispielsweise die CO2-Reduzierung. „Die kann messtechnisch bei uns aber noch nicht erfasst werden“, erklärt Mair.

Zu den vorgenommenen Umweltschutz-Maßnahmen zählt unter anderem die Erweiterung der Kühlleistung durch die Installation eines weiteren Außenkühlers. „Dadurch ist weniger Leistung für die Kühlkompressoren notwendig.“ Durch Jalousien, die an den Südseiten der Hallen angebracht wurden und weniger Wärme ins Innere lassen, müssen die Maschinen weniger gekühlt werden.

Alte, energietechnisch schlechte Maschinen entsorgt

Die Schleicher Fahrzeugteile GmbH hat auch alte, energietechnisch schlechte Maschinen entsorgt. Das sei nur dadurch möglich gewesen, die Arbeitsprozesse auf neue und weniger Maschinen zu verlegen. Auch eine konsequente Umstellung der internen Besprechungen auf Videokonferenzen hilft dem Unternehmen beim Umweltschutz. „Dadurch ist deutlich weniger Pendelverkehr zwischen den Werken notwendig“, sagt Qualitäts- und Projektmanagementleiter Mair.

Um die Maßnahmen umzusetzen, hat die Schleicher Fahrzeugteile GmbH in den vergangenen zwei Jahren rund 400 000 Euro investiert. Dass sich das gelohnt hat, beweist die Auszeichnung mit dem Umweltsiegel von Ökoprofit.

Klinik Penzberg nimmt seit 2016 am Ökoprofit-Projekt teil

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Klinikum Penzberg. Das erste Mal nahm es im Jahr 2016 am Projekt teil. Denn: „Seit 2015 müssen sich Unternehmen und Betriebe mit öffentlicher Beteiligung Energieaudits unterziehen“, erklärt Klinik-Pressesprecher Stefan Berger. Unter Energieaudit versteht man eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs. Dadurch kann ermittelt werden, in welchen Bereichen ein Unternehmen wie viel Energie verbraucht und wo es einsparen könnte.

Und so kam es, dass das Klinikum Penzberg seit 2016 am Ökoprofit-Projekt teilnimmt. Denn dadurch konnte das Klinikum eine der Voraussetzungen für ein erfolgreiches Energieaudit schaffen.

Durch die Corona-Pandemie gab es für das Penzberger Unternehmen nur wenig Möglichkeiten, Maßnahmen auszubauen oder neu einzuführen. „Die Aktivitäten beschränkten sich vornehmlich auf die Teilnahme an den virtuellen Ökoprofit-Workshops zum Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen“, erklärt Pressesprecher Berger. Für dieses Jahr sei auf jeden Fall eine Schulung zum Thema „Psychische Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz“ angedacht – da auch ein solches Thema in den Bereich „Umwelt“ gehören würde.

Zwar konnte 2020 nur wenig umgesetzt werden. Dafür fand jedoch im Jahr 2019 der erste Umwelttag der Starnberger Kliniken, zu denen Penzberg gehört, im Klinikum Starnberg statt. „Der wurde natürlich auch für die Penzberger Mitarbeiter veranstaltet“, so Berger. Dabei wurde unter anderem thematisiert, wie Plastikmüll vermieden werden kann. „In unseren Kliniken geschieht das beispielsweise durch die Nutzung von Holzstäbchen statt Plastiklöffel“, erläutert der Pressesprecher. Zudem wurden die Mitarbeiter immer wieder für sparsamen Umgang mit Materialien, Strom und Heizung sowie Mülltrennung sensibilisiert.

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