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Das Panorama über Sindelsdorf, das beim Ausflug mit Thomas Ledermüller entstand.

Penzberg

Blick durch das Drohnenauge

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Penzberg – Die Drohne steht auf einem schmalen Feldweg – bereit zum Abflug. Thomas Ledermüller greift zur Fernbedienung und lässt das Gerät, kaum größer als eine Frisbee, im Nu in die Höhe steigen.

Hier am Rand von Sindelsdorf, sagt der Penzberger, ist einer seiner liebsten Flugspots. Vor ihm liegt ein gigantisches Bergpanorama, ein goldfarbenes Weizenfeld bildet den Kontrast zu blaufarbenen Gipfeln.

Der 30-Jährige ist einer der vielen, die der Faszination der intelligenten Fluggeräte erlegen sind. Dabei ist es weniger das Fliegen, das ihn begeistert. Es sei technisch nicht anspruchsvoll, den Quadrocopter – so wird das Gerät wegen seiner vier Rotoren genannt – zu steuern. Das Gerät stabilisiert sich beim Fliegen selbst, ist GPS-gestützt und findet sogar zum Startpunkt zurück. Es ist vielmehr das Fotografieren und Filmen, das ihn reizt, sagt er. Der besondere Blickwinkel, den er aus bis zu hundert Metern Höhe auf Landschaften hat. Auch jetzt, bei 30 Metern Höhe, ist ein erstaunlicher Blick auf das Weizenfeld samt Berge auf dem Tablet zu sehen, das an der Fernbedienung befestigt ist und dem Bediener zeigt, was das Drohnenauge sieht.

Drohnenpilot zu werden, ist bislang in Bayern relativ einfach. Würde Ledermüller die Bilder nur für private Zwecke nutzen, bräuchte er nicht einmal eine Aufstiegsgenehmigung. Da der 30-Jährige aber inzwischen eine eigene Firma namens „Quadcopterix“ hat und gewerblich für Firmen, an Veranstaltungen oder den Fortschritt von Bauprojekten fotografiert, braucht er eine Genehmigung, die ihm das Luftamt Südbayern erteilte. Allein im Jahr 2016 seien rund 1100 Formulare erfasst worden, mit denen Piloten eine Aufstiegsgenehmigung beantragten, teilt das Luftamt auf Anfrage mit. „Täglich gehen neue solcher Erklärungen ein“, heißt es weiter. Obendrauf kommen laut Luftamt noch 150 Einzelerlaubnisse für Drohnen über fünf Kilogramm. Für das Fliegen der sogenannten unbemannten Luftfahrtsysteme seien derzeit keine Lizenzen oder Qualifikationen nötig. Geht es nach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, soll sich dies künftig ändern und die Nutzung ziviler Drohnen strenger geregelt werden. Die Änderung der Vorschriften würde zum Beispiel einen Führerschein für gewerbliche Nutzer erfordern. Damit sollen auch Kollisionen – jüngst kamen sich eine Drohne im Dachauer Landkreis und ein landender Airbus gefährlich nahe – verhindert werden.

Der Penzberger Thomas Ledermüller bereitet den Quadrocopter für den Flug vor.

Steht Ledermüller mit Fernbedienung und Tablet beim Fliegen, überwiegen die positiven Reaktionen von Passanten. Die meisten, sagt er, zeigen Interesse an dem seltsam brummenden Fluggerät. Kinder „flippten“ vor Begeisterung aus, Männer mit Kindern auf dem Arm kämen oft auf ihn zu. An diesem Tag in Sindelsdorf gibt es keine Beschwerden. Eine Autofahrerin fährt im Schritttempo vorbei, sie nickt und lächelt.

„Was mich ärgert, ist, dass mittlerweile fast jeder fliegt, und manche wie irre“, sagt Ledermüller. Belastbare Zahlen, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich eine Drohne besitzen, gibt es nicht. Klar ist, dass der Markt groß ist und die Geräte immer günstiger werden – so gibt es zum Beispiel Minidrohnen, ausgestattet mit Kamera, für weniger als fünfzig Euro. Man könne mit den Fluggeräten viele tolle Sachen machen, aber auch viel Blödsinn, sagt der 30-Jährige. „Wenn man anfängt, würde ich nicht gleich auf den Stachus gehen und dort fliegen, sondern zum Beispiel hier an einem Acker“, sagt Ledermüller.

Noch immer schwebt die Drohne über dem Weizenfeld, sie ist nun fünfzehn Minuten in der Luft. Zeit, die fliegende Untertasse zurückzuholen. Ledermüller betätigt einen Knopf und, artig wie ein Hund, das dem Herrchen folgt, surrt sie heran. Die Drohne landet sanft – exakt an der Stelle, an der sie gestartet ist. Aufwändig wird’s später in der Nachbereitung – besonders 3-D-Bilder sind eine Geduldsarbeit.

Doch bevor er sich wieder der Vogelperspektive widmet, geht es für Ledermüller erst mal an die Loisach. Zum Baden, in Normalperspektive.

Mehr dazu lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des "Penzberger Merkur" und "Weilheimer Tagblatt".

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