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Die Straße zum Gutsgebäude führt über den Damm, der verstärkt werden soll, links der Badesee (Kirnbergersee), rechts der kleinere Inselweiher.

Ungeliebt und teuer: Eine halbe Million Euro für die Stauanlagen

  • VonWolfgang Schörner
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Im Sommer hatte der Penzberger Stadtrat auf Druck des Landratsamts eingelenkt und zumindest einer Sanierung des Hauptdamms am Badeweiher auf Gut Hub zugestimmt. Es drohten Zwangsgelder. Nun steht auch fest, was die Arbeiten kosten: rund eine halbe Million Euro.

Penzberg – Der Hauptdamm am Badesee (Kirnbergersee), über den auch die Straße zum Gut Hub führt, soll mit einer Spundwand verstärkt und abgedichtet werden. Zugleich soll auf der Seite des Damms eine Überlaufschwelle entstehen, über die bei Starkregen das Wasser am kleinen Weiher herumgeführt und in den Bodenbach geleitet wird. Drittens soll beim kleinen Weiher der Erddamm in Richtung Süden und Westen verbreitert werden. Diesen Vorschlag unterbreiteten die Planer nun dem Stadtrat, der sich im Sommer grundsätzlich zu einer Sanierung der Stauanlagen durchgerungen hatte.

Der Preis ist allerdings hoch: Insgesamt werden sich die reinen Baukosten laut Schätzung der Planer auf 452 500 Euro belaufen. Hinzu kommt noch Geld für die Optik: 53 000 Euro für eine Natursteinmauer, Bepflanzung und Sitznische. Alles in allem summieren sich die Kosten damit auf eine halbe Million Euro. Obendrauf kommen noch die Planungskosten.

Wie im Sommer war auch diesmal Murren im Stadtrat deutlich zu vernehmen. „Ich bin wieder dagegen, es besteht keine Gefahr für Leib und Leben, es wird höchstens der Wald überflutet“, zürnte Ludwig Schmuck (CSU). „Kann uns das Landratsamt dazu zwingen und irgendwann die Seen sperren?“, fragte Jack Eberl (FLP). „Dass man die Straße ertüchtigt, ist in Ordnung, aber ich bin gegen alles, was darüber hinausgeht“, sagte Adrian Leinweber (SPD). Sie sei erschrocken über die Zahlen, fügte dessen Fraktionskollegin Regina Bartusch an. Am Ende stimmte allerdings eine Mehrheit für die Entwurfsplanung. Nur Schmuck, Leinweber, Klaus Adler (Grüne) und Michael Kühberger (FLP) sagten Nein.

Das Hin und Her um die Stauanlagen auf Gut Hub hat eine lange Vorgeschichte. Das Landratsamt fordert seit Monaten, diese zu sanieren. Für alle vier Seen auf Gut Hub hätte dies nach einer Schätzung Kosten in Höhe von 1,7 bis knapp 1,9 Millionen Euro bedeutet, was man im Stadtrat rundheraus ablehnte. Das Gremium wollte das Problem zunächst aussitzen, die Behörde machte jedoch Druck. Sie sieht die Standfestigkeit gefährdet.

Im Sommer gab eine Stadtratsmehrheit dann klein bei. Damals hieß es, dass das Landratsamt eine kostenpflichtige Anordnung angedroht habe, die zwischen 50 und 7500 Euro Gebühren kosten würde. Sollte dann immer noch nichts passieren, hieß es, könnte ein Zwangsgeld bis zu 50 000 Euro hinzukommen. Eine Stadtratsmehrheit einigte sich damals darauf, als Kompromiss wenigstens einer Verstärkung des Hauptdamms am Badesee zuzustimmen. Damals wurde mit Kosten von über 150 000 Euro gerechnet. Die deutlich teurere Sanierung der Stauanlage am kleineren Inselweiher lehnte der Stadtrat dagegen ab.

Zugleich beauftragte das Gremium im Sommer ein Planungsbüro mit einem Entwurf. Dabei, hieß es jetzt, habe sich jedoch herausgestellt, dass trotzdem etwas beim Inselweiher gemacht werden muss – zwar nicht mehr im befürchteten Ausmaß, aber doch noch rund 95 000 Euro teuer. Die Spundwand am Badesee-Hauptdamm kostet laut der Berechnung etwa 293 000 Euro, die Überlaufschwelle 64 500 Euro.

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