Auf dieser Fläche an der Fischhaberstraße in Penzberg wird der Gemeinschaftsgarten nun „alsbald“ entstehen. Rund 21 interessierte Bürger machen bei dem Projekt mit.
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Auf dieser Fläche an der Fischhaberstraße in Penzberg wird der Gemeinschaftsgarten nun „alsbald“ entstehen. Rund 21 interessierte Bürger machen bei dem Projekt mit.

Penzberger Gemeinschaftsgarten

„Urban Gardening“ in Penzberg: Jetzt soll es losgehen

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Der Gemeinschaftsgarten an der Fischhaberstraße in Penzberg soll nun zügig angelegt werden. In den vergangenen Wochen hat die Stadt eine Hausordnung sowie ein Nutzungskonzept für das Areal erarbeitet. Skeptiker rechnen indes mit einem langfristigen Scheitern des Projekts.

Penzberg – Gemeinschaftsgärten gibt es mittlerweile in vielen Orten. In Städten liegt diese Art des gemeinsamen Gärtnerns unter den Stichworten „Urban Gardening“ oder „Urbaner Gartenbau“ im Trend. Die Fraktion von „Penzberg miteinander“ (PM) hatte, wie berichtet, Anfang Februar beantragt, in Penzberg dafür eine städtische Fläche bereitzustellen. Die Abteilung „Umwelt und Klimaschutz“ in der Stadtverwaltung hat sich daraufhin auf die Suche nach möglichen Standorten gemacht. In ihrer Juni-Sitzung einigten sich die Mitglieder des Finanzausschusses nach längerer Diskussion schließlich auf eine rund 1100 Quadratmeter große Grünfläche neben dem Friedhofsparkplatz an der Fischhaberstraße. In den vergangenen Wochen wurde von der Stadtverwaltung nun ein Nutzungskonzept erarbeitet und eine Hausordnung festgelegt. Beide Schriftstücke wurden in ihrer Sitzung am Dienstag von den Mitgliedern des Finanzausschusses nun diskutiert.

Nächtliche Ruhezeiten geplant

Dabei hatte vor allem Ute Frohwein-Sendl (PM) einige Anregungen: Ihrer Ansicht nach soll es beispielsweise untersagt werden, Pflanzen anzubauen, aus denen Betäubungsmittel gewonnen werden könnten. Außerdem sollten die Hobbygärtner wegen der Nähe des Gemeinschaftsgartens zum Friedhof bestimmte Ruhezeiten einhalten, forderte Frohwein-Sendl. Ihr schwebten Ruhezeiten von 13 bis 15 Uhr sowie von 22 bis 6 Uhr vor. Frohwein-Sendls Anregungen möchte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) nun noch einmal prüfen lassen und dann gegebenenfalls in Nutzungskonzept und Hausordnung einfließen lassen.

Regina Bartusch (SPD) kritisierte dagegen „so viel Reglementierung“ und stieß sich an der ihrer Ansicht nach „strikten Hausordnung“. Auch mit dem Standort seien sie und ihre Fraktion nicht zufrieden – unter anderem deshalb nicht, weil die städtische Fläche an der Fischhaberstraße nicht eingezäunt sei und deshalb von Hunde- oder Katzenkot verunreinigt werden könnte.

Vorerst keine Umzäunung

Bartusch hätte es besser gefunden, wenn der Gemeinschaftsgarten in der Kleingartenanlage „Breitfilz“ angelegt worden wäre. Eingezäunt werden soll das ausgesuchte Areal am Friedhof vorerst nicht, sagte Bürgermeister Korpan. Man wolle zunächst abwarten, wie das Projekt anläuft, wie es sich entwickelt und ob das Gelände möglicherweise verwildert.

Generell skeptisch, ob das Projekt langfristig erfolgreich sein wird, äußerte sich Christian Abt. Er glaube zwar, dass es vorerst „recht euphorisch“ anlaufen werde. Doch im Laufe der Jahre würde das Interesse der Hobbygärtner immer mehr „abebben“, befürchtete der CSU-Stadtrat.

Bürgermeister Korpan sah das gelassen: Die Stadt „bietet jetzt einmal den Start“, so der Rathauschef. Dann werde man abwarten, wie es sich im Laufe der nächsten Jahre entwickele.

Stadt möchte 3000 Euro als Starthilfe bereitsstellen

Einmal 3000 Euro möchte die Stadt für den Gemeinschaftsgarten bereitstellen – quasi als Starthilfe für die Hobbygärtner. Unter anderem sollen davon Hochbeete gekauft werden, die auch von Bauhof-Mitarbeiten aufgestellt und befüllt werden sollen. Um Geräte, Saatgut oder die Pflege eines Komposthaufens müssen sich die Nutzer selber kümmern. Eine Art Pacht für die Fläche oder die Hochbeete – die Rede war zunächst von etwa zehn solcher Beete – falle keine an, so Korpan auf Nachfrage. „Wir stellen es zur Verfügung.“ Rund 21 interessierte Bürger würden bei dem Projekt mitmachen. Die Penzberger Ortsgruppe des Bund Naturschutz unterstützt das Projekt mit 500 Euro. Auch der Obst- und Gartenbauverein wolle das Projekt mit finanziellen Mitteln und Fachwissen unterstützen, heißt es von der Stadt. Konkret in die Tat umgesetzt werden soll der Gemeinschaftsgarten laut Korpan nun „alsbald“.

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