Senior telefoniert mit Tablet
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Ein älterer Mann telefoniert per Tablet.

Pläne des Penzberger Seniorenbeirats

Penzberger „Computersenioren“-Treff: VHS bietet Hilfe an - nun sucht Seniorenbeirat IT-Experten

  • VonWolfgang Schörner
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Um in Penzberg einen regelmäßigen „Computersenioren“-Treff auf die Beine zu stellen, will der Penzberger Seniorenbeirat mit der Volkshochschule zusammenarbeiten. Beide Seiten kamen sich jüngst näher. Gebraucht werden aber auch IT-Spezialisten.

Penzberg – Mehrere Wochen hat der Penzberger Seniorenbeirat an einem Konzept für einen „Computersenioren“-Treff in Penzberg gearbeitet und sich dabei auch Anregungen in Bad Tölz und Seeshaupt geholt. Bei der Beratung in der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats war auch die Leiterin der Penzberger Volkshochschule, Katja Wippermann, als Zuhörerin anwesend. Das Ergebnis: Beide Seiten kamen sich näher und wollen nun bei der Realisierung kooperieren. „Ich sehe keine andere Alternative als die VHS“, sagte Vorsitzender Siegfried Höfler.

„Fernsehapparate sind smart, aber nicht smart zu bedienen“

Kein Zweifel ließ Seniorenbeiratsmitglied Herbert Preuß in der Sitzung daran, dass Penzberg einen derartigen „Computersenioren“-Treff benötigt. Die Digitalisierung betreffe auch die Senioren, sagte er. Immer mehr Dienstleistungen, zum Beispiel im Rathaus, seien per Internet abrufbar, Banken würden Filialen und die Bahn ihre Fahrkartenschalter schließen. „Wer einen neuen Telefonanbieter sucht, erhält eine Fritzbox zum Anschließen“, so Preuß. „Und neue Fernsehapparate sind smart, aber nicht smart zu bedienen.“ Dies alles seien Herausforderungen. „Die Schere zwischen denen, die mit der Digitalisierung gut zurechtkommen, und denen, die damit schlecht zurechtkommen, geht auseinander.“ Dies, so Preuß, betreffe vor allem die über 70-Jährigen. Abhilfe könnte ein Treff bieten, bei dem Senioren Wissenslücken im Umgang mit Computer, Tablets und Smartphones schließen.

Penzberger Seniorenbeirat holte sich Anregungen in Tölz und Seeshaupt

Anregungen hatte sich eine Projektgruppe des Seniorenbeirats in Bad Tölz und Seeshaupt geholt. Im Tölzer Mehrgenerationenhaus gebe es einen „Computersenioren“-Treff, zu dem wöchentlich um die 25 Besucher – zumindest war es so in der Vor-Corona-Zeit – kämen, berichtete Preuß. „Alles ohne Voranmeldung.“ Bernd Eckstein erzählte vom Computerclub im Seeshaupter Seniorenzentrum am Tiefentalweg. Der 1992 gegründete Club hat rund 100 Mitglieder im Alter zwischen 13 und 89 Jahren und bietet Referate, Kurse und individuelle Hilfen bei konkreten Problemen.

Penzberger Computersenioren-Treff soll kostenlos sein

Herbert Preuß erklärte, dass ein Penzberger Computer-Treff für die Besucher kostenlos sein sollte, wobei er eine geringe Aufwandsentschädigung nicht ausschloss. Bei dem Treff solle individuell geholfen werden. „Wichtig ist mir auch, dass es ohne Voranmeldung läuft, damit die Hemmschwelle gering bleibt“, sagte er. Anfangs schwebt ihm ein monatliches Angebot vor, später auch häufiger stattfindende Treffen. Eine Frage ist ihm zufolge, ob auch ein „Heimservice“ wie in Tölz angeboten werden soll, der dann allerdings etwas kosten würde.

Computersenioren-Treff: Seniorenbeirat will mit VHS kooperieren

Preuß empfahl den Seniorenbeiräten, mit der Volkshochschule zusammenzuarbeiten. Deren Leiterin Katja Wippermann hatte sich bereits im August nach Erscheinen eines Berichts in dieser Zeitung bei ihm gemeldet. „Uns geht es um das Gleiche“, sagte sie nun in der Sitzung. Die VHS habe im April, als sie wegen der Corona-Pandemie auf digitale Kurse umstellte, die Erfahrung gemacht, dass dies vielen Menschen Probleme bereitet. Deshalb habe man sich gefragt, wie man darauf reagieren könne. „Ich denke, dass wir gute Partner wären für den Beginn“, sagte sie. Später könnte daraus trotzdem einmal ein Verein entstehen. „Wenn das Kind dann Flügel bekommt, wäre es wunderbar“, so Wippermann. Die VHS könnte ihren Worten nach vormittags Räume zur Verfügung stellten. Beim Wirtschaftsministerium laufe zudem ein Förderantrag für eine Neuausstattung mit einer EDV-Anlage. Was fehlt, seien die Referenten.

Die Seniorenbeiräte stimmten in ihrer Sitzung geschlossen für Gespräche mit der VHS. Der „nächste große Schritt“ ist laut Preuß nun, IT-Spezialisten als ehrenamtliche Referenten zu finden. Sie könnten sich beim Seniorenbeirat melden.

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