+
Die Volkshochschule ist mittlerweile in der Rathauspassage untergebracht - doch wie lange bleibt sie noch eigenständig?

Bildung in Penzberg

Volkschochschule: Fusion wohl nötig

  • schließen

Die Penzberger Volkshochschule wird sich in Zukunft wahrscheinlich mit benachbarten Volkshochschulen wie Peißenberg oder Weilheim zusammenschließen müssen. Nur so ist weiter staatliche Förderung möglich. So schätzt Vhs-Leiter Günter Schubert die aktuelle Lage ein.

Penzberg – Hintergrund sind die „Teilnehmerdoppelstunden“, deren Zahl von derzeit rund 24 600 auf mindestens 30 000 steigen müsste. Ist dies bis zum Jahr 2021 nicht der Fall, „könnten Staatszuschüsse wegfallen“, so Vhs-Chef Günter Schubert.Auf eigene Faust wird die Penzberger Volkshochschule die Schwelle aber kaum überspringen können. In den letzten beiden Jahren ging die Doppelstunden-Zahl sogar zurück – weil es immer mehr Kurse mit kürzerer Laufzeit gebe, so Schubert. Andererseits wäre es ihm zufolge kein Problem, die Vorgabe zu erfüllen, könnte man Deutschkurse für Asylbewerber anbieten. Die Zulassung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sei aber mit „sehr vielen Auflagen verbunden“, die eine Verwaltung mit eineinhalb Leuten nicht bewältigen könne, erklärte er. „Wir brauchen da mehr Personal.“ Eine Möglichkeit wäre deshalb, so Schubert, sich zusammenzuschließen. Derzeit würden Beratungen laufen. Laut Schubert, der Mitte 2018 in Ruhestand geht, würde der Vhs-Verbund nach außen hin „als geschlossene Einheit“ auftreten. Vor Ort solle sich aber nichts ändern, erklärte er. Ob es dann noch einen eigenen Penzberger Leiter gibt, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander.

In seiner Bilanz für das vergangene Jahr berichtete Schubert von „etwas rückläufigen Teilnehmerzahlen“. Im vergangenen Jahr zählten die Gesundheitskurse 1417 Teilnehmer und die Sprachkurse 826 Teilnehmer. Das sind insgesamt über 200 weniger als im Jahr 2014.

Ebenso machte Schubert auf die Finanzausstattung der Penzberger Volkshochschule aufmerksam. Für die Schulungs- und Büroräume in der Rathauspassage würden knapp 50 000 Euro Miete im Jahr an die Stadt gezahlt. Deren Zuschuss stehe seit dem Jahr 2005 bei einem Betrag von 95 000 Euro im Jahr. Die Personalkosten seien in diesem Zeitraum jedoch um rund 25 Prozent auf knapp 123 500 Euro gestiegen, rechnete Schubert vor. Während sich die Penzberger Vhs zu 61 Prozent aus Teilnehmergebühren finanziere, liege der bayernweite Schnitt bei rund 41 Prozent. Der Vhs-Leiter kritisierte zudem, dass heuer eine Stelle nicht besetzt werden konnte und die Öffnungszeiten des Büros eingeschränkt werden mussten. Schubert empfahl, sowohl die zweite Teilzeitstelle wieder zu besetzen als auch den städtischen Zuschuss zu erhöhen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Stadtrat: Live vom Sofa aus?
Am Dienstagabend auf dem Sofa oder im Biergarten sitzen und auf Laptop oder Smartphone live eine Stadtratssitzung in Penzberg anschauen? Das sollte nach dem Willen der …
Stadtrat: Live vom Sofa aus?
Richterin Sieh unterstützt „Äthiopienhilfe“
Ein Ehrenamt für die Weilheimer Richterin: Amtsgerichtsdirektorin Regina Sieh wurde zur neuen Compliance-Beauftragten der Stiftung „Menschen für Menschen – Karlheinz …
Richterin Sieh unterstützt „Äthiopienhilfe“
Stadtspaziergang mit Blindenstock
Barrierefreiheit in Weilheim bedeutet mehr als Rampen und breite Parkplätze für Rollstuhlfahrer. Sehbehinderte brauchen ganz andere Hilfen. Das wird bei einem …
Stadtspaziergang mit Blindenstock
Verkehrs-Kontrolleure treiben jetzt auch Schulden ein
Der in Bad Tölz sitzende Zweckverband für Verkehrskontrollen hat eine zusätzliche Aufgabe übernommen: Er treibt für Kommunen ausstehende Schulden ein. Start ist im …
Verkehrs-Kontrolleure treiben jetzt auch Schulden ein

Kommentare