Darf er wieder aufbauen? Der Penzberger Volksfestwirt Christian Fahrenschon (r.) hofft auf den Spätsommer. Die Stadt will einen Vertrag für heuer abschließen.
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Darf er wieder aufbauen? Der Penzberger Volksfestwirt Christian Fahrenschon (r.) hofft auf den Spätsommer. Die Stadt will einen Vertrag für heuer abschließen.

Stadt Penzberg will neuen Vertrag abschließen

Penzberger Volksfest 2021: Fahrenschon macht weiter - Branche steht aber mit Rücken zur Wand

  • vonWolfgang Schörner
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In Penzberg soll es Ende August, Anfang September wieder ein Volksfest geben. Der Stadtrat ist sich laut Rathaus einig, mit Festwirt Christian Fahrenschon einen Vertrag abzuschließen. Behoben sind offenbar die atmosphärischen Störungen. Ob das Fest tatsächlich stattfinden kann, darüber wagen aber weder Festwirt noch Rathaus eine Prognose.

Penzberg – Der Penzberger Stadtrat hat vor kurzem hinter verschlossenen Türen über einen Vertrag mit Festwirt Christian Fahrenschon für das Volksfest 2021 gesprochen. Auf Nachfrage ließ Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) mitteilen, dass sich der Stadtrat einig sei, einen Vertrag abzuschließen. Das Volksfest solle zur üblichen Zeit stattfinden: Heuer ist das von Freitag, 27. August, bis Sonntag, 5. September.

Volksfest 2021 - wenn es die Corona-Lage zulässt

Wie groß die Chancen sind, dass es angesichts der Corona-Pandemie tatsächlich stattfinden kann, lässt sich allerdings kaum beantworten. „Das ist wie Lesen in der Glaskugel“, heißt es aus dem Penzberger Rathaus. Stattfinden könne es definitiv nur, wenn die Corona-Lage es zulässt, so die Aussage. Genehmigungsbehörde sei letztlich das Landratsamt. Eine Vereinbarung mit dem Festwirt, gegebenenfalls eine kleinere Variante zu veranstalten, gibt es laut Rathaus im Vertrag nicht. Der Stadtrat habe sich darüber zwar Gedanken gemacht. Man wolle das aber auf sich zukommen lassen, der Stadtrat müsste sich dann noch einmal damit befassen, teilte die Stadt mit.

Atmosphärische Störungen können als „behoben betrachtet werden“

Die atmosphärischen Störungen, die es zuletzt zwischen Stadt und Festwirt gab, können jedenfalls als „behoben betrachtet werden“, erklärte Sprecher Thomas Sendl auf Nachfrage. Es habe ein Gespräch im Rathaus zwischen Bürgermeister Korpan und dem Ehepaar Fahrenschon gegeben. Es sei sehr konstruktiv und offen verlaufen, teilte er mit. Wie berichtet, hatte es 2019 erst Streit wegen Öffnungszeiten und Polizeikontrollen gegeben, was damals fast zu einer Auseinandersetzung vor Gericht geführt hätte. Dann sagte 2020 der Stadtrat das Volksfest wegen der Corona-Pandemie ab und verlangte für die vorgeschlagene Mini-Variante „Herbst in der Stadt“ Standgebühren von den Schaustellern, weswegen die Sache am Ende platzte.

Die Störungen behoben? „Das sehe ich auch so“, sagt Festwirt Fahrenschon. Dass sich die Zusammenarbeit bessert, hat sich ihm zufolge bereits vergangenes Jahr abgezeichnet, als es darum ging, Plätze für den „Herbst in der Stadt“ zu finden. Als dann Platzgelder verlangt wurden, erzählt er, hätten seine Schausteller gesagt, sie wollten das Risiko nicht eingehen. Er selbst hätte kein Problem damit gehabt, zeigte sich aber solidarisch.

Festwirt Fahrenschon: Branche steht mit „dem Rücken zur Wand“

Auf 2020 blickt der Unternehmer als ein Schreckensjahr zurück. Man vergesse, sagt Fahrenschon, dass das Reisegewerbe und die Veranstaltungsbranche seit März 2020 „im kompletten Lockdown“ seien. „Wir stehen alle mit dem Rücken zur Wand.“ Zwei seiner Kollegen in Bayern hätten schon aufgegeben. Noch schlimmer sei es den Schaustellerbetrieben ergangen. Für die kleinen Fest-Alternativen, die in manchen Orten stattfanden, war nicht die übliche Zahl zugelassen, immer nur eine Auswahl.

Er selbst habe im Vergleich noch Glück gehabt, weil seine vier Veranstaltungen mit Biergarten sehr gut besucht gewesen seien. Insgesamt 50.000 Besucher zählte er. Ein „riesiger Aufwand“ bedeuteten allerdings die Auflagen der Gesundheitsämter. 50.000 Namen und Adressen habe man erfasst und jeweils vier Wochen aufgehoben, „ein Wust an Daten“. Er habe aber keine einzige Abfrage wegen einer Corona-Infektion erhalten. „Von der Gastronomie geht wohl doch kein Risiko aus“, merkt Fahrenschon an. Das Verhalten der Gäste jedenfalls, sagt er, sei vorbildlich gewesen.

Der Festwirt und das Jahr 2021: Planungen ins Ungewisse

Und wie blickt er auf das Jahr 2021? Einerseits bezeichnet er sich als „alten Optimisten“. Andererseits rechnet er nicht damit, dass es sich bis Mitte des Jahres deutlich bessert. Fahrenschon hat die Planung für den Saisonstart, das Frühlingsfest in Rosenheim, gar nicht erst begonnen. Ansonsten plane er ins Ungewisse. Bis Mitte des Jahres sieht er Alternativen vor. Für Penzberg müsste er sich eigentlich auch Gedanken darüber machen, sagt Fahrenschon. Er plane aber für ein richtiges Volksfest. Der Optimist in ihm sagt: „Ich freue mich auf eine normale Zeit mit allen Penzbergern, dass wir zusammensitzen und feiern können.“ Und: „Schau mer mal, dass ma des bis zur Volksfestzeit hinbringen.“

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