Arbeiter beim Aufbau: Wenn am morgigen Freitag das Penzberger Volksfest startet, wird es nur noch aus einem überdachten Biergarten bestehen. Fahrgeschäfte soll es keine mehr geben.
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Arbeiter beim Aufbau: Wenn am morgigen Freitag das Penzberger Volksfest startet, wird es nur noch aus einem überdachten Biergarten bestehen. Fahrgeschäfte soll es keine mehr geben.

„Behördenwillkür und Schikane“

Kurz vor Volksfest-Beginn: Fahrgeschäfte wieder abgebaut - Festwirt beugt sich strengen Corona-Regeln

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Auf dem Penzberger Volksfest, das am morgigen Freitag startet, soll es nun doch keine Fahrgeschäfte geben. Das teilte der Festwirt am Mittwoch mit. Die Auflagen vom Landratsamt seien zu hoch gewesen.

Penzberg – Reger Betrieb herrschte am Mittwochvormittag auf der Penzberger Berghalde: Während die Überdachung des Biergartens bereits stand, unter der ein Radlader stapelweise Bierbänke herumrangierte, schleppten Männer in Arbeitskleidung Eisenstangen und Gerüstteile zwischen den großen LKW herum.

Doch der Eindruck, diese Arbeiter seien dabei, die Fahrgeschäfte für den Freizeitpark aufzubauen, trog. „Die Schausteller bauen wieder ab“, erklärte Festwirt Christian Fahrenschon auf Nachfrage.

Volksfest-Auflagen fordern permanent drei Sicherheitskräfte - Aus für Autoscooter und Karusselle

Grund dafür sei die Auflage des Landratsamtes, wonach im Vergnügungspark permanent fünf Sicherheitskräfte hätten anwesend sein müssen. Diese würden für die zehntägige Veranstaltung insgesamt rund 20 000 Euro kosten, hat Fahrenschon berechnet – eine enorme Summe, „die man nicht auf drei Schaustellerbetriebe umlegen kann“, so der Festwirt. Also werde es keinen Autoscooter und keine Karusselle geben.

Keine Fahrgeschäfte auf dem Penzberger Volksfest - „Das ist fast schon diskriminierend“

Zwar habe er beim Landratsamt schon am 25. August einen Antrag gestellt, in dem er um eine Änderung des Bescheids bezüglich des Sicherheitspersonals gebeten habe. Doch eine von ihm gestellte Frist bis Dienstag, 15 Uhr, habe die Behörde verstreichen lassen. Für ihn stehe damit fest, dass es keine Fahrgeschäfte geben wird. Dass gemäß der neuen Vorgaben der Staatsregierung Volksfeste verboten bleiben, während Diskotheken bald wieder öffnen dürfen, stößt bei Fahrenschon auf Unverständnis.

„Das ist fast schon diskriminierend.“ Im Falle von Penzberg spielten die neuen Vorgaben aber keine Rolle, da es sich bei dem Fest auf der Berghalde nur noch um einen überdachten Biergarten handele. Dafür brauche er auch keine Ausnahmegenehmigung des Landratsamts mehr, sondern nur noch das Okay der Stadt – und dort sei man „sehr zuvorkommend“.

Nur Biergarten auf dem Penzberger Volksfest - Teststation auf der Berghalde

Bei der Stadt herrschte am Mittwoch angesichts der neuen Regeln indes noch „eine gewisse Rechtsunsicherheit“, so der neue Ordnungsamtsleiter Joachim Bodendieck, Denn weder sei die neue Verordnung schon in Kraft, noch kenne man ihren genauen Wortlaut. Sei der bekannt, werde die Stadt ihren Bescheid zum Biergartenbetrieb an die neuen Regeln anpassen. Bis dahin könne er zu möglichen Auflagen – etwa bei den zulässigen Besucherzahlen im Biergarten – nichts Sicheres sagen, so Bodendieck. Auch über die Anzahl des Sicherheitspersonals „müssen wir noch hausintern abstimmen“.

Es sei aber durchaus vorstellbar, dass es keine Testpflicht mehr für die Veranstaltung geben werde, da sie ja im Freien stattfinde. Fahrenschon hatte am Mittwoch jedoch bereits angekündigt, die geplant öffentlich Teststation auf der Berghalde in jedem Fall einzurichten. Der Festwirt fühlt sich angesichts der „Behördenwillkür und Schikane“ des Landratsamtes „geknickt“. Ob er als Festwirt weiter macht, wisse er noch nicht.

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