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Kein Frühstart fürs Volksfest - Festwirt schmiedet schon Pläne

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Von: Franziska Seliger

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Besucher des Penzberger Volksfests 2021 sitzen an Tischen in einem überdachten Biergarten.
Volksfest in Pandemiezeiten: Fahrgeschäfte waren bei der Penzberger Wiesn im vergangenen Jahr nicht erlaubt. Lediglich ein paar Buden und einen überdachten Biergarten gab es. Diese alternative Wiesn war trotzdem gut besucht, wie das Foto vom September 2021 beweist. © Foto privat/A

Wenn es heuer ein Volksfest gibt in Penzberg, dann vermutlich zur gewohnten Zeit. Anders als in München, wo zuletzt über eine Verlegung des Oktoberfests in den Sommer nachgedacht wurde, scheint das in der Bergarbeiterstadt keine Option zu sein. Aber wie stehen die Chancen überhaupt für die Penzberger Wiesn 2022?

Penzberg – Nachdem es wegen der Pandemie 2020 und 2021 kein Oktoberfest in München gab, läuft nun bereits seit einiger Zeit die Debatte darüber, ob man die Wiesn wegen Corona nicht lieber auf den Sommer vorverlegen sollte. Unter anderem hatte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) Anfang Januar geäußert, dass im Sommer die Corona-Lage deutlich entspannter sei.

Welche Vorgaben gelten werden, ist noch völlig offen

Bei der Stadt Penzberg indes hat man laut Rathaussprecher Thomas Sendl zwar noch nicht mit der Planung fürs Volksfest 2022 begonnen. „Das stand bei uns noch nicht auf der Tagesordnung“, so Sendl auf Nachfrage. Überlegungen, die Veranstaltung, die traditionell am letzten Freitag im August beginnt, auf Juni oder Juli vorzuverlegen, gebe es aber keine. Der Rathaussprecher zeigte sich auch skeptisch, dass eine derartige Verlegung für Penzberg Sinn machen würde. Er gehe davon aus, dass es beim traditionellen Termin Ende August bleibe. Gespräche zwischen der Stadt und Festwirt Christian Fahrenschon zur Penzberger Wiesn 2022 habe es noch keine gegeben. Der Festwirt habe aber bereits signalisiert, dass er sein Festzelt heuer wieder aufschlagen würde in Penzberg. Unter welchen Vorgaben – also 3G, 2G oder 2G plus – dann gefeiert werden könnte, weiß Sendl zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen.

Mögliche Zugangsregeln würden von der Entwicklung der Pandemie und den dann geltenden Regeln abhängen. Vielleicht seien aber auch gar keine G-Regeln mehr nötig. „Wir hoffen ja alle, dass sich die Situation entspannt“, so Sendl.

Festwirt Christian Fahrenschon bestätigt auf Nachfrage der Heimatzeitung seine Absicht, auch heuer wieder mit der Stadt zusammenarbeiten und ein Volksfest in Penzberg veranstalten zu wollen. Erste Planungen zu Volksfesten in der Region – darunter auch das in Penzberg – liefen in seinem Unternehmen bereits. So hätten etwa die Ausschreibungen für die Betreiber der Fahrgeschäfte und Buden schon stattgefunden – auch, wenn das nicht einfach sei, denn: „Zum jetzigen Zeitpunkt weiß man freilich noch nicht, woran man ist.“

Festwirt plant eine „normale“ Penzberger Wiesn

Dass die Branche derzeit nicht einschätzen könne, wie sich die Pandemie weiter entwickelt und welche Vorgaben und Verbote daraus für die Schausteller-Zunft erwachsen, sei „schlimm“, so Fahrenschon. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibe ihm aber gar nichts anderes übrig, als alle seine Veranstaltungen – also auch das Volksfest in Penzberg – „normal zu planen“.

Erschwert würden diese Planungen dadurch, dass viele Service- und Küchenkräfte zwar grundsätzlich bereit seien, bei den Veranstaltungen wieder mit anzupacken. Die Saisonkräfte, von denen sich viele wegen der Pandemie eine neue Arbeit hatten suchen müssen, seien aber oft nicht bereit, ihre Mitarbeit schon jetzt vertraglich zuzusichern. Weil sie Angst hätten, dass die Veranstaltungen doch abgesagt werden müssen, sie dann also kein Geld verdienen, „unterschreiben sie die üblichen Arbeitsverträge nicht“, so Fahrenschon.

Er betont, dass die Pandemie mit ihren Einschränkungen den Schaustellern arg zugesetzt habe. Das habe sich auch bei seinen Ausschreibungen für die bevorstehenden Volksfeste in der Region gezeigt. Denn dafür seien bei ihm „etwa 60 Prozent weniger Bewerbungen als üblich“ eingegangen. Vor allem im Bereich der Fahrgeschäfte hätten Betriebe aufgehört oder seien in andere Bundesländer abgewandert, wo die Auflagen anders seien als in Bayern, etwa nach Baden-Württemberg.

Doch trotz der derzeitigen Unsicherheit hofft Fahrenschon angesichts der Entwicklung der Omikron-Variante darauf, dass es beim Penzberger Volksfest heuer „wieder eine gewisse Art von Normalität geben wird“. Und wenn doch wieder nur ein Biergarten mit ein paar Buden erlaubt sein sollte? So wie 2021? Auch dann möchte Fahrenschon sein Festzelt aufbauen in der Stadt, denn 2021 habe sich diese alternative Penzberger Wiesn „ganz gut bewährt“.

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