Ein Prosit auf die Gemütlichkeit: An den Abenden herrschen reger Betrieb und gute Laune im überdachten Biergarten auf der Penzberger Berghalde.
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Ein Prosit auf die Gemütlichkeit: An den Abenden herrschen reger Betrieb und gute Laune im überdachten Biergarten auf der Penzberger Berghalde.

Positive Zwischenbilanz

Volksfest: Rund 800 Besucher pro Tag

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Seit acht Tagen läuft das Penzberger Volksfest auf der Berghalde. Und dafür, dass es heuer wegen der Corona-Pandemie nur aus einem überdachten Biergarten sowie einem Kinderkarussell und ein paar Essensständen besteht, zieht Festwirt Christian Fahrenschon eine recht positive Zwischenbilanz.

Penzberg – Der Festauftakt am vergangenen Freitag hatte es schon vermuten lassen: Obwohl das Penzberger Volksfest heuer weit mehr Biergarten als Festwiese ist, zog es schon an diesem ersten Abend einige Besucher an, die sich in Dirndl und Lederhose in die Warteschlange vor dem Zelteingang einreihten. Viele von ihnen hatten extra Plätze reserviert, wie Festwirtin Claudia Fahrenschon im Vorfeld der Veranstaltung sagte.

Dass aber gleich so viele Besucher zum Auftakt kommen würden, damit hatte Festwirt Christian Fahrenschon nicht gerechnet. „Gleich am ersten Abend sind wir mit dem Nachgrillen der Hendl nicht mehr nachgekommen, da wir nicht mit so einer großen Nachfrage gerechnet haben“, berichtet er. Verstehen kann er den Besucherandrang aber schon, denn: „Die Penzberger lieben ihr Volksfest. Und wir geben unser Bestes, den Menschen wieder etwas Normalität zu ermöglichen und unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen das Schönste aus der momentanen Situation zu machen.“ Ausdrücklich bedankt sich der Festwirt bei der Stadt für die gute Zusammenarbeit. Ohne ihre Mithilfe wäre die Veranstaltung heuer fast nicht zustande gekommen, betont Fahrenschon und kritisiert erneut das Verhalten des Landratsamtes, das das Fest nur unter stengen Auflagen zulassen wollte. Deshalb hatte Fahrenschon wenige Tage vor Beginn den eigentlich geplanten kleinen Freizeitpark wieder abbauen lassen (wir berichteten).

Festwirt setzt aufs zweite Volksfest-Wochenende

Durchschnittlich seien bis jetzt täglich rund 800 Besucher auf den Festplatz auf der Berghalde gekommen. Zum Vergleich: 2019 waren es insgesamt rund 20 000 Besucher; 2018 etwa 25 000.

In diesem Jahr, sagt Fahrenschon, sei an den Abenden mit Abstand am meisten los. „In den Abendstunden sind wir sehr zufrieden. Am Nachmittag ist es aber etwas zäh“, umreißt der Festwirt den Betrieb im überdachten Biergarten. Dass dieser an den Nachmittagen bisher weniger besucht sei, habe aber auch sein Gutes, findet er. Denn dann könnten der geforderte Hygieneabstand zwischen den Besuchern gut eingehalten werden. Er setzt nun große Erwartungen in das zweite Volksfest-Wochenende,denn: „Das sind erfahrungsgemäß die stärksten Tage.“ Doch während unter dem Zeltdach viele Tische am Nachmittag leer blieben, würden einige Familien das schöne Wetter nutzen, um ihre Kinder eine Runde auf dem Kinderkarussell drehen zu lassen.

Diesen Spaß gönnt an diesem Nachmittag auch Melanie Rutz ihrem dreijährigen Sohn. Während der lachend im Feuerwehrauto sitzt, steht die Penzbergerin am Rand und ist froh, „dass das Volksfest überhaupt stattgefunden hat. „Aber für die größeren Kinder fehlt halt was“, findet sie.

Das sieht auch Stefanie Vogel so, die schräg gegenüber des Karussells in der „Mandelküche“ arbeitet. „Es steht zu wenig“, sagt sie und meint damit Fahrgeschäfte oder Schießbuden, die für Familien mit größeren Kindern interessant wären. Fehlende Fahrgeschäfte bedeuteten für sie auch weniger Kunden, die sich an ihrem Stand ein Lebkuchenherz oder eine Tüte Mandeln kaufen. Auch, dass Kinder- und Seniorennachmittag nicht stattfinden, drücke ihren Umsatz. Jammern will Vogel aber nicht, denn: „In der momentanen Lage sind wir mit allem zufrieden.“

Appell an ungeimpfte Gäste

Das sieht Schausteller Manfred Kraus genauso. „Ich bin froh, dass ich überhaupt öffnen durfte. Ich bin über jeden Euro froh, und dass ich Kinder und Familien glücklich machen kann“, sagt der betreiber des Kinderkarussells.

Große Zwischenfälle hat es laut Festwirt Christian Fahrenschon übrigens bisher keine gegeben. Und dass die als „Plan B“ titulierte Penzberger Wiesn wegen der Pandemie noch abgebrochen werden müsste, sei nicht zu befürchten. Er appelliert aber an die ungeimpften Gäste, sich an der öffentlichen Teststation am Eingang vor dem Besuch des Festzeltes testen zu lassen. Viele würden von diesem Angebot auch Gebrauch machen, so Fahrenschon. „Die Teststation wird gut genutzt.“ Täglich ab 15 Uhr sei sie geöffnet.

Doch auch, wenn das alternative Volksfest den Umständen entsprechend ganz gut läuft: Fahrenschon weiß noch nicht, ob er als mobiler Gastronom im Schaustellergewerbe eine Zukunft hat. Nach allem, was er im Laufe der Corona-Pandemie erlebt habe, fühle er sich in dieser Branche derzeit nicht mehr wohl. Auch gesundheitlich hätten ihm die vergangenen Wochen zugesetzt. „Ich bin in meiner Moral so gebrochen“, sagt er.

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