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Das ehemalige Metropol-Kino in Penzberg.

Von Metropol bis Schlachthof: Wo soll die Musikschule hin?

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Die Musikschule in Penzberg benötigt ein eigenes Domizil. Nur wo? Im Rennen sind aktuell das frühere Metropol-Kino, das alte Pfründnerheim, das Feuerwehrhaus und der ehemalige Schlachthof an der Karlstraße.

Penzberg - Die Politik in Penzberg setzt seit vielen Jahren in gewissen Abständen die Realisierung eines eigenen Hauses für die Musikschule – sie ist in 30 Übungsräumen über die ganze Stadt verteilt – ganz nach oben auf die Prioritätenliste. Die Musikschule verschwindet aber auch regelmäßig wieder von der Top-Position. Im vergangenen Juli wurde vereinbart, einen neuen Anlauf zu starten.

Am Dienstagabend stand die Musikschule nun auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Eigentlich sollte das Gremium darüber abstimmen, ob die Musikschule gegenüber der Stadthalle in das ehemalige Metropol-Kino – dort lief vor 16 Jahren zuletzt ein Film – einzieht. Die zwei Stockwerke über dem Kinosaal, hieß es, könnten zu sieben Proberäumen, einem Musikzimmer und zum Büro umgebaut werden. Oder als Alternative: Das städtische Gebäude wird abgerissen und an dessen Stelle ein Musikschul-Neubau errichtet. Das Stadtbauamt hatte dazu einen Plan aus dem Jahr 2008 vorgelegt. Vor neun Jahren war schon einmal über einen Musikschul-Neubau auf dem Metropol-Areal diskutiert worden. Es ging damals um Kosten in Höhe von 4,15 Millionen Euro – heute wären es laut Stadtbauamt wohl 6 Millionen Euro. Die Pläne landeten 2009 aber in einer Schublade, weil eine städtische Finanzkrise einen Strich durch die Rechnung machte.

Zu einem Votum für den Metropol-Standort kam es am Dienstagabend jedoch nicht. Denn die Ausschuss-Mitglieder nannten als Alternativen auch das Pfründnerheim an der Zugspitzstraße, das zum AWO-Seniorenzentrum gehört, das Feuerwehrhaus an der Winterstraße sowie den ehemaligen Schlachthof an der Karlstraße, der vor vielen Jahren schon einmal als Kulturstätte im Gespräch war. Am Ende einigte sich der Ausschuss darauf, alle vier Standorte zu prüfen. Einziger konkreter Beschluss des Abends: Es werden für nächstes Jahr 200 000 Euro als Planungskosten reserviert.

Am aussichtsreichsten, so der Eindruck aus der Sitzung, dürfte das Metropol bleiben, trotz der anderen Vorschläge. Manfred Reitmeier (BfP) hatte das Feuerwehrhaus ins Spiel gebracht. Seine Rechnung: Wenn die Feuerwehr in die Layritzhalle zieht, wie es derzeit diskutiert wird, wäre dort viel Platz, der günstig umgebaut werden könnte. Bürgermeisterin Elke Zehetner entgegnete, dass bis dahin aber noch viel Zeit vergehen würde. Man rede da „von mindestens fünf Jahren“. Ähnlich sieht es mit dem alten Pfründnerheim aus. Es wird künftig zwar nicht mehr für das neue Seniorenzentrum benötigt. Doch bis dahin dürften ebenfalls mindestens fünf Jahre vergehen, hieß es. Dr. Johannes Bauer (Grüne) regte trotzdem an, die Machbarkeit zu untersuchen – der Bauausschuss will sich das Gebäude deshalb im Dezember anschauen.

Bauer brachte auch den ehemaligen Schlachthof an der Karlstraße ins Spiel – da würde es schneller gehen. Nächstes Jahr werde das städtische Gelände frei, sagte Bürgermeisterin Zehetner. Allerdings, so schränkte sie an, habe man überlegt, dort kleine innenstadtnahe Apartments für junge Leute und Senioren zu schaffen. Auf Nachfrage unserer Zeitung präzisierte sie, dass der Stadtrat darüber im Zuge der Seniorenzentrum-Debatte gesprochen habe. Einen Beschluss dazu gebe es aber noch nicht.

Geprüft werden nun dennoch alle genannten Varianten. Und was sagte der Musikschulleiter dazu? „Die Musikschule ist an einer schnellen Lösung interessiert“, so Meyer. „Beim Metropol könnte man morgen anfangen.“

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