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An acht Abenden fuhr der Nachtbus von Penzberg nach Tölz - oft ohne Fahrgäste.

Es bleibt beim vorzeitigen Nachtbus-Aus

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Es bleibt beim vorzeitigen Aus des Nachtbusses von Penzberg nach Bad Tölz. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Penzberger Jugendparlaments.

Penzberg - „Wir müssen der Realität ins Auge schauen“, sagte Lukas Dietsch diese Woche in der Sitzung des Penzberger Jugendparlaments. Soll heißen: Das Gremium ist angesichts der geringen Fahrgastzahlen einverstanden, die Testphase, die bis März laufen sollte, zu beenden. Einen formellen Beschluss der sieben anwesenden Jungparlamentarier gab es nicht. Zu entscheiden hat letztlich der Stadtrat.

Das Jugendparlament hatte den Nachtbus nach Bad Tölz selbst konzipiert. Um die Kosten für die Stadt niedrig zu halten, fuhr er nur an zwei Abenden im Monat je vier Mal. Allerdings krankte der Nachtbus daran, dass kaum Passagiere zustiegen. An den acht Abenden seit Oktober wurden 62 Fahrgäste gezählt: im Schnitt knapp acht je Abend und nicht einmal zwei pro Fahrt. Laut Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann kostete ein Abend 650 Euro. Das Busunternehmen erklärte sich ihm zufolge bereit, den Vertrag vorzeitig aufzulösen.

Der Nachtbus sei aber eine gute Idee gewesen und der Stadtrat voll dahinter gestanden, sagte Holzmann in der Sitzung des Jugendparlaments. Er glaube jedoch nicht, dass die Fahrgastzahlen bis Ende März noch groß steigen würden. Auch Fahrplan-Verbesserungen hätten nichts gebracht, bedauerte Lisa Nagel vom städtischen Familienbüro. Es sei sehr schade, sagte sie.

Jungparlamentarier Lukas Dietsch räumte ein, dass es im Jugendparlament unterschiedliche Meinungen gebe. Die Zahlen, sagte er, würden aber klar gegen den Nachtbus sprechen. „Ökonomisch macht das keinen Sinn.“ Zugleich lobte er das Entgegenkommen der Stadt in der Vergangenheit. Als „nachvollziehbar“ bezeichnete Pauline Link das Aus. Sie wiederholte zugleich die Kritik aus ihrem Leserbrief. Der Nachtbus hätte noch eine Chance verdient gehabt. Ein Makel war ihr zufolge, dass man sich die Nachtbus-Abende schwer merken konnte. Zugleich kritisierte sie, dass die erste Entscheidung des Jugendparlaments für das Aus intransparent gewesen sei, da die Sitzung in den Ferien stattfand und die Hälfte der Mitglieder nicht anwesend war. 

Ordnungsamtsleiter Holzmann regte an, es im nächsten Herbst mit einem neuen Konzept zu versuchen. Es wäre schön, sagte er, wenn ein neues Jugendparlament etwas kreieren könnte. Das aktuelle Jugendparlament hat in derselben Sitzung beschlossen, sich aufzulösen.

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