Die neue Fußgängerampel an der Bichler Straße auf Höhe der Gustavstraße ist seit wenigen Tagen in Betrieb. Der Wunsch kam aus der Bevölkerung.
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Die neue Fußgängerampel an der Bichler Straße auf Höhe der Gustavstraße ist seit wenigen Tagen in Betrieb. Der Wunsch kam aus der Bevölkerung.

Verkehrsberuhigung

Bichler Straße in Penzberg: Neue Ampel in Betrieb, vorerst aber keine Radstreifen

  • vonWolfgang Schörner
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Seit wenigen Tagen ist an der Bichler Straße eine neue Fußgängerampel in Betrieb. Sie ist das, was auf der Strecke von der geplanten Verkehrsberuhigung übrig geblieben ist, nachdem im Herbst die Engstellen beseitigt wurden. Beidseitige Schutzstreifen, wie von der Grünen-Fraktion vorgeschlagen, wird es – zumindest vorerst – auch nicht geben.

Penzberg – Eine „kleine Odyssee“ habe die Bichler Straße hinter sich – so hatte es Kerstin Engel (Grüne) jüngst in einer Stadtratssitzung bezeichnet. Ursprünglich hatten Anwohner auf der Strecke zwischen Bahnhofstraße und Rewe-Markt Tempo 30 gefordert. Nachdem der Stadtrat vor knapp zwei Jahren ein Tempolimit abgelehnt hatte, folgte als Alternative ein Konzept mit Engstellen und Ampel. Einen Testlauf mit provisorischen Warnbaken beendete der Stadtrat jedoch nach Beschwerden vorzeitig im vergangenen Herbst. Übrig geblieben ist nun die Fußgängerampel auf Höhe der Gustavstraße – ein Wunsch aus der Bevölkerung. Die Ampel, die vor mehreren Wochen aufgestellt wurde, ist vor wenigen Tagen in Betrieb gegangen.

Grünen-Fraktion hatte beidseitige Fahrradschutzstreifen vorgeschlagen

Offen bleibt, ob der Streckenabschnitt der Bichler Straße beidseitige Fahrradschutzstreifen erhält. Die Grünen-Fraktion hatte sie, wie berichtet, Anfang Oktober anstelle der Engstellen vorgeschlagen. Eine Entscheidung ist bislang noch nicht gefallen. Im Stadtrat werden die Radstreifen kritisch gesehen, vor allem weil dafür die Parkplätze, insbesondere im oberen Teil bei den Reihenhäusern, geopfert werden müssten. Bis zur Januar-Sitzung soll die Stadtverwaltung nun eine rechtliche Prüfung und ein Konzept zur Parkraumbewirtschaftung und Mobilität für den südöstlichen Innenstadtbereich vorlegen. Dann soll nochmals über die Radstreifen beraten werden.

Fahrradstreifen: Ordnungsamt weist auf Parkplatzproblem hin

Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann hatte diese Vorgehensweise vorgeschlagen. Ihm zufolge können die Fahrradschutzstreifen nur markiert werden, wenn keine Parkplätze mehr vorhanden sind. Bezüglich der Stellplätze im oberen Teil der Bichler Straße bei den Reihenhäusern erklärte er, dass nach seinem Kenntnisstand die Anwohner ihre Autos dort selbst für Be- und Entladen nicht mehr parken dürften, was er allerdings noch einmal rechtlich prüfen lassen will. Holzmann erklärte, dass insbesondere wegen der Notwendigkeit öffentlicher Stellplätze vor der Reihenhausanlage die Fahrradschutzstreifen zum jetzigen Zeitpunkt nicht realisiert werden sollten. Nötig ist ihm zufolge erst ein schlüssiges Konzept für die Parkraumbewirtschaftung und Mobilität im südöstlichen Innenstadtbereich. Grundsätzlich erklärte er, dass es für die Breite von Fahrradstreifen keine gesetzlichen Bestimmungen gibt. Empfohlen würden mindestens 1,25 Meter, üblich seien 1,50 Meter. Die verbleibende Fahrbahn müsse so breit sein, dass zwei Pkw ohne Gefahr aneinander vorbeifahren können. Laut Holzmann würden an der Bichler Straße bei beidseitigen 1,50-Meter-Radstreifen noch 4,50 Meter bleiben, was ausreichend wäre.

Stadtrat will erst rechtliche Prüfung und Mobilitätskonzept

Nach Ansicht der Grünen würden die Schutzstreifen mehr Sicherheit für Radfahrer schaffen. Die Straße sei für die Streifen breit genug, erklärte Kerstin Engel jüngst im Stadtrat. Sie warb dafür, die Schaffung von beidseitigen, durchgängigen Schutzstreifen zu beschließen, mit der Realisierung aber so lange zu warten, bis auf dem Schlachthofgelände an der Karlstraße die geplanten Parkplätze zur Verfügung stehen. Dies würde die Parkplatzsituation in dem Viertel entspannen, so ihre Überlegung. John-Christian Eilert (Grüne) vertrat indes die Auffassung, Autofahrer müssten sich „langfristig davon verabschieden, dass man öffentliche Straßen als Stellflächen betrachtet“.

Wenig begeistert war Christine Geiger (CSU) von den vorgeschlagenen Streifen. Ihrer Ansicht nach kann es an der Einmündung zur Gustavstraße und bei der Ampel-Engstelle zu gefährlichen Situationen kommen. Als „Alibi-Schutz“ bezeichnete Wolfgang Sacher (BfP) solche Streifen an der Bichler Straße, da ohne parkende Autos viele Autofahrer zu schnell fahren würden. „Das Parken“, warb er, „ist die natürliche Verkehrsberuhigung“.

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