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Stefan König ist nicht nur als Autor bekannt. Hier bei einer Lesung  im Oktober 2008.

Was macht eigentlich... Stefan König?  

Die Berge sind nicht alles

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Alpenkrimis will  der Penzberger Autor Stefan König  vorerst nicht  mehr schreiben. Dafür hat aber bald sein Theaterstück Premiere. 

Penzberg – An öffentlichen Auftritten mangelt es Stefan König nicht. Der 58-Jährige ist stellvertretender Ortsvorsitzender der SPD in Penzberg, führt als solcher immer wieder durch Veranstaltungen. Auch als Autor der Chronik zur 89-jährigen Geschichte der millionenschwer sanierten Penzberger Stadthalle trat er 2017 in Erscheinung.

Als Krimi-Autor aber ist es ruhig geworden um König – und das ist kein Zufall. Nach fünf durchaus erfolgreichen Alpenkrimis für die Verlage „Emons“ und „Rother“ hätten diese zwar Interesse an Nachfolge-Büchern. „Aber es ist heute eine derartige Krimiflut“, sagt der Penzberger, „da hab’ ich darauf keine große Lust mehr“. Dafür arbeitet Stefan König an einem „ganz anderen Roman“ (über den er allerdings noch nichts verraten will) – und auch das Thema „Berg“ hat ihn nicht losgelassen: Vergangenen Herbst ist bei „Knesebeck“ ein opulenter Bildband des renommierten Fotografen Uli Wiesmeier erschienen: „BERG...“. König hat 16 Essays zu den großartigen, oft berührenden Bildern geschrieben, zu Begriffen wie „Bergbauer“ und „Bergsee“, „Bergführer“ und „Bergbahn“, „Bergblick“, aber auch „Bergtod“. Der Verlag rühmt den Autor als „genauen Kenner der Gebirge und der alpinen Kultur“.

„Das Thema ,Berg’ wird bleiben“, sagt Stefan König – doch vor Veränderungen ist ihm nicht bang. Damit hat er schließlich Erfahrung, privat wie beruflich. An seinem 18. Geburtstag hatte er sich ohne Abschluss von seiner Realschule in München verabschiedet, jobbte lieber im Kaufhaus oder fuhr Sondermüll. Nach seiner Bundeswehrzeit machte er eine Ausbildung zum Kachelofenbauer, später wurde er – „im Herzen wollte ich immer schreiben...“ – Chefredakteur des Magazins „Bergwelt“.

18 Jahre lang leitete der Wahl-Penzberger nebenbei allsommerlich das auf Berg- Abenteuer spezialisierte Filmfest St. Anton in Tirol; doch damit hörte er 2012 auf, „nach so langer Zeit“ war für ihn die Luft raus. Dafür ergaben sich plötzlich ganz andere Themen: Vergangenes Jahr hat König im Auftrag des Bezirks Oberbayern die Ausstellung über Carl Orffs „Carmina Burana“ im Kloster Benediktbeuern kuratiert – und durchaus Blut geleckt für diese Art der Kulturarbeit.

Von einer neuen Seite wird man Stefan König demnächst auch in Penzberg kennenlernen. Auf Anregung von Evi Mummert hat er erstmals ein Theaterstück geschrieben – das im April vom „Oberlandler Volkstheater“ uraufgeführt wird: „Venedig im Herbst“ zeigt zwei Bewohner eines Seniorenheims in einem letzten Frühling, bei einem Ausbruchsversuch aus dem Altwerden, aus einem mäßigen Leben. Es sei „auf den ersten Blick eine Beziehungskomödie“ mit vielen amüsanten Momenten und überraschenden Wendungen, sagt König – „aber auch ein Nachdenk-Stück: über das Altwerden in unserer Gesellschaft und über die Sehnsüchte, die der Mensch auch jenseits der 70 – zum Glück – immer noch hat“.

Die eigenen Sehnsüchte des Autors, zu dessen Patchworkfamilie drei „längst erwachsene Kinder und ein Stief-Enkel“ zählen, haben immer noch viel mit „Draußensein“ zu tun. Ob mit dem Rad, zu Fuß oder mit Skiern, wandernd oder kletternd: Oft geht’s – natürlich – in die Berge. „Aber viel relaxter als früher.“

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