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Nachdenkliche Blicke gab es, als Bürgermeister Klaus Kostalek (l.) von den Wassergebühren berichtete.

Bürgerversammlung

Wasser wird in Antdorf ab 2017 teurer

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Penzberg - Der Antdorfer Rathauschef Klaus Kostalek kündigte in der Bürgerversammlung für das Jahr 2017 Gebührenerhöhungen beim Wasser an.

Die Gemeinde Antdorf hat das neue Gewerbegebiet realisiert, den Breitbandausbau auf den Weg gebracht und Projekte in der Dorferneuerung umgesetzt: Eigentlich hätte sich Antdorfs Rathauschef Klaus Kostalek bei der Bürgerversammlung zufrieden zurücklehnen können – wenn nicht die Trinkwasser-Versorgung wäre. Bei ihr hatte der Bürgermeister keine guten Nachrichten für die rund 100 Zuhörer: „Ab 2017 wird das Wasser teurer“, sagte Kostalek. Erstmals legte er mögliche Zahlen vor.

Weil die Trinkwasserversorgung zweigeteilt ist, in den Hauptort und in die Weiler, gibt es auch zwei Wasserpreise: Seit 2003 liegen sie bei 57 Cent pro Kubikmeter im Dorf und 42 Cent in den Riederschaften. Ab 2017 könnten die Preise laut Kostalek im Dorf auf zirka 1,10 Euro sowie in den Riederschaften auf 62 Cent steigen. Dies seien jedoch vorläufige Berechnungen, sagte der Rathauschef. Kostalek erwartet, dass der Gemeinderat noch im Dezember über die neuen Gebühren entscheidet.

Den Antdorfern steht allerdings noch ein zweiter, größerer finanzieller Brocken ins Haus. Aller Voraussicht nach braucht es einen neuen Hochbehälter, kündigte Kostalek an. Auf diesen wird das Landratsamt im Zuge des gerade laufenden Wasserrechtsverfahrens hinweisen, befürchtet er. Denn der bisherige Wasserbehälter oberhalb der Penzberger Straße in Richtung Frauenrain ist in die Jahre gekommen und mittlerweile zu klein. Zwei mögliche Standorte werden vom Münchner Ingenieurbüro „WipflerPlan“ untersucht: einer in Richtung Berghof, der andere zwischen der Straße nach Dürnhausen und Frauenrain. Die Studie lässt sich die Gemeinde rund 5000 Euro kosten. Als grobe Schätzung für den Behälter nannte Kostalek um die 1,5 Millionen Euro. Ärgerlich: Für das Bauvorhaben gebe es keine Zuschüsse. Für die Finanzierung werden die Bürger über Beiträge herangezogen. Allerdings müssen die Antdorfer nicht alles auf einmal bezahlen. Kostalek denkt an „drei bis vier Bescheide“. Konkret in die Planung einsteigen will er, wenn der endgültige Wasserrechtsbescheid für die Entnahme in den zwei Tiefbrunnen an der Straße nach Iffeldorf vorliegt. Dies wird wohl Anfang 2017 der Fall sein. Der Bau des Hochbehälters könnte Ende 2017 starten.

Die Erhöhung der Wassergebühren hatte sich bereits bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2016/2017 abgezeichnet. Hintergrund ist ein deutliches Minus in der Trinkwasser-Sparte. Sie muss laut Gesetz kostendeckend arbeiten. Ist dies nicht der Fall, muss die Kommune an der Gebührenschraube drehen. Antdorf hat allerdings in der vergangenen Zeit auch viel investiert. Seit 2003 waren es laut Kostalek rund 800 000 Euro allein für die Verbesserung der Wasserversorgung. Im Haushalt sind für 2016 und 2017 nur 56 000 und 60 000 Euro an Einnahmen aus Beiträgen angesetzt, auf der anderen Seite stehen jedoch wegen des hohen Unterhaltbedarfs Ausgaben von 144 950 und 150 950 Euro.

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