Am Treppenaufgang mit der Aufschrift „Janusz-Korczak-Schule“: Rosemarie Daxlberger (oben) geht in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin als Leiterin der Penzberger Förderschule ist Sabine Pfeifer (rechts).
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Am Treppenaufgang mit der Aufschrift „Janusz-Korczak-Schule“: Rosemarie Daxlberger (oben) geht in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin als Leiterin der Penzberger Förderschule ist Sabine Pfeifer (rechts).

Pfeifer kommt für Daxlberger

Wechsel an der Schule für Luftsprünge

  • vonWolfgang Schörner
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Einen Wechsel gibt es in der Penzberger Förderschule. Rosemarie Daxlberger ist nach 38 Jahren im Schuldienst und neun Jahren als Schulleiterin in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin ist Sabine Pfeifer, die zuvor 15 Jahre lang die Von-Rothmund-Schule in Bad Tölz geleitet hat. Beide Frauen vereint ein Motto, das von Luftsprüngen handelt.

Penzberg – Ein großes Abschiedsfest gab es corona-bedingt nicht für Rosemarie Daxlberger. Aber viele kleine Abschiede, auch seitenlange Briefe. Was der 62-Jährigen große Freude bereitete. „Ich werde sie alle vermissen“, sagt Daxlberger. „Meine unheimlich netten und kompetenten Kollegen.“ Und natürlich die „Zuneigung der Kinder und den Kontakt mit ihnen“. Gerade dieser persönliche Kontakt, die persönliche Förderung benachteiligter Kinder, sei ihr immer wichtig gewesen. Es sei ein „sehr erfüllender Beruf“.

Rosemarie Daxlberger, die Sprachheilpädagogik studiert hat, war früher stellvertretende Schulleiterin an der damaligen Sprachheilschule in Weilheim und danach Konrektorin an einer Starnberger Schule. 2011 kam sie als Schulleiterin an das sonderpädagogische Förderzentrum nach Penzberg, auch Janusz-Korczak-Schule genannt. Sie war damals die Nachfolgerin des plötzlich verstorbenen Schulleiters Olaf Albertz. Die Arbeit an einer Förderschule ist eine besondere Herausforderung. Es gehe darum, die Kinder an dem Stand abzuholen, an dem sie sich befinden, und sie weiterzubringen, sagt Rosemarie Daxlberger. Es sei ein ganz persönlicher Kontakt nötig, ein Einfühlungsvermögen, wo man ansetzen kann. Das sei bei jedem Kind anders. Besonders freut sich die gebürtige Rosenheimerin, wenn sie ehemalige Schüler trifft und sieht, „wie sie ihr Leben in den Griff bekommen haben“. Rosemarie Daxlberger zeigt eine Postkarte, auf der ein Bild und das offizielle Motto des Penzberger Förderzentrums zu sehen ist: „Wo Kinder Halt finden, sind Luftsprünge möglich“, lautet es. „Danach arbeiten wir“, sagt Daxlberger.

Ein Motto, das Sabine Pfeifer gern aufnimmt. „Das trifft es sehr gut, ich kann das Motto absolut leben.“ Die 49-Jährige, geboren in Rottal am Inn, ist die neue Leiterin der Penzberger Schule mit ihrenrund 90 Schülern. Seit 18 Jahren ist sie im Schuldienst. Die vergangenen 15 Jahre leitete sie die von-Rothmund-Schule in Bad Tölz, erst im Angestelltenverhältnis und kommissarisch, dann verbeamtet als Sonderschulrektorin. Die von-Rothmund-Schule ist ein Förderzentrum für geistig behinderte Kinder, getragen vom „Lebenshilfe“-Verein.

Für Sabine Pfeifer ist der Wechsel nach Penzberg auch ein Wechsel des Förderschwerpunkts. In Penzberg geht es um „Sprache, Lernen und emotional-soziale Entwicklung“. Um Schüler, die einen Mittelschulabschluss machen können und bei denen versucht wird, sie im ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. Von ihrer neuen Wirkungsstätte habe sie den besten Eindruck, sagt Sabine Pfeifer. Sie spüre viel Offenheit. „Ich bin sehr willkommen, neugierig und offen aufgenommen worden.“ Und: „Ich freue mich sehr, die Kinder im September kennenzulernen. Zu sehen, wo sie stehen und wo man sie individuell unterstützen kann“. Wichtig sei ihr, dass die Kinder Selbstbewusstsein haben. Auch sie hat dafür ein Motto: „Wer ein Handicap hat, soll mit Selbstbewusstsein sagen: Ich bin gut, wie ich bin.“

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