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Zum 1. Oktober wird der AWO-Bezirk den Betrieb an Novita übergeben.

Wechsel im Seniorenzentrum: Novita-Stiftung löst Skepsis aus

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Der künftige Betreiber des Seniorenzentrums an der Gartenstraße in Penzberg stößt im Stadtrat auf Skepsis. Dieser ist nicht gerade begeistert von der Novita-Stiftung. Ändern kann er die Entscheidung des AWO-Bezirks aber nicht.

Penzberg – Der Stadtrat traf sich am Dienstagabend eigens zu einer Sondersitzung, um hinter verschlossenen Türen über das Seniorenzentrum zu diskutieren. Wie berichtet, hatte der AWO-Bezirksverband Ende Juli bekannt gegeben, dass er das Haus zum 1. Oktober an die Novita-Stiftung übertragen wird. Diese will das Seniorenzentrum zwar betreiben, aber das städtische Grundstück samt Haus nicht kaufen. Zweitens würde die Novita-Stiftung den geplanten Seniorenzentrum-Neubau gern an der Karlstraße auf dem Areal des früheren Schlachthofs und nicht an der Gartenstraße errichten.

Über den Inhalt der Sitzung vereinbarte der Stadtrat Stillschweigen – das teilte Bürgermeisterin Elke Zehetner im Anschluss mit. Gespräche mit Stadtratsmitgliedern, die namentlich nicht genannt werden wollen, zeigen allerdings, dass dem künftigen Betreiber keine Begeisterung entgegenschlägt. Der Stadt sind jedoch die Hände gebunden, was die Betreiberfrage angeht. Sie hatte dem AWO-Bezirksverband die Nachfolger-Suche übertragen. Die Stadt machte zwar Vorgaben, was ein neuer Betreiber erfüllen muss – zum Beispiel die gesamte Palette von stationärer Pflege über Kurzzeitpflege bis betreutem Wohnen. Sie verzichtete aber auf ein Veto-Recht.

Skepsis lösen in den Stadtratsreihen offenbar verschiedene Dinge aus. Zum Beispiel das Vorgehen:Die Stadt hatte erst durch eine Pressemitteilung des AWO-Bezirks vom künftigen Betreiber erfahren. Verwunderung herrscht auch, weil die AWO keinen anderen Wohlfahrtsverband ausgewählt hat: So waren der AWO-Verband München Stadt, das BRK und die Rummelsberger Anstalten – ihnen gehört der „Steigenberger Hof“ – im Gespräch.

Sorgen gibt es offenbar ebenso, unter welchen Bedingungen der neue Betreiber die Mitarbeiter beschäftigt. Sorge deshalb, weil Mitarbeiter abwandern könnten und dann der Personalschlüssel für das Altenheim nicht mehr erfüllt wird, was sich auf die erlaubte Zahl der Bewohner auswirken würde. Allerdings hat die Novita-Stiftung zugesichert, den AWO-Tarifvertrag zu übernehmen. Das bestätigte Geschäftsführer Christoph Hofmann vergangene Woche gegenüber unserer Zeitung. In der Mitteilung des AWO-Bezirks hieß es Ende Juli zudem, Novita verpflichte sich, „alle Arbeitsverträge einschließlich aller bei der AWO gültigen Zusatzleistungen langfristig zu übernehmen“.

Besprochen wurde am Dienstag angeblich auch die Grundstücksfrage – darauf hat die Stadt Einfluss. Die Novita-Stiftung will – so hat sie es angekündigt – die Fläche weder an der Gartenstraße noch an der Karlstraße kaufen. Letztere gehört ebenfalls der Stadt. Im Stadtrat hätte man aber Probleme damit, wenn ein Investor die Fläche kauft und ein Seniorenzentrum bauen lässt, das der Betreiber dann mietet.

Bürgermeisterin Zehetner äußerte sich gestern auf Anfrage lediglich zumNovita-Wunsch, das neue Seniorenzentrum an der Karlstraße beim früheren Schlachthof bauen zu lassen. Sie bestätigte, dass es den Gedanken bereits im Rathaus gab – allerdings in anderer Form. Das Areal eigne sich für Pflegebetreuung und betreutes Wohnen, sagte sie. Doch für ein ganzes Seniorenzentrum hält sie das Areal für zu klein. Es misst ihr zufolge nicht mal die Hälfte der Gesamtfläche an der Gartenstraße. „Vielleicht könnte man alles unterbringen, aber dann würde es kleiner als jetzt.“ Eine Debatte über Garten- oder Karlstraße ist laut Zehetner jedoch ohnehin verfrüht: „Wir müssen erst einen reibungslosen Betriebsübergang schaffen.“

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