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Jede Menge bunter Schilder hielten die Schüler bei der Demonstration für eine bessere Klimapolitik auf dem Weilheimer Kirchplatz in die Höhe. Vom schlechten Wetter ließen sich die rund 750 Teilnehmer nicht abhalten.

Demo statt Schule

In Weilheim und Penzberg: Über 1000 demonstrieren für Klimaschutz

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Statt die Schulbank zu drücken, gingen Schüler in Weilheim und Penzberg auf Freitagvormittag auf die Straße, um für eine bessere Klimapolitik zu protestieren. 

Weilheim/Penzberg – Lange Zeit hielten die bemalten Pappschilder dem Regen am Freitagvormittag nicht stand. Gemalte Weltkugeln waren darauf zu sehen – und Sprüche wie „Der Klimawandel wartet nicht, bis wir Abi haben.“ Doch auch wenn die Pappe mit der Zeit weich wurde und die Schilder einknickten: Die Schüler, die zum Demonstrieren auf den Weilheimer Kirchplatz gekommen waren, trotzten in durchnässten Turnschuhen und Stiefeln dem schlechten Wetter.

„Wir gehen von ungefähr 750 Teilnehmern aus“, sagte die Schülerin Melina Hermann, die die Demo für den Klimaschutz gemeinsam mit Freunden organisiert hat (wir berichteten). Mit Regenjacke und gelber Warnweste bekleidet, schickte sie Mitschüler auf die kleine am Kirchplatz aufgebaute Bühne und beantwortete Fragen. „Es ist toll, dass so viele Menschen gekommen sind. Nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene“, sagt sie.

Grünen-Abgeordneter Andreas Krahl auf der Bühne

Grünen-Abgeordneter Andreas Krahl unterstützte die Demonstration für eine bessere Klimapolitik ebenfalls. „Ihr lasst uns in der Politik verdammt alt aussehen“, sagte er auf der Bühne vor den jubelnden Zuhörern, „lasst euch eure Zukunft nicht wegnehmen!“ Nach den Ansprachen auf dem Kirchplatz setzte sich der lange Zug aus Demonstranten in Bewegung, um mit Pfiffen und Rufen durch die Altstadt zu ziehen.

„Wir können nicht erwarten, dass die Politik handelt, wenn wir nichts tun“, so Teresa Takacs, die die Montessori-Schule in Peißenberg besucht. Auch sie organisierte die erste Schülerdemo in Weilheim mit, die im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung bewusst während der Schulzeit stattfindet. „Es geht aber nicht nur darum, heute zu demonstrieren. Wir sollten alle nicht mehr so oft in den Urlaub fliegen und uns nicht jedes Jahr ein neues Smartphone anschaffen“, so Takacs.

Das war los bei der Demo in Weilheim:

Laute und schrille Demo in Penzberg: Über 360 Demonstranten

Laut, schrill und sehr vehement verliehen auch die Teilnehmer der ersten Schülerdemo in Penzberg ihren Forderungen Nachdruck. Von der Stadthalle aus zogen die Demonstranten über die Bahnhofstraße zum Stadtplatz. In Sprechchören riefen sie dabei ihre Forderungen nach mehr Klimaschutz hinaus und schwenkten Schilder. „Wir schwänzen nicht – Wir kämpfen für besseren Klimaschutz“ stand etwa darauf. Oder: „Warum lernen ohne Zukunft“ und „Kohle – Stopp“. Mit 150 Demonstranten hatten die Organisatoren dieser Schülerdemo gerechnet. Gekommen waren – trotz strömenden Regens am Freitagvormittag – über 360, wie es aus Organisatorenkreisen hieß. Darunter längst nicht nur Schüler, sondern unter anderem auch Bürger aus der Stadt sowie Eltern der Schüler. So wie Helmut Lettner, der seine Tochter vom Unterricht an der Janusz-Korczak-Schule extra hatte beurlauben lassen, damit das Mädchen bei der Demonstration mitmarschieren konnte. „Es wäre toll, wenn sich die Politiker vom Engagement der Schüler eine Scheibe abschneiden würden“, fand er.

Die Bilder aus Weilheim und Penzberg:

Demonstrieren für den Klimaschutz: Die Bilder aus Weilheim und Penzberg

Mit eindringlichen Worten und immer wieder unterbrochen von Sprechchören („Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“) appellierte Selina Rudolph, eine der Organisatorinnen, bei der Abschluss-Kundgebung vor dem Rathaus an die Politiker und jeden Einzelnen, mehr für den Klimaschutz zu tun, denn: „Es ist das einzige Zuhause, das wir haben.“ Dieses gelte es, „zu bewahren“, denn eine zweite Chance werde die Menschheit nicht bekommen. Sie und weitere Redner wie der ehemalige Schüler Lukas Boger oder der Gymnasiast Niklaus Höfter kritisierten unter lautem Jubel das massive Versagen der Politik beim Umsetzen vereinbarter Klimaziele und forderten unter anderem den schnellen Kohleausstieg. „Wir haben nur noch 10 Jahre Zeit, bis der Klimawandel unumkehrbar wird“ zitierte Bogner aus Studien zum Thema. „Wir haben keine Zeit mehr“, warnte er und appellierte an jeden Einzelnen auch im Kleinen etwas für den Klima- und Umweltschutz zu tun.

Unterstützung von Bürgermeisterin Elke Zehetner

Unterstützung bekamen die jungen Demonstranten von Bürgermeisterin Elke Zehetner. „Danke, dass ihr marschiert für Eure Zukunft“, sagte Zehetner und zählte einige Maßnahmen auf, die in Penzberg – in der kleinen Politik – für mehr Klimaschutz sorgen sollen. Als Beispiele nannte sie die Aktion „Stadtradeln“ sowie die für heuer geplante Pflanzung von 100 Bäumen im Stadtgebiet. Zehetner ermunterte die Jugendlichen, weiterhin für mehr Klimaschutz zu kämpfen und versprach, sich auch in Zukunft in Penzberg für diesen einzusetzen, denn: „Es ist unsere Aufgabe, euch eine Zukunft zu geben.“

Wie Schülerin Lea Rothhausen sagte, werde die Demonstration in Penzberg nicht wiederholt werden. Allerdings würden sich – wie auch bisher schon – Schüler aus Penzberg bei den Freitagsdemonstrationen in München beteiligen.

Marion Neumann und Franziska Seliger

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