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Wellenbad in Penzberg.

Nun doch Welle, Rutsche und Sauna?

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Eine Wende hat der Verwaltungsrat der Stadtwerke Penzberg vollzogen. Jetzt soll es womöglich doch Welle, Sauna, Rutsche und Außenbecken geben. zieht bei den Neubau-Plänen für ein Hallenbad die Notbremse – aber anders, als von den Bürgerbegehren-Initiatoren und Abriss-Gegnern erwartet. Die Verwaltungsräte bleiben bei einem Neubau. Sie erwägen nun aber, den Wünschen aus der Bevölkerung nach Sauna, Rutsche und Welle nachzukomme

Penzberg - Der Stadtwerke-Verwaltungsrat zieht bei den Neubau-Plänen für ein Hallenbad die Notbremse – aber anders, als von den Bürgerbegehren-Initiatoren und Abriss-Gegnern erwartet. Die Verwaltungsräte, die in einer Sondersitzung am Donnerstagabend anwesend waren, bleiben bei einem Neubau. Sie erwägen nun aber, den Wünschen aus der Bevölkerung nach Sauna, Rutsche und Welle nachzukommen.

Es war ein langer Donnerstagabend: Erst führten die Stadtwerke durch die engen Katakomben des Wellenbads. Danach ging es ins Stadtwerke-Haus zu einer öffentlichen Sitzung. Dort sprachen sich alle anwesenden Verwaltungsräte dafür aus, dass es beim Neubau bleiben soll und es weder eine kleine noch eine große Sanierung des Wellenbads gibt. Bestärkt fühlten sie sich von Josef Letzguß von der Firma LP aus Haar im Landkreis München, der das Bad über viele Jahre betreut hat.

Zugleich vollzogen die Verwaltungsräte aber eine Wende. Womöglich gibt es nun doch ein Bad mit Sauna, Rutsche, Welle und Warmwasser-Außenbecken – als Reaktion auf Wünsche in der Bevölkerung. Das Komplett-Paket würde aber nach einer Schätzung den Preis auf über 20 Millionen Euro treiben. Auch das von der Stadt zu tragende Defizit würde steigen. Die aktuellen Pläne für ein Sportbad – von manchen als Minimallösung bezeichnet – für rund 12 Millionen Euro wären damit Makulatur.

Der Vorschlag kam von Markus Kleinen (SPD). „Wir stehen zum Neubau, aber wir haben die Öffentlichkeit zu spät eingebunden“, sagte er. „Wir sollten deshalb einen Schritt zurückgehen und unsere Entscheidung überdenken.“ Das heißt ihm zufolge: der Bau eines Bads mit Sauna und Rutsche, womöglich mit Warmwasser-Außenbecken und vielleicht mit Wellenbetrieb.

Zur Vorgehensweise erklärte Kleinen: Wenn sich der Verwaltungsrat darauf einigen kann, wird der Stadtrat darüber beraten müssen, ob die Stadt Penzberg auch das höhere Defizit – Betriebskosten sowie Zinsen und Tilgung für die Investition – übernimmt. Momentan wären es 1,1 Millionen Euro pro Jahr. Allein ein Wellenbetrieb, so eine Schätzung, würde das jährliche Defizit um bis zu 100 000 Euro erhöhen.

Außerdem schlug Kleinen vor, dass der Stadtrat ein Ratsbegehren initiiert, in dem die Bevölkerung darüber abstimmt, ob es ein reines Sportbad oder ein Bad mit Sauna, Rutsche und Co. haben will. Klar gemacht werden müsse dabei aber, dass die Stadt gegebenenfalls bei anderen freiwillige Leistungen streicht, so Kleinen.

Der Weg fand im Verwaltungsrat reihum Anklang. Bürgermeisterin und Verwaltungsratschefin Elke Zehetner sagte, die Leute hätten das Bürgerbegehren befürwortet, weil das vorgeschlagene Bad nicht ihre Wünsche erfüllt. Diese Interpretation griff Klaus Adler (Grüne) auf: „Sie haben unterschrieben, weil sie weniger bekommen als sie haben.“ Von den Initiatoren des Bürgerbegehrens seien sie getäuscht worden, sagte Adler. Laut Zehetner könnte der Verwaltungsrat am 5. April über die Zusatz-Module beraten. Danach, sagte sie, müsste der Stadtrat entscheiden, „wie viel Geld er locker macht“.

(weitere Berichte zum Wellenbad und über die Reaktionen in der Wochenendausgabe von Penzberger Merkur und Weilheimer Tagblatt)

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