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Das Wellenbad in Penzberg.

Wellenbad-Umfrage: 990 machten mit

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Penzberg - 990 Menschen haben sich an der Wellenbad-Umfrage beteiligt, die die „Bürger für Penzberg“ (BfP) initiiert haben. Nun liegt das Ergebnis vor.

Rund 96 Prozent der Teilnehmer erklärten, dass Penzberg ein Schwimmbad brauche. 47,1 Prozent votierten für einen Neubau, 34,4 Prozent für eine Sanierung. Sechs Prozent sagten, dass Wellenbad solle so bleiben, wie es ist und instandgehalten werden. Zu den am häufigsten genannten Wünschen bei der Frage nach der Ausstattung gehörte eine Rutsche, gefolgt von einem Warmwasser-Außenbecken. Das Ergebnis der Umfrage erläuterte die BfP am Montagabend. 

Es sei keine politische Umfrage gewesen, sagte BfP-Stadtratsmitglied Wolfgang Sacher. „Wir wollten die Meinung der Leute wissen.“ Zugleich kritisierte seine Fraktionskollegin Dorle Niebling-Rößle, dass Stadt und Stadtwerke keinen Konsens mit der Bevölkerung gesucht hätten. „Das war eine Hauruck-Aktion, die für Unmut gesorgt hat“, bestätigte Sacher. Das Thema hätte öffentlich in den Stadtwerken-Sitzungen beraten werden müssen. „Wir müssen die Leute ins Boot holen“, sagte Sacher. „Bürgerbeteiligung ist nichts Schlimmes.“

Ihre Position hatte die BfP-Fraktion vor einer Woche in einem Antrag an den Stadtrat formuliert (wir berichteten). Sie schlägt vor, erst einen Hallenbad-Neubau in der Nachbarschaft zu errichten und danach das Wellenbad abzureißen. Sicherstellen will sie so, dass Schulen, Vereine und Bevölkerung nicht zweieinhalb Jahre ohne Wellenbad sind. Sacher erklärte gestern aber auch, er sei gespannt auf das Gespräch Anfang Februar zwischen Stadtwerken und Schwimmvereinschef und Statiker Wolfgang Kling, der den Standpunkt vertritt, dass es ausreicht, das Wellenbad wie in der Vergangenheit instandzuhalten. Das Gespräch hält Sacher für eine Chance, einen Konsens zu finden. Vom Umfrage-Ergebnis erhofft er sich zudem von Stadt und Stadtwerken, dass die Diskussion noch einmal eröffnet wird.

An der Umfrage hatten sich zu 80 Prozent Penzberger und zu 20 Prozent Auswärtige beteiligt. Davon gaben 54,34 Prozent an, sie gingen ein bis drei Mal im Monat ins Wellenbad. Befragt nach dem Preis, den sie bereit wären zu zahlen, erklärten über 72 Prozent, dass er unter sechs beziehungsweise acht Euro liegen soll. Ähnlich ist es bei einer Sauna: 70 Prozent würden nicht mehr als zehn Euro zahlen. Die bestehende Sauna nutzten 20,5 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Ankreuzen konnten die Teilnehmer auch, was sie bei einem Hallenbad-Neubau haben wollen: Favoriten waren ein Kleinkinderbereich (rund 73 Prozent) sowie ein Sportschwimmbecken und ein Lehrschwimmbecken (jeweils rund 76 Prozent). Seltener wurden ein Sprungturm (60 Prozent), eine Sauna (52 Prozent) und ein Wellenbetrieb (43 Prozent) angekreuzt. Die Teilnehmer konnten aber auch eigene Vorschläge machen. Aus der 19-seitigen Liste geht hervor, dass am meisten eine Rutsche genannt wurde. Aber auch ein Außen- beziehungsweise Warmwasserbecken findet sich oft unter den Wünschen.

Interessant findet Sacher auch die Antworten auf die Frage, ob und zu welchen Kürzungen die Leute in anderen Bereichen bereit wären, um ein Hallenbad-Defizit zu tragen. Viele hätten erklärt, so Sacher, dass die Stadt auf zu großem Fuß lebe und endlich mal seriös haushalten solle. Oder wie es ein Teilnehmer ausdrückte: „Man muss nichts kürzen, wenn man unsinnige Ausgaben vermeiden.“

Die gesamten Daten zur Umfrage wollen die BfP am Dienstag auf ihre Internetseite „www.buergerfuerpenzberg.de“ stellen.

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