+
Ausgelassen feiern wie nach einem ihrer Siege wollen die Penzberger auch dieses Jahr.

Meisterschaft mit Mannschaften aus zehn Ländern

„Die Welt zu Gast in Penzberg“: Roche feiert Fußball-Fest

  • schließen

Der Biotech-Konzern „Roche Diagnostics“ veranstaltet seine Fußballmeisterschaft in Penzberg. Etwa 350 Teilnehmer aus der ganzen Welt kommen dafür ins Nonnenwaldstadion.

Penzberg – Monza, Lissabon, Madrid, Barcelona, Amsterdam – Sportmetropolen und Weltstädte, die auf dem ganzen Globus bekannt sind. Penzberg steht mit solch großen Namen eher selten in einer Reihe. Doch schon bald wird sich das ändern. Denn: Am Samstag, 24. Juni, findet die interne Fußballmeisterschaft von Roche nicht wie in der Vergangenheit an einem der genannten Orte, sondern in Penzberg statt. Genauer: im Nonnenwaldstadion. Etwa 350 Teilnehmer aus den USA, Großbritannien, der Schweiz, Ungarn, den Niederlanden, Spanien, Belgien, Portugal und Deutschland reisen dafür in die 17.000-Einwohner Stadt.

Und sie kommen nicht alleine. „Viele werden ihre Familie oder Freunde mitnehmen“, sagt Christoph Schuehlmann, Mitarbeiter im Penzberger Roche-Werk und verantwortlich für die Organisation des Turniers. Gemeinsam mit örtlichen Zuschauern und internationalen Arbeitskollegen erhofft er sich einen Tag des interkulturellen Austausches. „Es wird für alle die Möglichkeit geben, Freundschaften über Landesgrenzen hinaus zu knüpfen oder zu vertiefen.“ Der selben Meinung ist Elke Zehetner. „Mit Nichts kann man Menschen so gut zusammenbringen wie mit Sport – und in Deutschland klappt das am Besten mit Fußball“, betont die Bürgermeisterin, die zugleich als Schirmherrin der Veranstaltung fungiert. Ziemlich unverhofft kam sie zu dieser Rolle. Im Winter, beim Schlittschuhlaufen auf dem Stadtplatz, habe Roche-Werkleiter Claus Haberda sie spontan gefragt, ob sie die Schirmherrschaft übernehmen möchte. Zehetner musste nicht lange überlegen. „Ich habe sofort Ja gesagt.“

Familienfreundliches Rahmenprogramm

Die Tatsache, dass das Roche Intersite Football Tournament (RIFT), wie sich das Turnier offiziell nennt, seit seiner Einführung im Jahr 1978 erstmalig in Penzberg stattfindet, freut Haberda ganz besonders. Er bewertet den Zuschlag, den sich das Werk durch eine aufwendige Bewerbung verdiente, als Ausdruck für die Emanzipation des Standortes Penzberg innerhalb des Konzerns. „Man traut uns zu, so ein Event zu stemmen. Und das macht uns stolz.“ Doch ganz ohne Hilfe geht dies selbstverständlich nicht. Das weiß auch Haberda. „Wir brauchen die Unterstützung von Seiten der Stadt und der Sportvereine. Nur mit Ehrenamtlern wäre es nicht möglich gewesen.“ Was Haberda damit meint: Die DJK Penzberg, der ESV Penzberg und der 1. FC Penzberg kümmern sich um Verpflegung sowie Organisation des familienfreundlichen Rahmenprogramms. Dieses beinhaltet unter anderem Kinderschminken, Riesenmikado und Torschussgeschwindigkeitsmessen. Die Stadt stellt die Fußballplätze am Nonnenwaldstadion zur Verfügung. Beim Gedanken an die Penzberger Sportanlage mit ihren zwei Kunstrasenplätzen und dem Echtrasenplatz gerät Rathauschefin Zehetner ins Schwärmen. Und kann sich einen Kommentar zum TSV 1860 München nicht verkneifen: „Wir haben hier so viel Platz – da könnten in Zukunft sogar die Sechziger bei uns spielen.“

Und auch wenn „der Spaß und das Drumherum im Vordergrund stehen“, wie Organisationsleiter Schuehlmann unterstreicht, birgt das Turnier einen gewissen sportlichen Reiz. „Wer mitspielt, möchte schließlich auch gewinnen.“ 16 Herrenmannschaften und acht Damenteams kämpfen dabei um den Siegerpokal. Die Frauen spielen auf einem Kleinfeld zweimal zehn Minuten, die Männer auf dem Großfeld einmal 20 Minuten. Bei den Duellen hoffen die Veranstalter auf möglichst viele Treffer. Denn: Pro geschossenem Tor werden zehn Euro an eine lokale Organisation gespendet, deren Name jedoch erst nach dem Finale bekannt gegeben wird. „Wir wollen damit durch soziales Engagement etwas an die Region zurückgeben“, sagt Haberda.

Die Penzberger Herrenmannschaften, die das Turnier in den Jahren 2009 und 2011 gewannen, bereiten sich derzeit – ebenso wie das Damenteam – einmal pro Woche mit einer Trainingseinheit auf die Spiele vor. Doch ist für Schuehlmann, der selbst als Spieler auf dem Platz stehen wird, das Abschneiden seiner Truppe letztlich nebensächlich. Er hofft, dass die Teilnehmer, die zum Großteil bereits bei den Roche-Meisterschaften in Madrid, Barcelona, Lissabon und Co. dabei waren, zu dem Fazit kommen: „Penzberg war ein guter Austragungsort. Wir kommen gern wieder.“

Allstar-Spiel und Teilnehmerfeld

Ein besonderes Schmankerl außerhalb der Reihe wartet um 13 Uhr auf die Zuschauer am Penzberger Nonnenwaldstadion: Dann trifft das „Team Stadt“ auf das „Team Roche“. Zehn Minuten dauert das sogenannte Allstar-Spiel, in dem laut Bürgermeisterin Elke Zehetner „die besten Spieler der Stadtverwaltung“ gegen eine Mischung aus Personalleitern, dem Werkleiter Claus Haberda und anderen Angestellten des Roche-Standortes in Penzberg antreten. Zehetner selbst hält sich dabei bewusst zurück. Mit gutem Grund, wie sie mit einem Augenzwinkern erklärt: „Mein Mann sagt immer: Elke, du kannst viel und du weißt viel. Aber Fußball gehört leider nicht dazu.“ Sie hofft auf viele Tore und somit reichlich Geld für die Spendenkasse.

Die Kader beim Allstar-Spiel.

Das Teilnehmerfeld beim RIFT:

Männer: Penzberg I, Penzberg II, Grenzach, Mannheim, Waiblingen (alle Deutschland), Amadora (Portugal), Kopenhagen (Dänemark), Brüssel (Belgien), Barcelona, Madrid (alle Spanien), Basel (Schweiz), Welwyn, Burgess Hill (alle Großbritannien), Genentech (USA), Budapest (Ungarn), Woerden (Niederlande).

Frauen: Penzberg, Grenzach, Amadora, Welwyn,Burgess Hill, Barcelona, Woerden, Genentech.

Turnierbeginn ist um 8.30 Uhr. Das Finale der Frauen findet um 17.30 Uhr auf dem Kleinfeldplatz statt. Die Männer ermitteln ihren Turniersieger um 18 Uhr auf dem großen Rasenplatz im Nonnenwaldstadion.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unwetter-Alarm für die Feuerwehren
Das Unwetter hat die Penzberger Feuerwehr in Atem gehalten. Im ganzen Stadtgebiet rückten die Helfer aus. 33 Aktive mit sieben Fahrzeugen waren fast drei Stunden im …
Unwetter-Alarm für die Feuerwehren
Karlstraße in Penzberg: Vollsperrung verlängert
Die Vollsperrung der Karlstraße in Penzberg auf Höhe des Schulzentrums wird voraussichtlich zwei Tage länger dauern als ursprünglich geplant.
Karlstraße in Penzberg: Vollsperrung verlängert
Vor 125 Jahren rührte sich was in der Stadt
Vor 125 Jahren berichtete die Weilheimer Zeitung über den Alltag in der Stadt: Einbrüche, Waldfeste und Werbung fürs Ammer-Bad beschäftigten die Menschen. Es rührte sich …
Vor 125 Jahren rührte sich was in der Stadt
Neuer Zweig für Berufsschule
Die Berufsschule in Weilheim erhält ab kommendem Schuljahr eine neue Ausbildungsrichtung: „Stanz- und Umformtechnik“. Das Angebot gilt zunächst vorübergehend.
Neuer Zweig für Berufsschule

Kommentare