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Klinik in Penzberg.

Wenn es um den Tod geht - das Ethikkomitee an der Klinik in Penzberg

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Soll ein Todkranker noch mit einer Magensonde ernährt werden? Sollen lebenserhaltende Geräte abgeschaltet werden? Es sind schwierige Fragen für Ärzte, wenn keine eindeutige Patientenverfügung vorliegt. Es sind auch Fragen, mit denen sich am Penzberger Krankenhaus seit knapp vier Jahren ein eigenes Ethikkomitee befasst. Am Mittwoch, 20, März, stellt es sich vor.

Penzberg – Neun Männer und Frauen gehören dem Ehtikkomitee an der Penzberger Klinik an. Es besteht nicht nur aus Ärzten. Zu der Runde, die sich regelmäßig sowie bei akuten Fällen trifft, gehören zum Beispiel Karin Sonnenstuhl, Krankenschwester auf der Intensivstation, und die evangelische Pfarrerin Ursula Schwager. Auch Sozialpädagoge Gregor Bette vom Klinik-Sozialdienst, Regina Lechner, Sekretärin der Medizinischen Klinik, und Technik-Leiter Stefan Wegmann sitzen in der Runde. Diese Mischung sei ganz bewusst gewählt worden, um verschiedene Perspektiven zu haben, sagt ärztlicher Direktor Florian Brändle. „Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass es das Ethikkomitee gibt“, sagt Regina Lechner. Deshalb wird es sich am Mittwoch, 20. März, in der Reihe „Penzberger Sprechstunde“ am Krankenhaus vorstellen.

Das seit dem Jahr 2015 an der Klinik bestehende Komitee will Patienten und Angehörigen die Gewissheit

geben, dass in der Klinik ethische Konflikte ernst genommen, umfassend betrachtet und beleuchtet werden – so lautet die Selbstbeschreibung. Dabei geht es um die Therapie unheilbar Kranker und Sterbender, um das Abschalten lebenserhaltender Geräte oder um Patientenwünsche, die der medizinischen Indikation widersprechen. Ein Arzt, so Florian Brändle, sei verpflichtet, den Anweisungen in einer Patientenverfügung zu folgen. Das Problem ist allerdings, dass solche Patientenverfügungen gar nicht alle medizinischen Situationen abdecken können. Was bedeutet: Sie sind manchmal nicht aussagekräftig genug.

Florian Brändle verdeutlicht die Fragestellungen anhand eines fiktiven Falls: Ein künstlich beatmeter Patient wird vom Notarzt in die Klinik gebracht. In seiner Patientenverfügung steht, dass er – wenn er keine Chance auf Heilung hat – nicht beamtet werden will. Die Klinikärzte sind der Ansicht, dass seine Erkrankung so schwer ist, dass er nicht mehr zu retten ist. Doch die Angehörigen pochen darauf, dass er eine andere Krankheit hat, dass er gute Chancen besitzt und die Patientenverfügung nicht greift. Solch eines Falles nimmt sich das Ethikkomitee an. Dies geschehe mit den Angehörigen, betont Brändle. „Wir holen sie mit ins Boot.“ Am Ende soll eine Empfehlung stehen, was mit dem Patienten getan wird.

Im Ethik-Komitee kann es laut Brändle aber auch um allgemeine Fragen gehen. Zum Beispiel, ob und wie man mit schwerkranken Patienten im Vorfeld von Akutsituationen über lebenserhaltende Maßnahmen spricht. „Viele begrüßen das, aber es gibt auch viele, die darüber tief erschrocken sind“, so der Chefarzt der Medizinischen Klinik. Ein anderes Thema des Ethikkomitees sind Angehörige, die sich Vorwürfe machen, weil sie nicht beim Sterbenden waren. „Es gibt Menschen, die allein sterben wollen“, sagt Brändle.. „Wir versuchen, dem Angehörigen dann klarzumachen, dass der Partner allein sterben wollte; wir können ihm damit den Druck nehmen.“

Das Ethik-Komitee, sagt Brändle, sei eine „wichtige Institution im Haus“. Die Mitglieder werden sich am Mittwoch einzeln vorstellen. An dem Abend, so Regina Lechner, werde es auch viel um Patientenverfügungen gehen. Florian Brändle wird zu deren medizinischer Umsetzung selbst Fragen an das Komitee formulieren. Danach können, wie immer, auch die Besucher Fragen stellen.

Vortrag

Der Abend in der Reihe „Penzberger Sprechstunde“ mit dem Titel „Rat und Hilfe bei schwierigen Entscheidungssituationen im Krankenhaus – das Ethikkomitee im Klinikum Penzberg“ inklusive Podiumsdiskussion „Wir wird meine Patientenverfügung medizinisch umgesetzt“ findet am kommenden Mittwoch, 20. März, ab 19 Uhr im Veranstaltungsraum der Klinik statt. Der Eintritt ist frei.

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