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Im Atrium des neuen Laborkomplexes schwingt das Pendel in der Höhe.

Kunst am Bau

Werk in Penzberg: Roche pendelt mit Raffael

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Kunst trifft Naturwissenschaft: Im Penzberger Roche-Werk hängt „Raffaels Pendel“ mitten im neuen Laborkomplex. Der Künstler vereint Hightech und Antike.

Penzberg – Mit der Eröffnung des „Labor Office Complex“ (LOC) im vergangenen Jahr beschritt der Schweizer Roche-Konzern in seinem Penzberger Werk neue Wege. In dem 120 Millionen-Euro-Komplex entstand Bayerns größtes Biotech-Ausbildungszentrum. Der sechsstöckige Bau, der größte im Nonnenwald, beherbergt zudem hochmoderne Labors sowie rund 260 Büro-Plätze. Außerdem zog das Gesundheitszentrum für die Mitarbeiter und der medizinische Dienst dort ein. Nun wurde ein kultureller Schlussstrich unter das Bauprojekt gezogen: Feierlich ging „Raffaels Pendel“ in Betrieb – eine ungewöhnliche Installation des international renommierten Medienkünstlers Joachim Sauter. Dieser ist unter anderem Professor für Kunst und Gestaltung mit digitalen Medien an der Universität der Künste in Berlin.

Die Konstruktion ist ein Blickfang im Atrium. Wie ein Pendel bewegt sich das 84 Kilo schwere, runde LED-Display mit 1,76 Metern Durchmesser mit maximal 0,7 Metern pro Sekunde durch das Foyer. Aufgehängt an Drahtseilen und angetrieben von zwei computergestützten Motoren über 18 Meter Höhe und 13 Meter Breite. Der Clou: Langsam bewegt sich das Pendel über das unsichtbar im Raum aufgespannte, virtuelle Meisterwerk „Die Schule von Athen“, ein 1510/11 vom italienischen Renaissance-Künstler Raffael geschaffenes Fresko – Ausschnitte des Gemäldes sind eingespeichert und im Pendeldisplay zu sehen.

Bei Roche ist man begeistert von der Installation. Die gemalte Idealarchitektur der Renaissance und die zeitgenössische klare Architektur des Neubaus „treten in einen engen Dialog“, heißt es vom Unternehmen. „Strenge, Klarheit und Symmetrie des Raums“ finden sich auch in dem Fresko Raffaels, erklärte Künstler Sauter. Alle 21 Personen, die auf dem Fresko abgebildetet sind, werden laut Sauter von dem LED-Pendel abgetastet und für den Betrachter sichtbar gemacht. Für den Künstler ist es „eine Art der Entdeckungsreise“.

Für Werkleiter Dr. Ulrich Opitz ist es „wirklich was Besonderes“. Analog zu den staatlichen Richtlinien für Kunst am Neubau schrieb Roche 2016 einen Wettbewerb aus. 20 Künstler kamen in die Vorauswahl, fünf Arbeiten landeten vor der Jury. Für Opitz ist das schwingende Pendel, dass sogar einen TÜV-Stempel benötigte, ein perfektes Symbol für die eigene Arbeit des Unternehmens: „Wir bewegen uns ständig auf dem Weg nach etwas Neuem.“ Ähnlich wie die griechischen Philosophen und Wissenschaftler und das Universalgenie Raffael zeige die Installation eines: „Wir haben es geschafft, Kunst und Wissenschaft zu verbinden“, sagte Opitz zufrieden. „Raffaels Pendel“ ist die siebte Kunstaktion im Nonnenwald. Über die Höhe der Investition schwieg der Konzern.

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