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Ab Montag stehen auch die Kunden des Kaufhaus Rid nicht mehr vor verschlossenen Türen. 

Vorbereitungen der Einzelhändler im Landkreis

Morgen geht einkaufen anders als gestern

Wie sich Geschäfte im Landkreis Weilheim-Schongau nach der Zwangsschließung auf die Wiedereröffnung vorbereiten.

Landkreis „Vorübergehend geschlossen“, heißt es momentan noch auf den Eingangstüren und Internetseiten der Einzelhandels-Geschäfte im Landkreis. Doch ab Montag wird sich das ändern, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Das Unternehmen Rid beschäftigt in seinen sechs Mode- und Kaufhäusern in Weilheim, Penzberg und Bad Tölz etwas mehr als hundert Mitarbeiter. Mit einem ausgefeilten Hygiene-Konzept bereiten sich Geschäftsführer Florian Lipp und sein Team auf die Eröffnung vor. „Wir rechnen ab Montag aber noch nicht mit einem Riesenansturm“, sagt er. Um die Gesundheitsvorschriften einzuhalten, sei pro 20 Quadratmeter Ladenfläche nur ein Kunde erlaubt. An den Eingängen werden Desinfektionsmittel bereitstehen, sowohl fürs Personal als auch für die Kundschaft soll es Schutzmasken geben. „Die haben wir bestellt und hoffen, dass sie rechtzeitig kommen.“

Aktuelle Situation ist „totales Desaster“

Eine weitere Vorsichtsmaßnahme wie in vielen anderen Geschäften sind Plexiglasscheiben zwischen Kassiererinnen und Kunden. „Alle unsere Mitarbeiter haben genaue Anweisungen, was die Hygieneregeln betrifft“, sagt Lipp. Er schildert die aktuelle Situation als „totales Desaster“, denn die Frühjahrsware liege seit Wochen in den Regalen, der Umsatz dagegen bei Null. Das Unternehmen habe das Kurzarbeitergeld für die Beschäftigten aufgestockt und derzeit keine Personalreduzierung vor, aber je nachdem, wie sich die Geschäftslage weiter entwickle, könne man Kündigungen auch nicht ausschließen.

„Wir haben wie alle anderen Läden zu, aber trotzdem sehr viel Arbeit“, sagt Susanne Barnsteiner-Bosch, Inhaberin der Weilheimer Buchhandlung „Lesbar“. Denn ihre Kunden konnten per Mail Lektüre bestellen und diese in einem Abholfach entweder selbst abholen oder sich die Bücher innerhalb des Stadtgebiets liefern lassen. Ebenso sei der Telefonservice rege in Anspruch genommen worden, weil viele Leute mangels der gewohnten Freizeitaktivitäten wieder verstärkt zu einem guten Buch gegriffen hätten.

Erst mal verkürzte Öffnungszeiten

„Jetzt müssen wir uns erst einmal mit der neuen Situation vertraut machen“, so die Buchhändlerin, „dass das Geschäft nach wochenlanger Schließung unter Sicherheitsvorkehrungen wieder geöffnet wird.“ Ein ungehinderter Zugang wie früher werde aufgrund der Abstandsregeln nicht möglich sein und das Personal bei der Beratung Schutzmasken tragen. Eine weitere Einschränkung betrifft die Öffnungszeiten: „Wir werden sie von 10 bis 14 Uhr festlegen“, sagt die Inhaberin, „um uns erst einmal an die ungewohnten Umstände heranzutasten und zu schauen, wie der Betrieb in der Praxis funktioniert.“

Auch Friseumeisterin Stefanie Bernhard freut sich schon darauf, dass sie ihren Salon in Wessobrunn wieder öffnen darf – voraussichtlich aber erst ab 4. Mai, sofern sich die Corona-Lage bis dahin nicht ändert. Sie hatte den Betrieb erst vor wenigen Wochen eröffnet und am 21. März schon wieder schließen müssen. „Damit ich die schwierige Situation finanziell bewältigen kann, habe ich staatliche Soforthilfe in Anspruch genommen“, erzählt sie. Für die Wiedereröffnung ihres Geschäfts hält sie Desinfektionsmittel und Masken bereit, der Abstand zwischen den Kunden sei durch die Anordnung der Frisierplätze im Saloon kein Problem.

Peter Stöbich

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