Hoffen und Bangen in der Stadtbücherei

Gibt es heuer wieder ein „StadtLesen" in Penzberg?

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Ganz sicher ist zwar noch nichts: Aber die Verantwortlichen des „StadtLesens“ wollen alles daran setzen, die Veranstaltung trotz Corona-Pandemie im Oktober in Penzberg abzuhalten. Sollte das „StadtLesen“ aber entfallen müssen, sollen auf dem Stadtplatz trotzdem Veranstaltungen rund um das Thema Bücher stattfinden. Neu ist heuer ein Schreibwettbewerb.

Ganz so kuschelig wie beim „StadtLesen“ 2018 wird es heuer zwar nicht zugehen auf dem Penzberger Stadtplatz. Die Verantwortlichen hoffen aber sehr darauf, dass das Lese-Festival im Oktober stattfinden kann.

Penzberg – 258 Städte hatten sich für das „StadtLesen 2020“ beworben. Penzberg gehört zu den 27 Kommunen im deutschsprachigen Raum, die dafür ausgewählt wurden. Aber: Wegen der Corona-Pandemie habe in Deutschland heuer noch keines dieser „StadtLesen“-Events stattfinden können, sagt die Leiterin der Penzberger Stadtbücherei Katrin Fügener. Penzberg wäre die erste Stadt, in der heuer ein „StadtLesen“ stattfinden würde.

Und nach Ansicht von Fügener stehe die Chancen derzeit gut, dass das auch klappt, und das Bücher-Fest von Donnerstag, 1. Oktober, bis Sonntag, 4. Oktober, stattfinden kann. „Ich bin optimistisch“, so Fügener. Zusammen mit ihrem Team habe sie bereits ein Hygiene-Konzept für die mehrtägige Veranstaltung ausgearbeitet. Es sehe unter anderem vor, den Stadtplatz nur über zwei bis drei Eingänge zugänglich zu machen, um die Zahl der Besucher besser im Auge behalten zu können. An den Eingängen sollen Desinfektionsmittel bereitstehen. Jeder Gast müsse sich in eine Anwesenheitsliste eintragen. Außerdem gelte Maskenpflicht. Die Sitzmöbel auf dem Platz sollen in deutlich größerem Abstand zueinander als in den Vorjahren aufgestellt werden. Bücher, die aus den aufgestellten Bücherschränken entnommen wurden, sollen nach dem Lesen für einen halben Tag „in Quarantäne“ gehen, um eine mögliche Viren-Übertragung zu vermeiden.

Die Stadt habe dieses Hygiene-Konzept bereits als gut abgesegnet, sagt Fügener. Eine Entscheidung der „Innovationswerkstatt“ aus Salzburg, die vor über zehn Jahren das „StadtLesen“ ins Leben rief, stehe noch aus. Fügener wartet täglich auf deren Stellungnahme zum Konzept. Sie ist sich aber fast sicher, dass es auch von dieser Seite für gut befunden werden wird. „Wir gehen davon aus, dass das ‘StadtLesen‘ stattfinden wird.“ Die „Innovationswerkstatt“ mit ihrem Leiter Sebastian Mettler wäre auch heuer der Initiator des „StadtLesens“, und als solcher dafür zuständig, dass der Stadtplatz zur großen Lesebühne mit Sitzkissen und Bücherschränken wird. Auch die geplante Lesung von Klaus Modick am Eröffnungsabend fällt laut Fügener in den Verantwortungsbereich der Initiative.

Darüber hinaus plant die Stadtbücherei aber noch einige zusätzliche Veranstaltungen in Eigenregie: etwa einen Poetry-Slam oder eine Lesung mit Thekla Kraußeneck – Autorin des Buchs „Cronos Cube“. Am Sonntag soll außerdem ein Zauberer auftreten, und auch Penzberger sollen – wie schon im vergangenen Jahr – wieder öffentlich aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen. „Das ist aber noch nicht organisiert“, sagt Fügener. Vorab wolle sie ein klares Signal von der „Innovationswerkstatt“.

Sollte die Initiative das Penzberger „StadtLesen“ absagen, sollen die Abendveranstaltungen der Stadtbücherei – also etwa der Poetry-Slam und die Lesung von Thekla Kraußeneck – trotzdem stattfinden. „Wir machen auf jeden Fall etwas“, betont Fügener. Diese Entscheidung sei schon gefallen. Auch die Lesung von Klaus Modick würde Fügener gerne trotzdem abhalten. Im Falle von Regen könne man in die Stadthalle ausweichen. Hier müsste dann aber die Zahl der Besucher strenger reglementiert werden.

Die „Innovationswerkstatt“ ihrerseits hat sich auch bereits ein Alternativprojekt überlegt, das in jedem Fall stattfinden soll: Einen Schreibwettbewerb, der heuer wegen der Corona-Pandemie erstmals stattfinden und notfalls über die Absage des „StadtLesens“ hinwegtrösten soll. Das Thema des Wettbewerbs unter dem Titel „Grenzen überwinden“ lautet Flucht und Migration. Alle Penzberger Wortartisten, Schreibpoeten und alle, die es werden wollen, können bis zum 13. September einen maximal dreiseitigen Text auf Deutsch verfassen und per Mail an schreibwettbewerb@stadtlesen.com einreichen. Dem Hauptgewinner winkt laut „Innovationswerkstatt“ eine universitäre Ausbildung zum Schriftsteller, die drei jeweiligen Städtesieger erhalten einen 100€ Büchergutschein. Bücherei-Leiterin Fügener kann sich vorstellen, den Gewinner des Wettbewerbs beim „StadtLesen“ zu präsentieren.

Rubriklistenbild: © Foto: Stadtbücherei/Archiv

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