Krankenhaus in Penzberg
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Krankenhaus in Penzberg

Krankenhaus zieht Bilanz

Klinik Penzberg in der Corona-Pandemie: Nach Höchststand zum Jahreswechsel entspannt sich Lage

  • vonWolfgang Schörner
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Anfang 2021 wurden in der Penzberger Klinik an die 20 Covid-19-Patienten gleichzeitig behandelt. Es war der höchste Stand während der seit einem Jahr andauernden Corona-Pandemie. Mittlerweile hat sich die Lage deutlich entspannt. Das Krankenhaus wird aber noch für lange Zeit einen Isolierbereich aufrecht erhalten.

Penzberg – Harte Wochen liegen hinter dem Penzberger Krankenhaus. Die sogenannte zweite Welle hatte das Haus fest im Griff. Die Belastung sei im Vergleich zur ersten Welle vor einem Jahr viel massiver gewesen, sagt ärztlicher Direktor Florian Brändle. Man habe alles Planbare herunterfahren müssen, ob Operationen, Untersuchungen oder Sprechstunden. Anfang Januar lagen gleichzeitig an die 20 Covid-19-Patienten in dem 100-Betten-Haus. Zwei Stationen waren in Isolierbereiche umgewandelt. Pflegekräfte hätten teilweise in 12-Stunden-Schichten gearbeitet, sagt Brändle.

Ein Jahr Pandemie: Auf und Ab der Patientenzahlen in Klinik Penzberg

Seit einem Jahr dauert nun die Pandemie. Das Auf und Ab der Infektionszahlen spiegelt sich in den Zahlen nieder, die der ärztliche Direktor zusammenstellen lassen hat: Im März 2020 seien es fünf Neuzugänge im Penzberger Krankenhaus gewesen, die nachweislich infiziert waren, im April 2020 dann vier. Später folgten Monate, in denen kein einziger Covid-19-Patient in der Klinik lag. Im Herbst stiegen die Zahlen wieder: fünf Neuzugänge im Oktober und zehn im November. Im Dezember waren es dann 32, im Januar 23. Diesen Februar waren es sechs neue Covid-19-Patienten. Im März kamen bisher zwei dazu.

Großteils seien es ältere Patienten gewesen, sagt Brändle, aber ebenso Jüngere habe es gegeben, einige bis Mitte 50, auch ohne Vorerkrankungen. Der jüngste Covid-19-Patient im Haus war ihm zufolge Mitte 30. Gerade die Älteren lagen zwei bis drei Wochen in der Klinik. War eine intensivmedizinische Behandlung nötig, wurde der Patient in eine andere Klinik verlegt. Penzberg hielt seine Intensivstation – so war es unter den Krankenhäusern im Oberland abgesprochen – für andere Notfälle offen. Doch auch so war die Belastung für die Mitarbeiter hoch. Brändle nennt den Aufwand mit der Schutzkleidung, auch die Angst, sich selbst zu infizieren, oder das bis dahin unbekannte Krankheitsbild, bei dem es wenig therapeutische Möglichkeiten gibt.

Nach Corona-Ausbruch in Klinik war Testkonzept verschärft worden

Einen schweren Schlag erlitt die Klinik, als sich zum Jahreswechsel rund zehn Patienten im Haus infizierten. Auch fünf Mitarbeiter wurden positiv getestet. Man könne zwar nicht mit absoluter Sicherheit sagen, wo sie sich angesteckt haben, so Brändle. Er geht aber davon aus, dass sich die Patienten und auch Mitarbeiter im Haus infiziert hatten. Gott sei dank habe man seither so eine Überraschung nicht mehr erlebt, sagt er. Damals sei das Testkonzept verschärft worden. Alle, die am Patienten arbeiten, machten täglich einen Schnelltest. Derzeit sind es pro Woche zwei Schnelltests und ein PCR-Test. Außerdem erhält jeder Patient, der ins Haus kommt, einen Schnell- und einen PCR-Test. Dafür wurde ein eigenes Testzentrum eingerichtet. Circa 2300 Schnelltests sind es ihm zufolge im Monat.

Mittlerweile hat sich die Lage im Penzberger Krankenhaus entspannt

Mittlerweile hat sich die Situation entspannt. Am Donnerstag befanden sich im Haus zwei Covid-19-Patienten und ein Verdachtsfall, bei dem das Testergebnis noch nicht vorliegt. Seit Ende Januar gibt es nur noch eine Isolierstation. Seit Februar finden wieder planbare Behandlungen statt. Was wichtig sei, so Brändle. „Man darf diese Patienten nicht aus den Augen verlieren.“ Er berichtet auch, dass drei Viertel der Klinik-Mitarbeiter geimpft sind, die am Patienten arbeiten.

Klinik Penzberg: Blick in die Zukunft

Auch wenn im Land die Infektionszahlen wieder steigen, Brändle geht davon aus, dass es weniger schwere Erkrankungen geben wird, weil jene geimpft werden, die am meisten gefährdet sind. Was auch die Belastung für die Kliniken senkt. Es gebe aber Unsicherheitsfaktoren: Wie infektiös sind die Mutationen, wirken bei ihnen die Impfstoffe, und wie lang ist die Dauer ihrer Schutzwirkung? Die Impfung, sagt Brändle, sei der wichtigste Bestandteil, die Pandemie in den Griff zu bekommen. „Wir werden es aber nicht schaffen, das Virus komplett zu besiegen“, sagt er. „Wir müssen damit leben, wie man es mit dem Influenza-Virus tut.“ Das Krankenhaus, erklärt er, werde deshalb auch langfristig einen Isolierbereich benötigen.

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