Sie bekam den Zuschlag: Die Arbeitsgemeinschaft von „BBP Stadtplanung/Landschaftsplanung Kaiserlautern“ und dem Büro „USP München“ setzt bei der Entwicklung des neuen Flächennutzungsplans auf eine intensive Einbindung der Bevölkerung. Foto v. l: Astrid Eggensberger, Sonja Rube (beide USP München) mit Michael Müller und Peter Riedel (beide BSP Kaiserslautern).
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Sie bekam den Zuschlag: Die Arbeitsgemeinschaft von „BBP Stadtplanung/Landschaftsplanung Kaiserlautern“ und dem Büro „USP München“ setzt bei der Entwicklung des neuen Flächennutzungsplans auf eine intensive Einbindung der Bevölkerung. Im Foto sind zu sehen (v. l.) Astrid Eggensberger, Sonja Rube (beide USP München), Michael Müller und Peter Riedel (beide BSP Kaiserslautern).

Sondersitzung im Stadtrat

Planer mit Ideen für Penzberg: „Wir sehen viele Chancen für Ihre Stadt“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Wie soll sich Penzberg entwickeln? Drei Planungsteams legten in einer Sondersitzung des Stadtrats ihre Vorstellungen dazu vor. Eins bekam den Zuschlag.

Penzberg – Eigentlich sollte in Penzberg bereits im vergangenen Oktober der Startschuss für die Arbeit an einem neuen Flächennutzungsplan starten. Dieser Plan soll die aktuelle Version aus dem Jahr 2002 ablösen. Doch die öffentliche mehrstündige Sondersitzung des Stadtrats wurde damals wegen der hohen Corona-Infektionszahlen im Landkreis kurzfristig abgesagt.

Bei dem verspäteten Auftakt am Donnerstag ging es in der rund vierstündigen öffentlichen Sitzung nun zunächst darum, dass die drei externen Planungsteams – „BBP Stadtplanung/Landschaftsplanung Kaiserlautern“ mit „USP München“ sowie die „Schirmer Architekten und Stadtplaner GmbH“ und das Büro „Dragomir Stadtplanung GmbH“ – sich und ihre jeweilige Sichtweise auf Penzberg und dessen künftige Entwicklung vorstellten. Ein Team bestand dabei in der Regel aus Stadtplaner, Landschaftsplaner und Moderator.

Teams hatten die Stadt erkundet

Per Rad, zu Fuß oder mit dem Auto hatten die Teams bereits im vergangenen Jahr einen Tag die Stadt erkundet und dabei versucht, durch die Brille des Auswärtigen ihre Potenziale ebenso zu entdecken wie ihre Schwachstellen und diese dann in eine Präsentation über Penzbergs Zukunfts-Chancen zu gießen. Manch unschöne Wahrheit über ihre Kleinstadt mussten sich die Stadträte während der Vorträge am Donnerstag sagen lassen; etwa über das große Verkehrsaufkommen in der Innenstadt, das alle drei Projekt-Teams unisono als eine von Penzbergs großen Schwachstellen bezeichneten.

Die Zusage für die Erstellung von Flächennutzungsplan und Landschaftsplan erhielt in nicht-öffentlicher Sitzung das erste Bewerberteam des Abends: die Arbeitsgemeinschaft aus dem Büro „BBP Stadtplanung/Landschaftsplanung Kaiserlautern“ und dem Büro „USP München“. Wie Bürgermeister Stefan Korpan auf Nachfrage sagte, votierten die Räte mit großer Mehrheit für dieses Team. Es habe dem Stadtrat mit seiner Gesamtvorstellung am besten gefallen. Außerdem habe es sich am intensivsten mit Penzberg befasst. Generell habe man aber aus allen drei Vorträgen Anregungen mitnehmen können, so Korpan.

Penzberg sei „eine heterogene Stadt“

In ihrer rund 45-minütigen Präsentation sprachen die Planer von BBP und USP die Schwachstellen Penzbergs zwar klar an, zeigten aber auch seine Vorzüge auf und betonten vor allem das große Potenzial, das die Stadt in vielfacher Hinsicht habe.

„Das erste, was in Penzberg auffällt, sind die Gegensätze“, sagte Peter Riedel vom Büro BBP Kaiserslautern. Penzberg sei eine „wahnsinnig heterogene Stadt“, in der traditionelle Bergarbeiterhäuschen neben modernen Wohnanlagen stünden. Penzberg sei ein Hightech-Standort und zugleich umgeben von ländlicher Idylle und bäuerlich geprägten Stadtteilen.

Wie man im Spannungsfeld der Gegensätze aus dörflichen Randbereichen, unbebaubaren Mooren und dem Siedlungsdruck von außen neuen Wohnraum schaffen kann, ohne den Charakter der einzelnen Wohnbereiche zu zerstören: Das werde eine der zentralen Fragen bei der Entwicklung des neuen Flächennutzungsplans sein, sagte Riedel, und betonte mit Blick auf das Edeka-Areal: „Innenverdichtung ist sehr wichtig.“ Landschaftsplaner Michael Müller vom Büro BBP Kaiserslautern bezeichnete es als „großes Potenzial“ von Penzberg, dass sich dort durch die zahlreichen Gewässer „die Landschaft hineinbegebe in die Stadt“. Das steigere die Wohnqualität. Und die vielen stadtnahen Erholungsflächen wie die Berghalde seien „ein ganz besonderes Merkmal“ von Penzberg.

Penzberger sollen mit einbezogen werden

„Freizeit und Erholung haben Sie schon mitten in der Stadt.“ Auch die beiden großen Kleingartenanlagen „haben eine ganz wichtige Bedeutung“, sagte Müller und betonte: „Wir sehen viele Chancen für Ihre Stadt.“

Was ein sinnvolles Verkehrskonzept für die Zukunft betrifft, so seien in Penzberg die notwendigen Räume zur Umgestaltung schon vorhanden. „Die haben andere gar nicht“, sagte Sonja Rube von USP München. Sie und ihre drei Kollegen betonten immer wieder, wie wichtig ihnen die „intensive Beteiligung“ der Bürger bei der Erarbeitung des neuen Flächennutzungsplans ist. Der Plan solle „ein Leitbild“ werden für Penzbergs Zukunft, an dessen Entwicklung alle Bürger jedweden Alters über Workshops, Online-Befragungen oder Infostände mitarbeiten sollen. Nur so könne man „robuste Ergebnisse“ erzielen, sagte Rube. Eine erste Informationsversammlung für die Penzberger könne ihrer Ansicht nach noch heuer stattfinden.

Nach der Auswahl des Planungsbüros müssten als nächstes noch Vertragsverhandlungen zwischen Stadt und Planungsbüro erfolgen, sagte Bürgermeister Korpan. Noch heuer soll es aber mit der konkreten Arbeit am neuen Flächennutzungsplans los- gehen. Mit einem Abschluss rechnet Korpan „Mitte 2023“.

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