Ein Faschingsumzug
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Den Penzberger Gaudiwurm – hier ein Foto aus dem Jahr 2019 – wird es in der bevorstehenden Faschingszeit nicht geben. Das OK Penzberger Fasching hat aber Ideen, wie die närrische Zeit trotz Pandemie möglich werden soll.

Vorbereitungen laufen schon

„Wir werden in Penzberg Fasching machen“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Sein 50-jähriges Bestehen konnte das Organisationskomitee (OK) Penzberger Fasching in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant feiern. Der Fasching 2020/21 soll aber stattfinden – nur eben anders als sonst.

  • In diesem Jahr ist alles etwas anders - auch was Fasching betrifft
  • Doch in Penzberg soll der Fasching im kommenden Jahr aber auf jeden Fall stattfinden
  • Wie, ist aber noch nicht genau klar

Penzberg – In seinem Jubiläumsjahr gab es für das OK wahrlich nichts zum Jubeln. So viele Veranstaltungen hätten in den vergangenen Wochen zu Ehren des 50. Geburtstags des Vereins stattfinden sollen. Aber alle mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Beispielsweise eine mehrtägige Ausstellung mit vielen alten Faschingskostümen, sagt Holger Fey, erster Vorsitzender des OK. Nur einen Tag seien die alten Gewänder beim Proklamationsball gezeigt worden. Dabei sei die Schau so gut angekommen, dass man sie unbedingt noch einmal wiederholen wollte. „Aber dann hat sich niemand mehr getraut“, schildert Fey die Stimmung im Verein mit Aufkeimen der Pandemie.

Radl-Rallye zum Jubiläum wurde gestrichen

Auch eine geplante Radl-Rallye der Maschkera anlässlich des Jubiläums wurde ersatzlos gestrichen. „Und wir hatten etwas ganz besonderes geplant: einen ‘Mittsommer-Fasching‘“, sagt Fey. Diese Party sollte genau zwischen dem Aschermittwoch und dem nächsten offiziellen Faschingsauftakt am 11. 11., stattfinden – also quasi zum Faschings-Mittsommer. Nichts desto trotz sind Fey und die anderen Aktiven des OK glücklich, dass sie die vergangene Faschings-Saison überhaupt noch abschließen konnten, und trotz der großen Bälle und des Gaudiwurms anders als manch andere Karnevals-Gesellschaft keine Corona-Fälle verzeichneten.

Und die nächste Faschingszeit, die traditionell am 11. November eigentlich beginnen müsste? Kann sie angesichts der Pandemie überhaupt stattfinden? Dass Covid 19 seinen Schatten über die bevorstehende närrische Zeit in Penzberg werfen wird, sei allen im Verein natürlich bewusst, sagt Fey. „Wir planen definitiv keine Großveranstaltungen wie den Gaudiwurm in seiner ursprünglichen Form oder Bälle in der Stadthalle“, sagt Fey. Auch die Gardetreffen könne es in ihrer gewohnten Form heuer nicht geben. Nicht nur weil derartige Veranstaltungen vielleicht gar nicht stattfinden dürfen, und dem Verein das finanzielle Risiko im Falle einer Absage viel zu groß wäre. Sondern auch, „weil das jetzt im Moment einfach nicht passt“.

Den Fasching nehmen lassen wollen sich die Narren aber nicht. „Wir werden in Penzberg Fasching machen“, betont Fey mit Nachdruck. Verhindern könne das nur ein erneuter Lockdown. Ein erstes Konzept für diesen ganz besonderen Fasching sei erarbeitet, allerdings seien noch Gespräche notwendig. Etwa mit der Stadt oder dem Gesundheitsamt bezüglich des Hygiene-Konzepts.

Trotz Unsicherheit: Vorbereitungen für 2020/21 laufen

Die Unsicherheit darüber, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickeln wird und was als Folge davon wirklich erlaubt sein wird, sei zwar groß, sagt Fey. Trotzdem liefen erste Vorbereitungen für die Saison 2020/21. Beispielsweise trainierten die Garden regelmäßig – im Freien auf der Berghalde. Alle im Verein wollen Fasching feiern, sagt Fey. Das sei man auch den vielen faschingsbegeisterten Penzbergern schuldig. Das Motto des OK gelte heuer ganz besonders: „Laßt‘s net aus!“. Also: nicht auslassen. Weitermachen – auch mit Blick auf die Zukunft. Immerhin sei der Fasching Tradition in Penzberg, und die wolle man erhalten.

Sicher sei deshalb, dass es am 11.11. einen Faschingsbeginn geben wird. Ob live auf dem Stadtplatz oder online sei aber noch ungewiss.

Der Fasching in diesem Corona-Jahr solle auf drei Säulen basieren, erläutert Fey. Erstens sollen Live-Auftritte von Garden und Co. online und über die sozialen Medien übertragen werden. Denkbar wäre auch, die Gardetreffen als online-Veranstaltungen abzuhalten.

Auftritte könnten ins Freie verlegt werden

Zweite Säule soll ein „mobiler Fasching“ sein. Die Idee ist, so Fey, dass die Aktiven Kindergärten, Schulen oder Altenheime besuchen und ihre Auftritte ins Freie verlegen. Während die Garden also etwa im Pausenhof tanzen, könnten die Schüler von ihren Klassenzimmern aus zusehen. Dritte Säule wäre ein „Fasching to go“: Dabei wolle das OK Penzberger ermuntern, ihre eigenen kleinen Faschingsfeiern im erlaubten Rahmen zu feiern; also etwa eine Gungl im engsten Freundeskreis oder zuhause mit der Familie. Auch hier könnten die Garden dann für Live-Auftritte vor die heimische Gartentüre kommen.

Das OK versuche, möglichst flexibel zu planen, um auf aktuelle Entwicklungen schnell reagieren zu können. „Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, die es gibt.“ Auch eine Faschingszeitung sei geplant.

Natürlich seien diese Pläne nicht zu vergleichen mit dem Fasching der letzten Jahrzehnte. „Aber kleiner heißt ja nicht unbedingt schlechter“, findet Fey. Vielleicht könne das Konzept eine Chance sein, die Menschen für den Fasching zu begeistern, die von Großveranstaltungen eher abgeschreckt waren.

Frage nach Krönung eines Prinzenpaars noch nicht geklärt

Ob es aber ein Kinder- sowie ein erwachsenes Prinzenpaar geben wird, „das ist noch absolut fraglich“, sagt Fey. Das OK hätte zwar gerne Hoheiten gekrönt. Aber wäre das ihnen gegenüber richtig? „So etwas macht man nur einmal im Leben“, sagt Fey. Deshalb sollte die Zeit als Faschingsprinz eine ganz besondere sein – und nicht von einer Pandemie mit Kontaktbeschränkungen überschattet.

Nächstes Jahr möchte das OK den ausgefallenen Mitsommer-Fasching „auf jeden Fall“ nachholen. Es gäbe auch die Idee, den Gaudiwurm im Sommer nachzuholen. „Das ist aber erst einmal eine Idee“, sagt Fey.

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