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Neustart mit Flamenco nach langer Corona-Pause: „Wir wollen Kultur machen“

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Von: Franziska Seliger

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Wollen die Musikvielfallt Spaniens in die Penzberger Stadthalle bringen: Ricardo Volkert & Ensemble spielen am Sonntag, 4. Oktober.
Wollen die Musikvielfallt Spaniens in die Penzberger Stadthalle bringen: Ricardo Volkert & Ensemble spielen am Sonntag, 4. Oktober. © Veranstalter

Kunst- und Kulturangebote sind während der Corona-Pandemie rar. Auch die Musikfreunde Penzberg mussten seit März zahlreiche Konzerte absagen. Damit soll nun Schluss sein. Am kommenden Sonntag findet der erste Auftritt im Rahmen der Ländlichen Konzerte Penzberg statt.

Penzberg – Die vergangenen Monate waren hart für die Musiker und Sänger des Vereins „Musikfreunde Penzberg und Umgebung“. Zahlreiche Auftritte, für die sie bereits intensiv geprobt hatten und für die bereits die Werbetrommel gerührt wurde, mussten abgesagt werden. Darunter etwa ein Jazzkonzert im März und eine Matinée im April. Insgesamt, sagt Chorleiter Günther Pfannkuch, hätten sieben Veranstaltungen aus der Reihe der Ländlichen Konzerte Corona-bedingt nicht stattfinden können. Alle Proben, alle Vorbereitungen dafür waren umsonst. Im Zuge der Corona-Beschränkungen seien außerdem alle Chor- und Orchesterproben über mehrere Wochen untersagt gewesen.

Intensiv geprobt und alles abgesagt - jetzt kommt der Neustart

Erst Anfang Juli wurde der Probenbetrieb wieder aufgenommen – allerdings unter strengen Auflagen, die bis heute gelten. So müssten beispielsweise die Sänger bei den Chorproben einen Abstand von zwei Metern zueinander einhalten, um die Gefahr einer Übertragung des Virus’ durch Aerosole möglichst zu vermeiden.

Für Pfannkuchs Sänger habe dieser große Abstand zum Nachbarn eine „große Umgewöhnung“ bedeutet. Denn es sei üblich, dass sich ein Sänger beim Finden des richtigen Tons an seinen Mit-Sängern orientiere. Das sei durch den Abstand zueinander nun nicht mehr möglich.

Proben mit ungewohnt großem Abstand

Um die Abstandsregeln einzuhalten, seien die Proben zunächst in die Stadthalle verlegt worden. Seit Ende der Sommerferien fänden die Proben in der Aula der Bürgermeister-Prandl-Schule statt. Und statt den rund 80 Sängern bestünde der Chor derzeit nur aus rund 40 Aktiven, sagt Pfannkuch. „Viele haben etwas Angst“, begründet er die reduzierte Mitgliederzahl. Um die Sicherheit der verbliebenen Chormitglieder so gut es geht zu gewährleisten, hat Pfannkuch den Chor in Gesangsstimmen aufgeteilt: Deshalb kämen zur Probe derzeit immer nur rund 20 Sänger; zum Beispiel Sopran- zusammen mit Alt-Stimmen.

Ländliche Konzert: Neustart mit Flamenco, Rumba und Balladen

Dass am Sonntag endlich wieder ein Konzert stattfinden könne, sei eine Erleichterung. Sein Titel: „In den Gassen und Tavernen des Südens – Flamenco, Rumba, Balladen“. Mit Gitarre, Tanz, Violoncello und Gesang begeben sich Ricardo Volkert und sein Ensemble dabei auf eine Tour durch den Süden Spaniens. Im Gepäck: traditioneller Flamenco (Tango, Alegrías), andalusische Volkslieder (Cafe de Chinitas, Sevillanas) und Vertonungen spanischsprachiger Dichter (Federico García Lorca, Pablo Neruda, Rafael). Über Granada, Cádiz und Sevilla geht es an die Strände und Gebirge Andalusiens, beladen mit Flamenco, Rumba und Balladen. Weit jenseits ausgetretener Touristenpfade treffen sie dabei auf eine magisch-poetische Bilderwelt und auf spannende Geschichten voller Lebensfreude und Leidenschaft...

Wegen der Pandemie-Situation sei ein Kartenvorverkauf für das Konzert nur online möglich, betont Pfannkuch, denn: „Wir müssen genau wissen, wie viele Leute kommen wollen.“ Die Bestuhlung in der Stadthalle müsse darauf ausgerichtet werden, ob viele Einzelpersonen kämen oder mehr Familien. Daran orientiere sich auch die Anzahl an zugelassenen Besuchern, so Pfannkuch. Wie viele Zuhörer in die Halle dürften, könne er derzeit noch nicht sagen. Auch deshalb nicht, weil sich Vorgaben dazu derzeit schnell ändern könnten.

Chor und Orchester der Musikfreunde bereiten sich auf Dezember vor

Dieses erste Konzert nach der coronabedingten Zwangspause wird zwar ausschließlich von Gast-Musikern bestritten. Doch auch Chor und Orchester der Musikfreunde Penzberg – alles Ensembles der städtischen Musikschule – proben derzeit für bevorstehende Auftritte. Etwa für das Konzert in der Penzberger Christkönigkirche am Sonntag, 13. Dezember (3. Advent). Eigentlich, sagt Pfannkuch, war dafür das Weihnachtsoratorium von Bach vorgesehen. „Aber das haben wir gecancelt.“ Dafür brauche man zu viele Sänger, zu viele Bläser. Sie alle unter den geltenden Abstandsregeln in der Kirche zu platzieren, sei nicht möglich. Stattdessen werde nun das Vocalensemble Penzberg zusammen mit dem Penzberger Kammerorchester Chorwerke a-capella – etwa von Mendelssohn – und Werke für Streichorchester – etwa von Dvorak – zu Gehör bringen.

Trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen sei die Stimmung bei Musikern und Sängern gut, sagt Pfannkuch. „Wir wollen Kultur machen.“ Alle würden intensiv proben. Er selbst könne der Krise durchaus auch Positives abgewinnen: Etwa, dass die Sänger deutlich tonsicherer würden, wenn sie sich nicht mehr an anderen Chormitgliedern orientieren können. Dass die geplanten Konzerte stattfinden können, hofft er sehr. „Man muss dran glauben, das es was wird.“

Info zum Konzert am 4. Oktober

Das Konzert findet am kommenden Sonntag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr in der Stadthalle statt. Karten gibt es unter www.musikfreunde-penzberg.de oder per E-Mail kartenreservierung@musikfreunde-penzberg.de. Karten kosten 20 Euro. Mitglieder der Musikfreunde Penzberg zahlen 16 Euro, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte zahlen 7 Euro.

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