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Wirtschaftsförderin und Klimaschutzmanager: Monique van Eijk und Andreas Wowra übernehmen diese Aufgaben bei der Stadt Penzberg.

Wirtschaftsförderin und Klimamanager gehen an den Start - das sind ihre Baustellen

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Die Zukunft des Edeka-Areals, die Nöte der HAP-Mitarbeiter, leer stehende Ladenflächen – es gibt in Penzberg viele Baustellen für die Wirtschaftsförderin Monique van Eijk. Sie wurde gestern zusammen mit dem neuen Klimaschutzmanager Andreas Wowra vorgestellt. Beide haben auch schon zuvor für die Stadt Penzberg gearbeitet.

Penzberg – Monique van Eijk (40) wird, wie berichtet, Nachfolgerin von Andreas Baar. Am 1. April übernimmt sie die Stelle als Wirtschaftsförderin. Bislang ist sie für die Stadthalle zuständig, erst als Mitarbeiterin der damaligen Betreiber Rudolf Schall und Paula Maria Reisek, danach als Mitarbeiterin der Stadt Penzberg. Dass sie Erfahrung in der Wirtschaftsförderung besitzt, habe man damals nicht geahnt, erzählte Bürgermeisterin Elke Zehetner gestern. Umso erstaunter war man, als sich van Eijk für die Stelle bewarb und ihren Lebenslauf vorlegte. „Der Hauptausschuss war schwer beeindruckt“, so Zehetner. Er habe einstimmig beschlossen, van Eijk die auf 1. Mai 2020 befristete Stelle zu geben. Sie wird in Teilzeit (27 Stunden die Woche) arbeiten. Befristet ist die Stelle, da Ex-Wirtschaftsförderer Rolf Beuting, heute Bürgermeister in Murnau, theoretisch ein Anrecht auf Rückkehr hat.

Die gebürtige Niederländerin, die s

eit dem Grundschulalter in Penzberg lebt, hatte sich zunächst in Penzberg zur Rechtsanwaltsfachangestellten ausbilden lassen, dann in Passau studiert und ihren Abschluss zur Diplom-Kulturwirtin gemacht. Erfahrung in Wirtschaftsförderung sammelte sie bei der Stadt Passau im Wirtschaftsreferat und bei der Beratungsgesellschaft CIMA, bei der sie für Einzelhandelskonzepte zuständig war. Mit Wirtschaft hatte sie auch als Mitarbeiterin im Generalkonsulat der Niederlande und im „Niederländischen Büro für Tourismus und Convention“ zu tun, für das sie 2018 einen Stand bei der Internationalen Tourismusmesse in Berlin organisierte.

Was sie gern macht, so van Eijk: organisieren, mit Menschen reden und sie zusammenbringen. Als „Herzensangelegenheiten“ zählte sie Netzwerken, Vielseitigkeit, Kreativität und analytisches Denken auf. Vorgenommen hat sie sich als ersten Schritt, mit den Unternehmen zu sprechen („das A und O“), eine Unternehmer-Datenbank aufzubauen, einen Standortsteckbrief für Penzberg zu erstellen und einen zweiten Penzberger Wirtschaftstreff zu organisieren, womöglich zur neuen Datenschutz-Grundverordnung.

Möglichen Handlungsbedarf hat sie auf vielen Feldern ausgemacht: Zum einen ist dies die Suche nach Gewerbe für das Edeka-Areal. Zum anderen ist dies die Zukunft der HAP-Mitarbeiter. Sollte es zu den drohenden Entlassungen kommen, wollen van Eijk und Bürgermeisterin Zehetner die Arbeitnehmer mit einer Jobbörse unterstützen. Ebenso strebt sie für die Innenstadt ein Leerstandskataster an. Dabei geht es um Ladenflächen und die Frage, ob Leerstände entstehen, Frequenzbringer wegbrechen und es eine Nachfolge gibt. Ein Leerstandsmanagement hatte bereits der „Pro Innenstadt“-Verein vorgeschlagen.

Als weitere Idee nannte die Wirtschaftsförderin eine Tourismusbroschüre: einen „Rainy Day Guide“, der Urlauber bei Regen zum Shoppen und in die Museen nach Penzberg lockt. Ebenso zählte van Eijk eine Ausbildungsmesse, bessere Busverbindungen für Arbeitnehmer und Coworking-Angebote für Selbstständige auf. Wobei sie weiß, dass das innerhalb eines Jahres nicht alles umzusetzen ist.

Ebenfalls nicht neu im Penzberger Rathaus, aber neu als Klimaschutzmanager ist Andreas Wowra (34). Der Geretsrieder kümmerte sich seit September 2017 im Sachgebiet „Umwelt- und Klimaschutz“ um die Grünordnung der Stadt – und saß in einem Büro mit seinem Vorgänger Patrick Jähnichen. Dessen Aufgaben hat er bereits seit Februar übernommen. Die Stelle ist künftig unbefristet. Dazu hat sich der Hauptausschuss entschlossen, obwohl es nur für befristete Stellen Fördergeld gibt. Wowra hat Landschaftsarchitektur in Weihenstephan sowie Stadt- und Raumplanung in Erfurt studiert. Dabei legte er bereits den Fokus auf Klimawandel und regenerative Energien. Engen Kontakt will er zur „ Energiewende Oberland“ (EWO) halten Zu seiner Arbeit sagte Wowra, dass der Kriterienkatalog für ökologisches Bauen mittlerweile vorliege. Zwei weitere Punkte: die Fortführung des Klimaschutzkonzepts und der „Klimafrühling Oberland“ ab 14. März, an dem sich Penzberg erstmals beteiligt.

Jobbörse bei
HAP-Kündigungen

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