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Wohnungsbau in Penzberg.

„Wohnbau-Offensive“: Bezahlbare Wohnungen und eine Premiere

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Die SPD-Fraktion in Penzberg wirbt für eine „Wohnbau-Offensive 2020“. Damit soll mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Unabhängig von dem Antrag, wird am Daserweg bei einem Wohnbauprojekt erstmals die „SoBon“-Regelung der Stadt Penzberg umgesetzt.

Penzberg – Die Penzberger SPD-Fraktion will unter dem Motto „Wohnbau-Offensive Penzberg 2020“ bezahlbaren Wohnraum in Penzberg schaffen. Sie stellte nun einen entsprechenden Antrag für den Stadtrat. Die Penzberger Stadtverwaltung soll demnach beauftragt werden, im gesamten Stadtgebiet Grundstücke zu ermitteln, auf denen Wohnbauflächen ausgewiesen werden können, und dann eine Prioritätenliste gemäß der Umsetzungsdauer vorlegen. Ziel des Antrags sei, so die SPD, „nicht nur die mittel- und langfristige Schaffung bezahlbaren Wohnraums, sondern vor allem eine schnelle Bereitstellung neuer Wohnungen“. Im neuen Baugebiet an der Birkenstraße entstehe zwar in Kürze bezahlbarerer und geförderter Wohnraum, damit sei aber „der Bedarf nicht ansatzweise gedeckt“, schreibt Fraktionsvorsitzender Adrian Leinweber.

Die SPD-Fraktion nennt in ihrem Antrag auch Grundstücke, auf denen sie sich eine Wohnbebauung vorstellen kann: Kurzfristig möglich wäre das ihr zufolge auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs an der Karlstraße 6. Wie berichtet, wurde über das städtische Areal – das Gebäude steht leer – bereits diskutiert. Für eine kurz- oder mittelfristige Bebauung nennt die SPD zudem das ehemalige Molkereigelände an der Christianstraße 6, das ebenfalls im Eigentum der Stadt ist. Als langfristige Möglichkeit listet die Fraktion die Grünflächen zwischen Reindl und Heinz nahe dem Daserweg auf. Dort sind die Grundstücke größtenteils im Eigentum der Stadt. Laut Leinweber sollten auch private Bauwerber nach Kräften bei der Umsetzung von Wohnbauvorhaben unterstützt werden, da im Rahmen der „SoBon“-Richtlinien auch auf diesem Weg sozialgerechter Wohnraum geschaffen werden könne.

Ein Beispiel für „SoBon“ befindet sich derzeit bereits im Bebauungsplan-Verfahren. Dabei handelt es sich um eine Fläche befindet im Ortsteil Reindl zwischen dem Parkplatz am neuen „Spatzennest“-Kindergarten und den Wohnhäusern, die an einer Stichstraße des Daserwegs liegen. Ausgangspunkt war, dass private Eigentümer an dieser Stichstraße bauen wollen. Dabei geht es um drei Doppelhäuser mit sechs Wohnungen. Daran angrenzend, näher zum „Spatzennest“, möchte nun auch die Stadt bauen: Nach aktuellem Stand könnte sie auf ihrem Grundstück fünf Doppelhäuser mit zehn Wohnungen sowie Reihenhäuser mit etwa sechs Wohnungen errichten. Diese Reihenhäuser will die Stadt günstiger anbieten, als sie auf dem normalen Wohnungsmarkt kosten würden – ob zum Verkauf oder zur Miete, ist noch nicht bekannt.

Bei den Reihenhäusern handelt es sich zugleich um eine Premiere. Es sei das erste „SoBon“-Modell, das zur Anwendung gebracht werde, sagte Vize-Bauamtsleiter Günter Fuchs in der jüngsten Bauausschusssitzung. Die Abkürzung „SoBon“ steht für „sozialgerechte Bodennutzung“. Der Stadtrat hatte die Regelung vor knapp zwei Jahren beschlossen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: Will ein privater Bauherr Wohnungen bauen und ist dafür ein Bebauungsplan notwendig, muss er ab einer bestimmten Größe entweder einen Teil des Grundstücks günstig anbieten oder diesen an die Stadt verkaufen, die dort selbst sozial geförderten Wohnraum schafft. Die zweite Variante kommt nun am Daserweg zum Tragen.

Einem Bebauungsplan-Entwurf für die privaten und städtischen Grundstücke stimmte der Bauausschuss vor kurzem geschlossen zu. Der Entwurf wird jetzt öffentlich ausgelegt. Wahrscheinlich ist, dass der Teil mit den drei privaten Doppelhäusern zuerst realisiert wird. Die Stadt wird ihren Teil wohl erst später beginnen, zumal zu diesen Häusern eine eigene Stichstraße vom Daserweg nötig ist. Noch ausgespart im Bebauungsplan ist der direkt an den „Spatzennest“-Parkplatz angrenzende Streifen, der ebenfalls der Stadt gehört.

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