Ein Jahr lang bestand der Wohnmobil-Stellplatz am Kirnberger See auf Gut Hub. Er wird im Frühjahr nicht wiedereröffnet, auch nicht für eine Übergangszeit.
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Ein Jahr lang bestand der Wohnmobil-Stellplatz am Kirnberger See auf Gut Hub. Er wird im Frühjahr nicht wiedereröffnet, auch nicht für eine Übergangszeit.

Keine Wiedereröffnung

Badesee: Umstrittener Wohnmobil-Stellplatz in Penzberg wird ganz aufgelöst - Ersatz wohl erst in drei Jahren

  • VonWolfgang Schörner
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Der umstrittene Wohnmobil-Stellplatz beim Badesee auf Gut Hub bleibt geschlossen. Er wird im Frühjahr nicht wiedereröffnet, auch nicht für eine Übergangszeit. Das hat der Bauausschuss nun einstimmig entschieden. In drei Jahren entsteht womöglich ein neuer Wohnmobil-Stellplatz an der Birkenstraße, wenn die dortige Container-Krippe abgebaut wird.

Penzberg – Im Herbst 2019 entstand der Wohnmobilstellplatz am Kirnberger See samt Stromsäulen mit Zählerkasten, ein paar Meter entfernt vom Badeufer. Acht Wohnmobile fanden dort Platz Doch schon nach kurzer Zeit gab es Ärger. Im Rathaus trafen Beschwerden ein, dass Chemietoiletten im Gebüsch entleert würden, Müll herumliege und im Badesee Seifenlauge und Shampoo schwimme. Kritisiert wurde auch, dass Wohnmobile auf den regulären Pkw-Parkplätzen stünden. Im Oktober 2020, zum Ende der Badesaison, war dann erst einmal Schluss.

Schon damals hieß es, dass nach einem neuen Standort für Wohnmobile gesucht werden sollte. Favorit war die Fläche an der Birkenstraße, auf der derzeit noch die provisorische Kinderkrippe steht. Damals hieß es aber auch, dass der Stellplatz am Kirnberger See zumindest für die Übergangszeit hergerichtet und wiedereröffnet werden könnte.

Ausschuss lehnt Wiedereröffnung ab - auch nicht für eine Übergangszeit

Das hat der Bauausschuss diese Woche jedoch einstimmig abgelehnt. Er beschloss, den Wohnmobilparkplatz am Kirnberger See nicht mehr zu öffnen sowie die Stromsäulen und die Beschilderung zu entfernen – wobei auf Vorschlag von Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) geprüft wird, ob die Stromversorgung für eine E-Ladestation genutzt werden kann. Zugleich entschied der Ausschuss einstimmig, für Wohnmobile den Parkplatz an der Birkenstraße bereitzustellen. Möglich ist dies aber erst nach Abbau der dortigen Kinderkrippe im Jahr 2024, also wenn das neue Kinderhaus an der Nonnenwaldstraße fertig ist. Bis dahin soll die Verwaltung eine Planung ausarbeiten und einen Standard für die Anlage festlegen, also was Strom, Entsorgung, Gebührenpflicht, Duschen und Toiletten betrifft. Entstehen könnten dort Stellplätze, hieß es. Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann bezeichnete den Standort nahe dem künftigen Familienbad als ideal. Parallel, so ein dritter Beschluss, sollen weitere Standorte geprüft werden.

Es sei gut gemeint gewesen, die Wohnmobilstellplätze nahe dem Badeplatz auszuweisen, erklärte Ordnungsamtsleiter Holzmann in der Sitzung. Die Praxis habe aber gezeigt, dass die unzureichende Infrastruktur zu Problemen führt. Neben Toilettenanlage und Stromsäulen wären eine Duschanlage sowie eine Reinigungs- und Versorgungsstation für Chemietoiletten nötig. Dafür bräuchte es aber einen unterirdischen Erdtank, der regelmäßig von Entsorgungsfahrzeugen geleert werden müsste. Die Investitions- und Unterhaltskosten seien aus Sicht der Verwaltung zu hoch, so Holzmann. Deshalb plädierte auch er dafür, den Wohnmobilstellplatz am Kirnberger See ganz aufzulösen.

Tourismus-Abteilung des Penzberger Rathauses wirbt für Übergangszeit

Anderer Ansicht war Eleonore Hofmann vom Fachbereich Tourismus im Penzberger Rathaus. Sie warb dafür, die Wohnmobilplätze für eine Übergangszeit am Kirnberger See zu erhalten und sie mit einer abbaubaren Sanitärstation auszustatten. Die Wohnmobilfahrer seien durchaus ein Wirtschaftsfaktor, sagte sie. 2100 Übernachtungen habe es dort 2020 gegeben. Gerade in Corona-Zeiten sei Inlandsurlaub mit eigenen oder geliehenen Wohnmobilen gefragt.

In der Diskussion schlugen Maria Probst (CSU) und Jack Eberl (FLP) vor, Wohnmobilstellplätze für eine Zwischenzeit im Campingplatz zu integrieren – was Stadtkämmerer Hans Blank aber als schwierig beschrieb. Armin Jabs (BfP) hielt dagegen die Berghalde für eine Überlegung wert – die laut Hofmann allerdings als Veranstaltungsort gebraucht wird. Sebastian Fügener (Grüne) bedauerte indes das Aus für den Platz am Kirnberger See. Er habe dort selbst schon mit dem VW Bus gecampt und könne die Probleme nicht bestätigen. Adrian Leinweber (SPD) plädierte ebenfalls für eine Zwischenlösung, und zwar ab diesem Sommer. Es wäre schade, sagte er, wenn Penzberg zwei, drei Jahre lang kein Angebot machen könnte.

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