Für Wohnmobile gibt es womöglich doch eine Zwischenlösung.
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Für Wohnmobile gibt es womöglich doch eine Zwischenlösung.

Nach Aus für Fläche am Badesee

Wohnmobil-Zwischenlösung für Camper - womöglich bei Berghalde-Parkplatz

  • vonWolfgang Schörner
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Für Urlauber mit Wohnmobil ist Penzberg derzeit ein weißer Fleck. Womöglich erst in drei Jahren wird es neue Wohnmobil-Stellplätze an der Birkenstraße geben. Der Stadtrat drängte nun darauf, eine Zwischenlösung zu finden. Eine Möglichkeit bestünde an der Berghalde. Dies wird jetzt geprüft.

Penzberg – Der umstrittene Wohnmobil-Parkplatz am Badesee auf Gut Hub wird nicht wieder eröffnet, er wird ganz gestrichen. Das hatte der Bauausschuss bereits im vergangenen Dezember beschlossen. Damals plädierten allerdings mehrere Ausschussmitglieder dafür, eine Zwischenlösung zu finden, bis an der Birkenstraße ein neuer Wohnmobil-Platz entsteht.

Fünf potenzielle Flächen hat das Ordnungsamt daraufhin geprüft. Sie alle seien jedoch nicht geeignet, auch nicht als Übergangslösung, teilte Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann jüngst dem Stadtrat mit. Durchs Raster fielen der Bahnhofsparkplatz, der Friedhofsparkplatz an der Seeshaupter Straße, der Lkw-Parkplatz im Nonnenwald, die Berghalde und der Parkplatz am Stadion.

Ordnungsamt-Chef: Lieber Planung für Birkenstraße vorantreiben

Holzmann plädierte dafür, besser die Planung für die Birkenstraße voranzutreiben. Ein Entwurf liege bereits vor, nun könne die Detailplanung folgen, sagte er. Der Wohnmobil-Platz soll an der Stelle entstehen, an der sich zurzeit noch die provisorische Kinderkrippe befindet. Sie wird abgebaut, wenn an der Nonnenwaldstraße das neue Kinderhaus fertig ist. Dieses befindet sich derzeit allerdings erst in der Planungsphase. Bei der Bauzeit rechnet man mit 18 Monaten. Das würde im günstigsten Fall bedeuten, dass das Kinderhaus Anfang 2023 fertig ist. Danach müsste der Wohnmobilstellplatz an der Birkenstraße hergerichtet werden, was noch einmal eine Zeit dauern wird.

Stadtrat will sich nicht damit abfinden und fordert Zwischenlösung

Im Stadtrat wollte man sich nicht damit abfinden, dass Penzberg Urlaubern bis dahin keine Wohnmobilplätze anbieten kann. Es sei dem Ausschuss schon sehr wichtig gewesen, dass eine Interimslösung bis 2024 gefunden wird, sagte CSU-Fraktionschefin Maria Probst. Sie vermisste in der Prüfliste den Campingplatz auf Gut Hub. Probst sprach davon, ein Zelt abzubauen, um wenigstens ein paar Stellplätze zu haben. Gemeint war offenbar ein Zelt nahe der Sanitäranlage. Holzmann sagte, dass dort Platz für zwei Wohnmobile sei, dies aber kein schöner Standort wäre.

Für eine Übergangslösung warb auch SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber. Zumal „uns Corona noch länger begleiten wird“. Er schlug vor, drei oder vier Stellplätze auf der Berghalde auszuweisen. Wolfgang Sacher (BfP) unterstützte dies als einfache Übergangslösung. Man bräuchte nur einen Wasserhahn und eine Einschüttstelle, sagte er. „Das sind ja keine Dauercamper, meistens stehen sie dort nur einen Tag“, so Sacher. Hardi Lenk (SPD) erklärte, dass die drei oder vier Stellplätze auf dem Parkplatz nahe dem Berghalden-Skilift ausgewiesen werden könnten. „Wir brauchen nur eine Zwischenlösung, es muss nichts Tausendprozentiges sein“, sagte er. „Jedes Dorf hat Stellplätze, wir werden das doch auch hinbringen.“ Armin Jabs (BfP) fügte an, dass die Stadt dafür nur wenig Geld in die Hand nehmen müsste. Das Werben um eine Zwischenlösung hatte Erfolg. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) erklärte, dass die Ausweisung von Wohnmobilstellplätzen am Parkplatz beim Berghalden-Skihang geprüft werde.

Alter Standort am Badesee auf Gut Hub ist aufgelöst

Endgültig aufgelöst wurde indes der alte Standort am Kirnberger See auf Gut Hub. Der Strom ist abgeschaltet, die Schilder sind entfernt. Laut Holzmann soll ein Höhenbegrenzer (wie am Parkplatz beim Eitzenberger Weiher) verhindern, dass Wohnmobile auf den öffentlichen Parkplatz fahren. Genutzt werden soll die vorhandene Stromversorgung für eine E-Ladestation, an der Elektroautos auftanken können.

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