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Mit Sonnenblumen: 19 Altenpflege-Absolventen erhielten in Penzberg ihre Zeugnisse .

Penzberger Berufsfachschule

Zeugnisse für begehrte Altenpflege-Kräfte: „Seien Sie wie eine frische Quelle“

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Über 300 Altenpflege-Fachkräfte hat die Penzberger Berufsfachschule für Altenpflege seit ihrer Gründung vor 20 Jahren hervorgebracht. Nun kamen 19 weitere hinzu. Die 13 Frauen und 6 Männer haben drei Jahre Ausbildung hinter sich. Sie sind begehrt.

Penzberg – „Wir brauchen mehr Fachkräfte!“ Dieser Ruf ist nicht neu, sagte Schulleiter Stephan Meuß bei der Entlassfeier. Diesen Ruf gab es schon, als die Altenpflegeschule vor 20 Jahren in Penzberg eröffnet wurde. Seither hat die Schule, die sich auf dem Gelände des Altenheims „Steigenberger Hof“ befindet, über 300 Altenpfleger und Altenpflegerinnen ausgebildet. 19 weitere kamen jetzt hinzu. Außerdem verließen die Schule in den vergangenen Jahren rund hundert Altenpflegehelfer – heuer kamen jedoch keine neuen hinzu. Dieser Kurs musste pausieren, weil Lehrkräfte fehlten.

Kein Berufszweig habe so sichere Erfolgsaussichten auf dem Arbeitsmarkt wie dieser, sagte der Penzberger Vize-Bürgermeister Dr. Johannes Bauer zu den frisch gebackenen Altenpflegern. Der Anteil der Älteren werde immer größer, damit auch der Anteil der Pflegebedürftigen und folglich der Bedarf an professioneller Betreuung. Die politische Seite, sagte Bauer, müsse die Rahmenbedingungen schaffen, dass der Beruf „attraktiv und lohnend ist“. Diakon Christian Oerthel von den „Rummelsberger Anstalten“, dem Träger der Schule, sagte, dass „eine gezielte Form der Zuwanderung in unserem Land“ nötig sei, um genug Fachkräfte in der Altenpflege zu haben.

Der evangelische Pfarrer Julian Lademann wünschte den Absolventen, dass sie eine „frische Quelle für die Menschen sind, die ihnen anvertraut sind“. Sie sollten aber auch auf sich selbst achten, damit sie „nicht verdursten, austrocknen und verheizt werden“. Ähnlich formulierte es der Schulleiter: „Behalten Sie sich auch selbst im Blick.“

Meuß blickte in seiner Rede ebenso auf die vergangenen 20 Jahre zurück. Diakon Friedrich Hauenstein hatte 1998 die Schule gegründet, „geboren aus der Not“, so Meuß. Auch damals hieß es, Fachkräfte würden fehlen. Trotzdem schlug der Neugründung anfangs Skepsis seitens der Behörden entgegen. Erst 2005 erhielt die Berufsfachschule für Altenpflege die unbefristete Genehmigung. 2007 kam die „kleine Schwester“ hinzu, wie Meuß es nannte: die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe.

Der Schulleiter blickte genauso in die Zukunft. Im Jahr 2020 starte der erste generalistische Jahrgang seine Ausbildung. Dann wird nicht mehr zwischen Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege unterschieden. Für die Schule bedeute dies eine große organisatorische Herausforderung, so Meuß. Er sei aber zuversichtlich, dass die Schule dies meistern werde. Hilfreich werde dann „Situationselastizität“ sein – womit Meuß eine humoristische Einlage von Trixi Goßmann und Sibylle Pichler vom Altenheim „Steigenberger Hof“ aufnahm. Sie hatten den Absolventen diese Elastizität für den Berufsweg empfohlen: dehnbar sein, groß für andere sein, manchmal auch jemanden gehen lassen, schnell sein, zusammenhalten. „Und wenn man das mit einer Prise Humor würzt, wird es leicht von der Hand gehen.“

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