Neue Variante im Modell: Die Wohnblöcke sollen nicht mehr durchgehend viergeschossig werden, sondern drei und vier Geschosse haben.
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Neue Variante im Modell: Die Wohnblöcke sollen nicht mehr durchgehend viergeschossig werden, sondern drei und vier Geschosse haben.

Neubauviertel westlich der Birkenstraße

Wohnblöcke zu massiv: Stadt Penzberg senkt Zahl der geplanten Mietwohnungen - von 171 auf 149

  • vonWolfgang Schörner
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Im Neubaugebiet westlich der Birkenstraße werden weniger Mietwohnungen entstehen als ursprünglich geplant. Der Stadtrat hat mit knapper Mehrheit beschlossen, deren Zahl in den Mehrfamilienblöcken von 171 auf 149 zu senken. In der bisher geplanten Form, hieß es, wären die Blöcke zu massiv. Weniger Wohnungen bedeutet aber auch höhere Mieten.

Penzberg – Vor einem Jahr hatte der Penzberger Bauausschuss eigentlich die Größe der Mehrfamilienblöcke in dem neuen Viertel festgelegt. Er votierte einstimmig für eine Variante mit durchgehend vier Geschossen (damals war noch von 179 Wohnungen die Rede). Die kleinere Version mit einer Mischung aus drei und vier Geschossen lehnte er dagegen ab. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) brachte nun die kleinere Variante wieder auf den Tisch – und setzte sich damit im Stadtrat mit knapper Mehrheit durch.

Geplantes Wohnviertel: Neue Variante mit 149 statt 171 Mietwohnungen

Nach dem neuen Modell entstehen in den Mehrfamilienhäusern nun 149 Wohnungen. Die Verzögerung durch die Umplanung, die mit etwa 90 000 Euro zu Buche schlagen soll, wird auf etwa sechs Wochen geschätzt. Die Bauwerkskosten sinken nach einer Berechnung des Architekturbüros H2M um 4 bis 4,5 Millionen Euro. Damit wäre jene Kostensteigerung fast ausgeglichen, die die Stadt im Sommer verkündet hatte: Damals hieß es, die Gesamtkosten würden um rund fünf Millionen Euro auf über 53 Millionen Euro steigen.

Geplantes Wohnviertel: Bedenken wegen Massivität der viergeschossigen Blöcke

Bürgermeister Korpan begründete seinen Vorschlag damit, dass es schon vor einem Jahr Bedenken wegen der Massivität, aber auch in der jüngsten Sitzung Diskussionen gegeben habe. So hätte zum Beispiel das unterste Stockwerk zu wenig Sonne im Winter. Als städtebaulich verträglicher bezeichnete H2M-Geschäftsführer Daniel Halswick die kleinere Varian-te. Die Aufenthaltsqualität steige. Außerdem, so Korpan, könnte mit der kleineren Variante die Stellplatzsatzung erfüllt werden. Andernfalls hätte es ihm zufolge womöglich Klagen aus der Nachbarschaft gegeben. Die Miete würde laut Korpan bei der neuen Variante von 8,75 Euro auf 9,25 Euro pro Quadratmeter steigen. Er sagte, die Mieter würden andererseits wegen des geplanten Mieterstrommodells günstigeren Strom erhalten.

Für die kleinere Variante stimmten fast die gesamte CSU-Fraktion, die Grünen und „Penzberg miteinander“ (insgesamt 13 Stimmen). Dagegen waren die SPD, die BfP, die FLP und CSU-Stadtratsmitglied Ludwig Schmuck (insgesamt elf Stimmen).

Knapp Entscheidung im Stadtrat: Kritik an kleinerer Variante

Massive Kritik gab es von den Gegnern der kleineren Variante. Die Miete sollte „so sozial verträglich wie möglich sein“, sagte Adrian Leinweber (SPD). Nun steige sie um sechs Prozent, bevor der erste Mieter eingezogen ist. Ähnlich äußerte sich Wolfgang Sacher (BfP). Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung seien das 40 Euro im Monat. „Das tut den Leuten weh.“ Die Wohnungen, fügte Armin Jabs (BfP) an, seien für Menschen, die auf dem normalen Wohnungsmarkt in Penzberg nichts fänden. Ludwig Schmuck (CSU), sagte, er habe schon vor einem Jahr für „vier Geschosse und keines weniger“ gestimmt, „weil wir Wohnraum brauchen“. Über den Vorschlag für die kleinere Variante schimpfte er: „Ich dachte, ich seh’ nicht gscheit.“

Positiv kommentierten die Grünen die Änderung. „Der Preis ist nicht alles“, sagte John-Christian Eilert. Durch die neue Staffelung der Geschosse werde die Bebauung lockerer und hübscher, das Erdgeschoss erhalte mehr Sonne, und man könne die nötigen Parkplätze bereitstellen. Katharina von Platen verwies auch darauf, dass es aus der Nachbarschaft „heftige Reaktionen“ auf die alte Variante gegeben habe. Aleksandar Trifunovic (CSU) sagte zudem, dass die 9,25 Euro „immer noch deutlich unter dem Marktpreis“ seien.

Neues Wohnviertel Kompromissvorschlag findet keine Mehrheit

Mit einem Kompromiss versuchte Martin Janner (PM), die Wogen zu glätten. Er schlug vor, den Wohnblock an der Wölflstraße viergeschossig zu lassen. Auf diese Weise, so hieß es, würden insgesamt 19 statt 22 Wohnungen wegfallen und die Miete schätzungsweise unter die neun Euro sinken. Quer durch die Fraktionen gab es zwar Befürworter. Eine Mehrheit fand der Vorschlag – mit elf Stimmen – aber nicht.

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