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Zum Abschied ein Geschenk: Katrin Fügener bekam es von Peter Stief, einem der Café-Helfer, überreicht.

Zehn Jahre Café International

Zum Abschied gab es Tulpen

Ein bisschen wehmütig war die Feier in der Penzberger Stadtbücherei schon: Weil die Geburtstagsfeier anlässlich zehn Jahre Café „International“ das Ende der Veranstaltungsreihe markiert. Aber es schwang die Hoffnung mit, dass es mit dem Treff weiter gehen wird.

Penzberg – Die Tulpe sagte alles. Die leuchtend-bunten Blumen, die Katrin Fügener an ihre vielen ehrenamtlichen Helfer verteilte, sollten laut der scheidenden Initiatorin des Cafés „International“ Zeichen sein für die vielen Freundschaften, die während der vergangenen zehn Jahre unter Einheimischen und Zugezogenen der unterschiedlichsten Nationalitäten entstanden sind. Denn „miteinander reden statt übereinander“ sei von Anfang an die Grundidee gewesen, so Fügener. Viele Café-Besucher hatten sich zum Abschied in der Bücherei versammelt. Dazu Vertreter der islamischen Gemeinde, der Kirche und der Kommunalpolitik. Viele von ihnen wollten nicht glauben, dass Fügener wirklich aufhören würde, den Treff zu organisieren. Aber die Büchereileiterin blieb unbeirrbar. „Es war immer unheimlich schön“, bilanzierte sie in ihrer Abschiedsrede. „Gestärkt und bereichert“ haben sie die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Aber es sei für sie auch anstrengend gewesen, und der runde Geburtstag sei nun „ein guter Anlass, um freiwillig zu gehen“.

Dass mit ihrem Abschied das Café – zumindest vorerst – stirbt, ist ihr bewusst. Aber vielleicht, so hofft sie, braucht es erst einmal eine gewisse Leere, aus der heraus dann etwas Neues entstehen kann? In jedem Fall ist Fügener überzeugt, dass die durch das Café entstandenen Freundschaften weiterblühen werden – so wie die Tulpen. Denn: „Das Café bin nicht ich. Das sind wir alle.“

Zweiter Bürgermeister Dr. Johannes Bauer würdigte das Café „International“ als einen Ort, wo Menschen zwanglos miteinander ins Gespräch kommen. In den gemeinsamen Unternehmungen seien Vorurteile abgebaut worden und ein Gemeinschaftsgefühl entstanden. Bauer würdigte Fügeners „Motivationskraft und Ideenreichtum“ und überreichte ihr einen Blumenstrauß. Denn „für Dinge, die unbezahlbar sind“, könne man nur Blumen schenken.

Zum Café-Geburtstag gab es einen Vortrag: Unter dem Titel „Migration als Chance für Penzberg“ sprach Mara Blaser von den wirtschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Vorteilen, die der Zuzug von Fremden bedeuten könnte. Dazu hat die Wissenschaftlerin der Uni Augsburg unter anderem mit Asylbewerbern und Arbeitgebern gesprochen. Ihren Studien zufolge könnte der Zuzug der Überalterung entgegenwirken und den Arbeitsmarkt positiv beeinflussen, in dem unter anderem freien Stellen besetzt werden. Die Kulturen und Religionen könnten sich durch den Austausch, der in Penzberg auch dank der islamischen Gemeinde möglich ist, gegenseitig bereichern. Allerdings seien ihre Penzberger Studien nur teilweise auf andere Städte übertragbar.

Franziska Seliger

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