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Die Penzberger CSU-Spitze um den Vorsitzenden Nick Lisson (Mitte), neben ihm mit Blumenstrauß die Iffeldorfer CSU-Vorsitzende Michaela Liebhardt, die Wahlleiterin war.

Zwei Jahre nach dem großen Knall: CSU-Chef Nick Lisson erhält alle Stimmen

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Vor zwei Jahren kam es in der Penzberger CSU zum großen Knall. Im Streit mit CSU-Chef Nick Lisson traten Mitglieder aus, im Stadtrat gründete sich die neue FLP-Fraktion. Mittlerweile präsentiert sich die CSU wieder geschlossen: Die Mitglieder bestätigten Nick Lisson am Donnerstag in geheimer Wahl einstimmig als Vorsitzenden.

Penzberg – „Dunkel können wir uns daran erinnern“, witzelte CSU-Chef Nick Lisson am Donnerstagabend in der Hauptversammlung über die Vorstandswahl vor zwei Jahren, in dessen Folge sich der Ortsverband gespalten hatte und er selbst Federn lassen musste. Die CSU sei damals bei Null gestanden, sagte er. „Man muss nichts schönreden.“ Und: „Mir sind Fehler unterlaufen.“ Lisson sagte aber auch über den Ortsverband nach dem Knall: „Herausgekommen ist das stärkste und tollste Team, das man sich in einer Partei wünschen kann.“ Jeder stehe für den anderen ein, man könne sich auf Inhalte konzentrieren und die Fraktion mit Ideen beliefern, „dass es der Bürgermeisterin schwindlig wird“.

Dass die Position des Vorsitzenden zwei Jahre nach dem Bruch gefestigt ist, zeigte die Neuwahl: Lisson wurde von den 29 Anwesenden in geheimer Wahl einstimmig für zwei weitere Jahre bestätigt. Annähernd einstimmige Ergebnisse erhielten auch die übrigen Vorstandsmitglieder, darunter Aleksandar Trifunovic, der vor zwei Jahren als Nachfolger von Jack Eberl nur knapp gewählt wurde.

Dem CSU-Chef war 2017 von seinen parteiinternen Gegnern Michael Kühberger, André Anderl und Jack Eberl vorgeworfen worden, dass die CSU politisch nicht mehr präsent sei und er sich selbst lieber für die JU engagiere. Lisson hatte damals auf eine Verjüngung des Vorstands mit JU-Mitgliedern gesetzt, darunter Aleksandar Trifunovic anstelle von Jack Eberl. Bei der Wahl erhielt Lisson 27 Stimmen, sein Gegenkandidat Kühberger kam auf 18 Stimmen. Lisson sprach von einem Putschversuch, seine Gegner sprachen von einem Kasperlverein.Der Riss war nicht mehr zu kitten, auch nicht vom CSU-Kreisvorsitzenden und damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der als Vermittler extra nach Penzberg kam. Die Stadtratsmitglieder Kühberger, Anderl und Eberl traten aus der CSU aus und gründeten eine eigene Stadtratsfraktion, aus der die neue Wählervereinigung FLP hervorging. Was das für die Mitgliederzahl bedeutete, wurde am Donnerstag nicht gesagt. Nur so viel: Derzeit sind es 108 Mitglieder. Vor zwei Jahren waren es noch 133.

Am Donnerstag ging es allerdings ohnehin mehr um die Zukunft, sprich den Kommunalwahlkampf. Lisson erzählte, dass es durchaus Bedenken gab, mit zwei CSU-Bewerbern für die Bürgermeisterkandidatur in die Öffentlichkeit zu gehen und sich nicht – wie üblich – vorab auf einen Kandidaten zu verständigen. Er selbst zeigte sich von der Neuerung überzeugt: „Ich bin sehr stolz darauf, wie es derzeit läuft, beide Bewerber schätzen sich sehr.“ Die Penzberger CSU gehe da überregional mit gutem Beispiel voran, sagte Lisson. „Wir kriegen viele Anfragen, wie wir das hinbekommen.“ Zu Worte kamen die beiden parteiinternen Bewerber Michael Schmatz und Stefan Korpan am Donnerstag auch. Sie stellten sich den Mitgliedern vor, die am 1. Juni einen von beiden zum Bürgermeisterkandidaten küren sollen: Schmatz leibhaftig und Korpan per Live-Schaltung – vom Trainingslager des ESV Penzberg am Gardasee.

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