Eingang zum Museum in Penzberg.
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Das Museum ist beim Stromverbrauch das städtische Sorgenkind.

Museum und Bürgermeister-Prandl-Schule

Klimaschutzziele: Stadt Penzberg hat zwei Sorgenkinder beim Energieverbrauch

  • vonWolfgang Schörner
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Klimaschutzmanager Carl-Christian Zimmermann hat für 13 Gebäude, die der Stadt Penzberg gehören, einen Energiebericht vorgelegt. Sorgenkinder beim Energieverbrauch sind die Bürgermeister-Prandl-Schule und das Museum. Aber auch andere Gebäude verbrauchen zu viel Energie. Die Rede ist schon von einem Sanierungsstau.

Penzberg – Im November 2019 hatte der Penzberger Stadtrat ein Klimapaket geschnürt. Ein Teil des Pakets war die Forderung, für städtische Gebäude einen Energiebericht zu erstellen, der den Strom- und Wärmeverbrauch auflistet. Auf dieser Basis, hieß es, soll ein Sanierungsplan folgen, um für die Gebäude bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Der städtische Klimaschutzmanager Carl-Christian Zimmermann legte nun diesen Energiebericht vor, an dem auch die „Energiewende Oberland“ beteiligt war. Er zeigt jeweils den Verbrauch des Jahres 2019 an und definiert Zielwerte, auf die der Verbrauch gesenkt werden soll. Untersucht wurden zum Beispiel die Stadthalle, das Jugendzentrum und die Seniorenwohnungen an der Sigmundstraße genauso wie das Feuerwehrgebäude, der AWO-Kinderhort an Winterstraße, das Rathaus und das Jugendzentrum.

Wärmeverbrauch: Bei Bürgermeister-Prandl-Schule der „größte Handlungsbedarf“

Was beim Vergleich ins Auge springe, sagte Zimmermann bei der Präsentation im Stadtrat, sei die Bürgermeister-Prandl-Schule. Laut dem Bericht liegt sie beim Wärmeverbrauch einsam an der Spitze. Der Jahresverbrauch (1,8 Millionen Kilowattstunden) ist zudem drei Mal so hoch wie der Zielwert. Nichts zu tun hat dies mit Lüften während der Corona-Pandemie – alle Werte sind aus dem Jahr 2019.

Bei der Bürgermeister-Prandl-Schule bestehe der „größte Handlungsbedarf“, sagte Zimmermann. Wenig gebracht haben offenbar eine Heizungssanierung sowie ein teilweiser Fenstertausch und eine Fassadendämmung im Jahr 2018. Der Wärmeverbrauch sei wieder auf demselben Niveau wie vor der Sanierung, heißt es in dem Bericht. Spitzenreiter im Gebäudevergleich ist das Schulhaus auch beim Stromverbrauch. Er liegt doppelt so hoch wie der Zielwert.

Beim Stromverbrauch ist das Museum das Sorgenkind

Beim Stromverbrauch ist allerdings das Penzberger Museum das Sorgenkind, das beim Wärmeverbrauch hingegen gut dasteht. Es steche heraus, sagte Zimmermann. Das Museum hat den zweithöchsten Stromverbrauch, der aber um ein Vielfaches über dem Zielwert liegt. Das Problem ist laut dem Klimaschutzmanager die Lüftungsanlage, „die im Regelbetrieb wohl nicht so gut funktioniert“. Einen „dringenden Handlungsbedarf“ stellte er auch bei der Aussegnungshalle am Friedhof fest. Sie hat den zweithöchsten Stromverbrauch, der ebenfalls um ein Vielfaches über dem Zielwert liegt.

Ein besseres Bild zeichnet der Bericht bei anderen städtischen Gebäuden. Handlungsbedarf sieht er dennoch bei den Seniorenwohnungen, der Grundschule an der Birkenstraße, dem AWO-Kinderhaus an der Birkenstraße, der Stadthalle und dem Feuerwehrhaus – in allen Fällen beim Wärmeverbrauch.

Klimaschutzmanager kündigt Sanierungskonzept an - BfP warnt vor Sanierungsstau

Klimaschutzmanager Zimmermann erklärte, dass er nun aufgrund dieser Daten von 2019 ein energetisches Sanierungskonzept auf den Weg bringen werde. Momentan stehe man allerdings erst am Anfang. Der Energiebericht, sagte er, sei der erste Schritt. Das Bauamt erklärte, dass für die Bürgermeister-Prandl-Schule aktuell eine umfangreiche Bestandsaufnahme stattfinde, die die Schule hinsichtlich des Sanierungsbedarfs bewerten soll. Für den gestiegenen Stromverbrauch, hieß es, gebe es noch „keine plausible Erklärung“. Zum Museum erklärte das Bauamt, dass die Lüftungsanlage wegen „defekten Betonkernaktivierungen und falscher Planung der Anlage die komplette Kühlfunktion des Gebäudes übernehme“ müsse. SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber fragte in dem Zusammenhang, ob jemand dafür regresspflichtig gemacht werden könne.

„Wenn ich das so anschaue, kommen viele Projekte auf uns zu“, sagte BfP-Fraktionschef Armin Jabs. Es sehe wie „ein Sanierungsstau“ aus. Er schlug vor, die Verantwortlichkeiten in einer zentralen Stelle im Rathaus zu bündeln, „damit wir eine zügige Sanierung der Gebäude hinkriegen“.

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