Spaziergang im Jahr 2014: Eine Delegation der Landesgartenschau-GmbH besichtigte damals Penzberg mit Vertretern der Stadt und des Landkreises. Drei Wochen später fiel die Entscheidung: Nicht Penzberg, sondern Lindau erhielt den Zuschlag für 2021.
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Spaziergang im Jahr 2014: Eine Delegation der Landesgartenschau-GmbH besichtigte damals Penzberg mit Vertretern der Stadt und des Landkreises. Drei Wochen später fiel die Entscheidung: Nicht Penzberg, sondern Lindau erhielt den Zuschlag für 2021.

Einmal hat es Penzberg schon versucht - für 2021

Zweiter Anlauf für Landesgartenschau - soll sich Penzberg bewerben?

  • vonWolfgang Schörner
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Bei der Stadt Penzberg spielt man mit dem Gedanken, sich für eine Landesgartenschau zu bewerben. Dabei würde es sich um eine der bayerischen Gartenschauen in den Jahren von 2028 bis 2032 handeln, die als nächstes vergeben werden. Penzberg hatte sich schon einmal beworben – für das Jahr 2021.

Penzberg – 1980 fand die erste Landesgartenschau in Bayern statt, damals in Neu-Ulm. Seither folgten weitere 18, außerdem noch zwölf „kleine Landesgartenschauen“. Diese kleinere Variante wird heuer das letzte Mal veranstaltet: in Lindau am Bodensee. Künftig gibt es nur noch ein Format. Bis 2027 sind die Austragungsorte laut der „Bayerischen Landesgartenschau GmbH“ bereits vergeben. Die nächste Bewerbung betrifft die Jahre von 2028 bis 2032. Kommunen müssen dafür bis Ende Juni ihr Interesse bekunden und eine grobe Ideenskizze vorlegen. Für die Abgabe der Bewerbungsunterlagen samt Konzept haben sie aber sehr viel länger Zeit: bis April 2022. Die Vergabe ist für Mitte 2022 geplant.

Stadtrat soll entscheiden, „ob das für Penzberg interessant wäre“

Womöglich wird sich auch Penzberg bewerben. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) hatte vor kurzem im Stadtrat mitgeteilt, dass Martin Richter-Liebald, Geschäftsführer der Landesgartenschau-GmbH, an die Stadt herangetreten sei. Korpan schlug vor, ihn für eine der nächsten Sitzungen einzuladen, damit er darüber informiert, was eine Landesgartenschau mit sich bringt, welche Verpflichtungen die Stadt eingehen und welche Zuschüsse es geben würde. Der Stadtrat könne dann entscheiden, „ob das für Penzberg interessant wäre“, sagte Korpan.

Penzberg hat sich schon einmal beworben - für 2021

Penzberg hatte sich schon einmal fast beworben und einmal tatsächlich beworben, und zwar jeweils für eine „kleine Landesgartenschau“, die einst unter dem Titel „Natur in der Stadt“ eigens für Städte in der Größe von Mittelzentren entwickelt worden war. Das erste Mal war 2001. Damals bekundete der Stadtrat zwar Interesse daran, die Gartenschau 2009 nach Penzberg zu holen. Kurz darauf strich er aber die Planungskosten wieder: wegen geringer Aussichten. Der zweite und ernsthaftere Anlauf folgte 2013. Damals bewarb sich Penzberg für 2021, allerdings ohne Erfolg. Den Zuschlag erhielt ein Jahr später Lindau am Bodensee, das die kleine Gartenschau heuer von Mai bis September veranstalten will, gleichzeitig mit der großen Landesgartenschau in Ingolstadt, die vergangenes Jahr coronabedingt verschoben werden musste.

Bewerbung für kleine Landesgartenschau war damals nicht unumstritten

Die Penzberger Bewerbung war 2013 allerdings nicht unumstritten. Damals stimmte eine Stadtratsmehrheit erst nach längerem Zögern zu. Stadtratsmitglieder befürchteten, dass die Stadt dafür mehrere Millionen Euro in die Hand nehmen müsste. Verwiesen wurde darauf, dass das oberpfälzische Tirschenreuth für die Gartenschau 2013 im Vorfeld 7,1 Millionen Euro ausgegeben hatte. Andererseits hieß es, dass der Freistaat 1,6 Millionen Euro beigesteuert habe und die Gartenschau viele Besucher anziehe, die wiederum Geld im Ort lassen. Damals hatte Stadtbaumeister Justus Klement („Das ist keine Blümchenschau“) erklärt, dass im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung ohnehin angedacht sei, die Grünräume im Stadtgebiet, etwa die Bachläufe und die Fußwege, aufzuwerten. Als Herzstück einer Gartenschau nannte er damals das Müllerholz-Gebiet.

Umweltminister spricht von „Investitionen in die Zukunft“

Ähnlich wirbt – vor der nächsten Bewerbungsrunde – Umweltminister Thomas Glauber für die Landesgartenschauen. Sie seien „Investitionen in die Zukunft und in die Lebensqualität vor Ort“. Sie eigneten sich, „die Artenvielfalt zu erhöhen und das Stadtklima nachhaltig zu verbessern“. Die „Landesgartenschau GmbH“ selbst spricht davon, dass dauerhafte Grün- und Erholungsflächen geschaffen sowie örtliche Wirtschaft und Tourismus profitieren würden. Andererseits gab es in der Vergangenheit auch Städte, in denen sich die Bevölkerung in Bürgerentscheiden gegen schon geplante Landesgartenschauen aussprachen. Der Fall war dies in Traunstein und Erlangen.

Heuer finden die Schauen in Ingolstadt und Lindau statt. Danach sind die nächsten Austragungsorte Freyung (2023), Kirchheim bei München (2024), Furth im Wald (2025), Schweinfurt (2026) und Bad Windsheim (2027).

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