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Antikörpertest: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Roche-Werk in Penzberg.

Roche stellt in Penzberg Corona-Antikörpertest vor: „Wichtiger Tag im Kampf gegen Pandemie“

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Das Unternehmen Roche liefert ab sofort seinen neuen Corona-Antikörpertest aus, der in dessen Penzberger Biotechnologiewerk entwickelt worden ist. Noch im Mai sollen bundesweit drei Millionen Tests zur Verfügung stehen. Roche gab zudem bekannt, 420 Millionen Euro in Produktion und Forschung zu investieren.

Penzberg – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezeichnete den neuen Antikörpertest am Montag als „eine wichtige neue Wegmarke im Kampf gegen das Virus“. Spahn war mit Ministerpräsident Markus Söder (“Ein wichtiger Tag im Kampf gegen die Pandemie“) und Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrindt in das Biotechnologiewerk nach Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) gekommen, um das Forschungs- und Entwicklungslabor für Corona-Tests zu besichtigen.

Der neue Antikörpertest soll Aufschluss über den tatsächlichen Stand der Corona-Infektionen geben. Spahn verwies darauf, dass rund 80 Prozent der Infektionen ohne Symptome verliefen. Noch mehr Bedeutung werde der Test erlangen, sobald mehr Wissen über die Immunität nach einer Infektion vorliegt, sagte er. Laut Roche wäre dies ein Beitrag zur Rückkehr in die Normalität. Spahn bezeichnete das Penzberger Roche-Werk am Montag als „Eldorado für Diagnostika-Wissen“. Ministerpräsident Söder stellte die Kürze der Zeit heraus, in der der Test entwickelt wurde: „Ich bin sehr beeindruckt, das ist Champions League.“

Roche will insgesamt 100 Millionen Antikörpertests im Monat produzieren

Das Unternehmen sagte zu, dass es noch im Mai drei Millionen Antikörpertest für das deutsche Gesundheitssystem produzieren wird. In den Folgemonaten soll die Zahl auf monatlich fünf Millionen Tests für Deutschland steigen. Profitieren sollen aber auch andere Länder. Laut Konzernchef Christoph Franz wird die Gesamtproduktion für den weltweiten Markt bei monatlich 100 Millionen Tests liegen, hergestellt an den Roche-Standorten in Penzberg und Mannheim. In Anwesenheit von Spahn und Söder gab Roche zudem bekannt, dass es 170 Millionen Euro in den Ausbau von biochemischen Produktionsanlagen investiert, um den neuen Antikörpertest in größeren Mengen herstellen zu können.

Millionen-Investition in Aufbau eines Forschungszentrums für Pandemien

Zugleich teilte Roche mit, dass es in Penzberg über vier Jahre weitere 250 Millionen Euro in den Aufbau eines neuen Forschungszentrum für diagnostische Tests investieren will. Dabei soll es sich um ein Netzwerk mit Forschungsinstituten handeln. Ministerpräsident Söder kündigte an, dass sich der Freistaat an dem Zentrum für Infektions- und Pandemieforschung mit 40 Millionen Euro beteiligen werde. Dies sei eine Investition in die Zukunft, sagte er. Denn es sei klar, so Söder, dass es in den nächsten Jahren immer wieder Herausforderungen durch solche Krankheiten geben werde.

Bluttest wird in Labors auf speziellen Geräten vorgenommen

Der in Penzberg entwickelte Bluttest zum Nachweis von Antikörpern gegen Sars-CoV-2 hat laut Konzernchef Franz ein völlig neues Qualitätsniveau. Nach Angaben des Unternehmens kann er mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit nachweisen, ob eine Person mit dem Coronavirus infiziert war. Anders als andere Antikörpertest könne der Test unterscheiden, ob eine Infektion mit einem anderen Coronavirus vorliegt. Für die Tests kann das Blut in Krankenhäusern oder Praxen abgenommen werden. Danach wird in Labors das Blut auf speziellen Geräten analysiert, von denen es in Deutschland rund 2000 gibt. Weltweit gibt es laut Roche 40 000 solche Gerätesysteme.

Roche hatte bereits zwei Tests für akute Corona-Infektionen entwickelt

Spahn erklärte am Montag auf Nachfrage, dass grundsätzlich jeder den Test „wenn man selbst zahlt“ und „nach Verfügbarkeit“, machen lassen kann. Für eine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen soll ihm zufolge diese Woche ein Gesetz im Bundestag behandelt werden. Das Unternehmen Roche hatte bereits im Januar und März zwei Tests auf den Markt gebracht, mit denen akute Corona-Infektionen festgestellt werden. Für diese Tests werden in dem Penzberger Werk die Einsatzstoffe und Reagenzien produziert.

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