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Die Penzberger Corona-Teststelle auf dem Volksfestplatz.

Betrieb wird heruntergefahren

Teststelle auf der Berghalde: 308 Corona-Tests in zehn Wochen

  • vonWolfgang Schörner
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Seit zehn Wochen gibt es die Corona-Teststelle in Penzberg, betrieben von Ärzten aus Penzberg und Umgebung. 308 Rachenabstriche für Corona-Tests wurden dort genommen. Der Betrieb der Station wird nun heruntergefahren.

Penzberg – Ende März hatte der Ärzteverbund der Region Penzberg die Corona-Teststation auf dem Volksfestplatz eingerichtet. Bis Mitte April waren es dort bis zu zwanzig Tests pro Tag. Danach sank die Zahl auf fünf bis maximal zehn Tests am Tag. Insgesamt summierten sich die Rachenabstriche bei der Teststation bis vergangenen Donnerstag auf 308. Diese Bilanz zogen nun Stefan Bloch und Peter Lidzba auf Anfrage der Heimatzeitung. Die beiden Internisten gehören zu jenen niedergelassenen Ärzten, die selbst auf der Berghalde Abstriche nehmen. Insgesamt beteiligen sich im Wechsel Ärzte und medizinisches Personal aus zehn Praxen des Ärzteverbunds. Spontan hätten sich zu Anfang auch Helfer gemeldet, zum Beispiel ehemalige Rettungssanitäter und Fachpersonal, erzählen Lidzba und Bloch. Momentan sei die Hilfe aber nicht mehr nötig.

Betrieb der Corona-Teststation wird heruntergefahren

Die Testzeiten auf der Berghalde werden nun heruntergefahren. Das war schon in den vergangenen Wochen einmal der Fall. Ab dieser Woche werden Rachenabstriche nur noch von 14 bis 15 Uhr montags bis freitags (außer Feiertagen) genommen. Darauf hat sich der Ärzteverbund vergangene Woche geeinigt. „Wir hatten in den letzten drei Wochen keine Neuerkrankungen in der Region“, begründet dies Peter Lidzba. „Nur ein kleiner Ausbruch, aber keinen flächendeckenden Anstieg“, so Stefan Bloch.

Corona-Teststelle: Kein Abbau, um im Notfall schnell reagieren zu können

Das muss nicht so bleiben. Durch die Aufhebung von Einschränkungen könne es zu Hotspots kommen, sagt Peter Lidzba, also zu einem lokalen Anstieg der Infektionszahlen. Dann, wenn sich Menschen zu nahe kommen. „Die Teststation in Penzberg wird zwar heruntergefahren. Aber sie wird nicht abgebaut, um schnell reagieren zu können, wird sie aber nicht abgebaut“, so Lidzba, der die Teststelle mit Christoph Kempf (beide haben eine Gemeinschaftspraxis in Penzberg) Ende März initiiert hatte.

Keine Antikörpertests in der Teststation auf dem Volksfestplatz

Insgesamt haben die beiden Ärzte aber den Eindruck, dass die Menschen sehr diszipliniert sind. Jetzt im Sommer, mit Abstand im Freien, sieht Bloch keine Probleme. Er fürchtet jedoch, dass im Herbst, wenn sich das Leben wieder nach drinnen verlagert, mehr Fälle auftreten. „In welchem Ausmaß kann man nicht sagen“, sagt er. So gering, wie die Durchseuchung ist, dauere es lange, bis eine Herdenimmunität vorhanden sei. „Da wird ein Impfstoff vorher kommen“, glaubt er. Lidzba geht davon aus, dass die Teststelle in Penzberg bis ins späte Frühjahr 2021 bestehen bleibt. Für Antikörpertests dagegen, sagt er, werde die Station nicht gebraucht. Diese können in den Praxen gemacht werden.

Teststation am Volksfestplatz als „ausgelagerte Praxisräume“

Zwei Corona-Teststationen gibt es im Landkreis. Die eine befindet sich seit Mitte März in Weilheim und wird vom Gesundheitsamt betrieben. Das bayerische Innenministerium hatte damals die Landkreise aufgefordert, je eine Abstrichstation für Coronavirus-Tests pro Flächenlandkreis einzurichten. Allerdings können niedergelassene Ärzte nach Absprache mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landkreis selbst in einer Gemeinschaftsaktion eine Station aufbauen, quasi als „ausgelagerte Praxisräume“, wie es das Gesundheitsamt nennt. So ist es in Penzberg geschehen. Die Praxen, vor allem die Hausärzte, des Ärzteverbunds der Penzberger Region schicken seither ihre Patienten, bei denen ein Infektionsverdacht besteht – gemäß den Indikationen des Robert-Koch-Instituts – samt Testmaterialien zum Volksfestplatz. Dort fahren sie mit dem Auto vor, bleiben sitzen und lassen den Rachenabstrich machen.

Das Ergebnis, so Stefan Bloch, liege meist am Abend des nächsten Tages vor. Bis dahin müsse sich der Patient in häusliche Quarantäne begeben. Wie viele Patienten bei der Station insgesamt positiv getestet wurden, wissen die beiden Ärzte nicht. Lidzba kann aber anhand seiner Patienten sagen, dass sechs von sieben positiv getesteten Menschen ambulant zu Hause betreut werden konnten, als keine so schweren Verläufe hatten, dass sie ins Krankenhaus mussten. „Die Praxen haben da eine wichtige Aufgabe“, sagt er.

Eine Bitte hat Stefan Bloch noch: Risikopatienten und Menschen, die bei der Arbeit viel Kontakt haben, empfiehlt er, sich im kommenden Herbst gegen Grippe impfen zu lassen – damit nicht beides, Grippe und Covid-19, zusammenkommt.

Corona-Pandemie: Live-Ticker zur Situation im Landkreis Weilheim-Schongau

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