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Zuletzt kam es zwei Mal zu Zwischenfällen bei Einsätzen (Symbolfoto).

Mehrere Zwischenfälle in Bayern

Aufdringliche Gaffer stören Reanimation - Autofahrer durchbricht Sperre und verletzt Feuerwehrmann

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    Marcel Görmann
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In Stegaurach ist ein Feuerwehrmann angefahren worden, weil ein Autofahrer eine Straßensperre durchbrach. Wenige Tage zuvor behinderten Gaffer eine Reanimation.

Update 23. September, 18.50 Uhr: Drei Frauen, eine von einen ist Ärztin, waren als Ersthelferinnen vor Ort. Sie spannten eine Decke und halfen damit, den Verunfallten vor den Blicken der Gaffer zu schützen. Nun gab es in Stegaurach (Landkreis Bamberg) einen Zwischenfall, bei dem sich ein Ungeduldiger nicht an die Anweisungen der Helfer vor Ort gehalten hat. Ein 68-Jähriger hat einen Feuerwehrmann angefahren, der die Straße nach einem Brandalarm absperrte. Dabei wurde der 32-Jährige leicht am Knie verletzt. Der Autofahrer habe sich nicht um den Verletzten gekümmert und ihn sogar noch beschimpft, berichtet die Polizei.

Stegaurachs Bürgermeister Thilo Wagner (FW) erklärte: „Ich finde das traurig und mich ärgert es, dass gegen unsere Einsatzkräfte, die das Ganze ehrenamtlich machen, so ein Verhalten an den Tag gelegt wird.“ Aktuell wird gegen den Autofahrer ermittelt. Sogar ein Führerscheinentzug scheint möglich.

Aufdringliche Gaffer stören Reanimation: Familie des Toten mit bewegendem Statement

Update 23. September, 11.36 Uhr: Nach dem tragischen Unfall in Penzberg, bei dem ein 67-jähriger Radfahrer verstarb und die Rettungskräfte die neugierigen Gaffer zurückdrängen musste, hat sich nun die Familie des Toten mit der Bitte die Redaktion gewandt, eine kurze Stellungnahme zu den Geschehnissen in Penzberg zu veröffentlichen.

„Unsere tiefe Dankbarkeit und Wertschätzung geht insbesondere an die Ersthelfer am Unfallort, den Rettungskräften, der Polizei Penzberg, dem Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuz, sowie den Ärzten Schwestern und Pflegern der Asklepiosklinik Bad Tölz. Sie haben alles Menschenmögliche und auch medizinische versucht.

An die ‚Gaffer‘ können wir nur appellieren, wir hoffen, dass Sie persönlich oder ein liebendes Familienmitglied niemals solch Erfahrung machen muss! Schämen Sie sich dafür!“

Penzberg: Gaffer behinderten laufende Reanimation von verunglücktem Radfahrer

Wie die Polizei berichtete, hätten Unfallzeugen immer wieder neugierige Passanten zurückdrängen müssen. Sogar die laufende Reanimation des Verunfallten sei durch die Gaffer enorm behindert worden. Den Gaffern droht nun eine empfindliche Strafe.

Erstmeldung vom 20. September, 21.41 Uhr: Gaffer behindern Reanimation von Unfallopfer in Penzberg

Penzberg - Am Donnerstag kam es zu einem tragischen Unfall im oberbayrischen Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau), der nun zu einer außergewöhnlichen Pressemitteilung der Polizei führte. 

Zunächst jedoch die traurige Hauptnachricht: Ein 67-Jähriger verstarb nach einem Unfall mit seinem Fahrrad. Er war gegen 15.15 Uhr mit dem Fahrrad umgekippt und auf den Bordstein gefallen. Zwar trug der Mann einen Helm, er zog sich dennoch eine Platzwunde am Kopf sowie Rippenbrüche zu. Der Verletzte blieb reglos auf der Straße liegen. Nach einer Erstversorgung durch zwei zufällig am Unfallort anwesende Ärzte, wurde er unter laufender Reanimation in die Klinik nach Bad Tölz gebracht. Offenbar auf Grund einer Vorerkrankung, die vermutlich auch für den Sturz ursächlich war, überlebte das Unfallopfer nicht. 

Penzberg/Bayern: Gaffer stören Ersthelfer - Polizei mit Standpauke

Außergewöhnlich an der traurigen Meldung der Polizeiinspektion Penzberg ist eine „Standpauke“ an die Gaffer. Zwei Unfallzeugen hätten neugierige Passanten in Schach halten müssen, damit sich die Ersthelfer ungestört um den Verletzten bemühen konnten. Ständig hätten Gaffer die laufende Reanimation gestört. In der Pressemeldung der Polizei heißt es: Diese Gaffer „wollten nah dran sein, um alles sehen zu können.“ Auch Fahrzeuge seien sogar extra stehen geblieben. Um die Blicke zu unterbinden, musste eine Rettungsdecke aufgespannt werden. 

Polizei Penzberg über Unfall-Gaffer: „Entschuldigungen kann man das nicht“

Zum Ende der Pressemeldung folgt eine regelrechte Standpauke der Penzberger Polizei: „Entschuldigen kann man einen solchen Umstand nicht.“ Die sensationsgierigen Zeugen müssten mit erheblichen Strafen rechnen, sofern ihre Personalien bekannt werden. Die Polizei verfolge diese Vergehen außerordentlich. 

Handy-Gaffer auf Autobahnen: Polizist und Feuerwehrmann griffen zu drastischen Maßnahmen

Der Polizist Stefan Pfeiffer wurde über Nacht berühmt, weil ein Video zeigte, wie er Gaffer nach einem tödlichen A6-Unfall fragte, ob sie die Leiche sehen wollen. Die Polizeigewerkschaft will Pfeiffers Popularität jetzt nutzen. Die Gaffer sorgten damals zusätzlich für ein Verkehrschaos auf der Autobahn. Jetzt fordern auch Politiker drastische Konsequenzen für solch ein Verhalten, wie Merkur.de* berichtete.

Auch auf der A3 sorgten Handy-Gaffer für Aufsehen. Einem Feuerwehrmann platzte der Kragen. Er spritzte sie mit seinem Schlauch ab - im Netz wurde er dafür teilweise kritisiert, schreibt Merkur.de. Auch die Polizei ging auf Distanz zur Feuerwehr-Aktion gegen die Gaffer (Merkur.de*).

Auf der A8 bei Augsburg ist ein Lkw-Fahrer auf einen anderen Lkw aufgefahren. Der Mann wurde eingeklemmt. Es kam zu Stau in beiden Richtungen - auch aufgrund von Gaffern. (Merkur.de*)

Merkur.de* hat kürzlich über eine Polizeikontrolle in Berlin berichtet. Dabei wurde der Rapper Fler angehalten, der die Beamten daraufhin beleidigte.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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