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Starker Auftritt: Vocalensemble, Sinfonieorchester und Solisten in Christkönig. 

„ländliche konzerte“  

Eine Rarität in aller Schönheit

Penzberg - Chor und Orchester um Günther Pfannkuch boten eine herausragende Aufführung.  Zu Gehör kam Michael Haydns „Requiem“.

Großer Rahmen für ein wenig bekanntes „Requiem“: Das Werk von Johann Michael Haydn kam am Sonntag in der Christkönigkirche zur Aufführung. Unter der Leitung von Günther Pfannkuch bewiesen die Interpreten der „Ländlichen Konzerte“, dass aus der Schatzkiste der Musik immer noch neue Perlen gezogen – und mehr noch: gebührend poliert – werden können. In einer kurzen Festrede gratulierte Johannes Meyer den „Ländlichen Konzerten“ zu ihrem 25-jährigen Bestehen. Gut 50 000 Besucher hätten seit 1991 über 250 Konzerte erlebt, resümierte Penzbergs Musikschulleiter und richtete sein Lob besonders auf den künstlerischen Leiter, Günther Pfannkuch. Der reagierte bescheiden, lobte Meyer als „wichtigsten Mann im Hintergrund“ und die Mitwirkenden für ihr Engagement und Mitdenken.

Das Konzert begann auf der Empore. Begleitet von einer Truhen-Orgel, stimmte der kurzfristig eingesprungene Tenor David Fischer in ruhiger Eindringlichkeit Monteverdis „Salve Regina“ an. Fein moduliert sorgte der Gesang für innere Sammlung bei den Zuhörern. Übrigens war das Publikum – ein besonderes Kompliment an die „Ländlichen Konzerte“ – ungewöhnlich breit gefächert, und auch jüngere Jahrgänge waren vertreten.

Monteverdis „Confetibor“, weiterhin von der Empore, gesellte Volinen und Sopranstimme dazu und bewies das Penzberger Talent, dem erhabenen Geist der „Alten Musik“ mit Seele nachzuspüren. Purcells A-cappella-Stück „How long wilt Thou be angry“ stellte sodann den Chor einzeln in den Raum. Höchst klangvoll und klar folgten die Sänger den anfangs sehr bedrückten, dann immer prägnanter bewegten Strophen. Das „Requiem“ von Michael Haydn – Bruder des bekannteren Joseph Haydn – vereinte alle Mitwirkenden. Durch sorgfältige Differenzierung der Dynamik bot das zurückgenommene Orchester bestens Raum für den harmoniesicheren Chor. Oft endeten die Gesangszeilen zu Pauken und Trompeten, wobei die Ausführenden in ihrem punktgenauen Schlussgestus aufblitzten, als setzten sie gleichsam akustische Ausrufungszeichen. Diese interpretatorische Farbigkeit machte aus dem vermeintlich schwermütigen Requiem ein Gesamtkunstwerk, das hörbar und spürbar auf die Überwindung der Dunkelheit gerichtet war. Der lebendige Zug von Pfannkuchs Dirigat war mehr als nur tröstlich, er zielte geradezu auf ein dynamisches Überwinden der Bedrückung: Heller als hier hat ein Silberstreif am Horizont kaum je gestrahlt.

Dem geistlichen Gehalt der Musik geziemend verhalten koloriert, zeigten sich die weiteren Solisten – Katharina Burkhart (Sopran), Florence Losseau (Alt) und Daniel Holzhauser (Bass) – allesamt genauso treffsicher wie der vorgenannte David Fischer. Die vielfachen, oft noch zu Stimm-Paarungen gesellten Soli verliehen Haydns „Requiem“ einen besonderen Reiz an reicher Gliederung, der stringent umgesetzt wurde. Das „Sinfonieorchester im Pfaffenwinkel“ und das „Vocalensemble Penzberg“ legten die Schönheit dieses Werks in wunderbarer, lang beklatschter Weise frei.

Andreas Bretting

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