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Volles Haus, schon auf der Bühne: Berlins „Andromeda Mega Express Orchestra“ in Penzbergs Grundschul-Aula. 

„jazz-zeche Penzberg“   

Was war da bloß im Cheeseburger?

Penzberg - Das bestens aufgelegte „Andromeda Mega Express Orchestra“ bot musikalische Grenzerfahrungen.  Ob's an dem Stück "Cheeseburger" lag?

Zum zweiten Mal hat das Berliner Ensemble mit dem exotischen Namen in Penzberg Station gemacht. Und der erste Auftritt auf Gut Hub muss in guter Erinnerung geblieben sein, denn trotz besten Grill- und Biergartenwetters war die Aula der Bürgermeister-Prandl-Grundschule am Sonntagabend voll besetzt. Die Truppe wirkte, als käme sie schon von der Grillparty: locker und relaxed, im Freizeitoutfit und so richtig gut drauf. Aus 18 jungen Musikern unterschiedlichster musikalischer und kultureller Herkunft besteht das „Andromeda Mega Express Orchestra“. Gegründet wurde es 2006 von Daniel Glatzel.

Der Ensembleleiter komponiert und arrangiert auch die Stücke für diese ungewöhnliche Besetzung: Neben Glatzel an Klarinetten und Saxofonen besteht sie aus Oliver Roth und Laure Mourot (Flöten), Sebastian Hägele (Fagott), Johannes Schleiermacher (Sax, Flöte), Ritsche Koch und Magnus Schriefl (Trompete), Maria Schneider (Vibraphon, Percussion), Jörg Hochapfel (Sampler, Klavier), Anna Viechtl (Harfe), Kalle Zeier (Gitarre), Matthias Pichler (Kontrabass), Andi Haberl (Schlagzeug), Matthew Lonson und Grégoire Simon (Violine), Johannes Pennetzdorfer und Martin Stupka (Bratsche, Blockflöte) sowie Isabelle Klemt (Cello). So bunt und abwechslungsreich wie diese Aufzählung gestaltet sich auch die Musik. Und die Freude, die die Musiker daran haben, überträgt sich auf die Zuhörer. Erstaunlich übrigens, dass das Publikum im Schnitt deutlich älter ist als die Protagonisten auf dem Podium. Da nickt und wippt so mancher grauhaarige Kopf, während die Enkelgeneration spielt.

Und so nimmt das „Andromeda Mega Express Orchestra“ seine Zuhörer mit auf eine eigenwillige musikalische Reise und streift dabei die Regionen des Jazz, der Neuen und Experimentellen Musik bis hin zur Klassik. Die einzelnen Nummern sind ausgedehnt, man kann sich hineinfallen und treiben lassen, von vor Energie vibrierenden, aufgeheizten Klängen über lustig pulsierende, mit verblüffenden Geräuscheffekten spielenden Passagen, extremen, fast gewalttätigen Rhythmen bis zu meditativen Klangflächen.

Glatzel gibt zwischendrin Erläuterungen – in der Art: „Das nächste Stück heißt ‚Cheeseburger’. Weiß jemand, weshalb? – Ja, ich auch nicht!“ Und dann nimmt der „Cheeseburger“ seinen Lauf: erst flirrende, sich aufspaltende Klänge, dann sperrig, widerborstig, mit hart gesetzten Akzenten, die E-Geigen sirren wie Hochspannungsleitungen, eine Sprachpassage wie aus einem alten Film, mit Rauschen und Knacken, fügt sich ein, in unzähligen, fast schon quälenden Wiederholungen schraubt sich die Musik in eine Art Rausch. Was war denn bloß in diesem Cheeseburger?

Nächstes Konzert

der „Jazz-Zeche“: „Tingvall Trio“ am Samstag, 23. Juli, 20 Uhr, Aula der Grundschule an der Südstraße, Penzberg. Karten: 08856/4344.

Sabine Näher

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