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Bernhard Holz ist Penzbergs katholischer Stadtpfarrer.

Heiligabend in Penzbergs Kirchen

Heuer war es anders

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Penzberg - Die Kirchen in Penzberg waren an Heiligabend wieder voll. Aber die Gläubigen feierten nachdenklich in Zeichen von Flucht und Terror.

Es war ein seit Jahren bekanntes Bild: Penzbergs zwei große Kirchengemeinden feierten am Samstag Heiligabend in vollen Gotteshäusern. Doch heuer war es anders: Die Gottesdienste fanden unter den Eindrücken von Terror und Flucht statt. Darauf gingen die Pfarrer in Penzberg in ihren Predigten ein.

Für Penzbergs katholischen Pfarrer Bernhard Holz war es nach seiner Amtseinführung 2015 das zweite Weihnachtsfest in der Stadt. „Gefühlsmäßig waren es mehr Gläubige als im vorigen Jahr“, bilanziert er die zwei Christmetten am Samstag in Steigenberg und in Christkönig. „Die Kirchen waren voll.“ Auch die Kinderkrippen nachmittags waren gut besucht. Möglicherweise habe „Berlin eine Rolle gespielt“, sagt Holz mit Blick auf den dortigen Anschlag. Die Stimmung bei den Gottesdiensten sei „nachdenklich, aber trotzdem sehr feierlich und friedlich“ gewesen. Holz hatte nach eigenem Bekunden den Berliner Terror jedoch nicht ausdrücklich erwähnt, er gab den Menschen vielmehr eine „Botschaft der Liebe, des Friedens und des Miteinanders“ auf den Weg. Er sprach vom „Kniefall Gottes“, der damit nicht von oben auf die Menschen herabblicke, sondern sich auf Augenhöhe bewege. „Wir können mit ihm das Leben gestalten.“ Der Geistliche zog aus der Weihnachtsbotschaft jedoch auch eine Linie zu den aktuellen Geschehnissen. „Jesus und die heilige Familie waren auch von Flucht und Vertreibung bedroht“, betont er. Auch wenn man in die Krippe hineinschaue, begegne man dort Flüchtlingen.

Die evangelische Pfarrerin Sandra Gassert reagierte bewusst auf die schrecklichen Vorkommnisse kurz vor Heiligabend: Sie verzichtete bei der Vesper um 18 Uhr in Seeshaupt – die Christmette um 22 Uhr in der Penzberger Martin-Luther-Kirche hielt Pfarrerin Ursula Schwager – darauf, eingangs des Gottesdienstes das „O du fröhliche“ anzustimmen. Stattdessen erklang das Lied „Seht, die gute Zeit ist nah“ in der voll besetzten kleinen Kirche, als frohe Botschaft, dass etwas im Werden sei. „Es war eine andere Stimmung als in den anderen Jahren“, sagt Gassert. Sie nahm bei den Gläubigen eine Sehnsucht nach Frieden wahr. Deshalb predigte Gassert über Aktuelles, zum Beispiel in Syrien. „Man darf nicht ausblenden, was in der Welt passiert.“ Ihre Aussage: „Die Hüter der Menschlichkeit dürfen sich nicht den Mund verbieten lassen.“ Die evangelischen Kirchen in Penzberg und Seeshaupt waren zu den zwei Vespern, der Christmette und den Krippenspielen, wieder gut besucht. Weihnachten ist nach wie vor ein wichtiger Termin für die Gläubigen, so Gassert. „Mehr denn je vielleicht.“

Eines ist sowohl Gassert als auch dem katholischen Geistlichen Holz wichtig: Mit dem Ende der Weihnachtszeit endet die Botschaft von Frieden, Frieden und Mitmenschlichkeit nicht. Auch nach dem von Papst Franziskus ausgerufenen „Jahr der Barmherzigkeit“ dürfe dieses Thema nicht in der Mottenkiste verschwinden, mahnt Bernhard Holz. „Das ist ein bleibender Auftrag“, zitiert er den Papst. „Man muss festhalten am Glauben“, betont Sandra Gassert. Die Pfarrerin bewies dies bei ihrem Gottesdienst: Am Ende sang die Gemeinde dann doch „O du fröhliche“.

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